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Welche Rolle spielen Produkt­innovationen in Ihrem Angebot?

11.03.2010

Natürlich wollen wir unseren Gästen bei der Getränke- und Speiseauswahl Abwechslung bieten. Also stehe ich neuen Produkten prinzipiell positiv gegenüber.

Horst Asanger, 1516 Brewing Company, Wien

 

Allerdings stellt sich immer das Problem, dass das eigene Angebot nicht ausufern darf. Sprich, wenn ich zum Beispiel eine neue Saft-Sorte probiere und die auch gut geht, verzichte ich im Gegenzug auf eine andere, die sich schlechter verkauft. Am wichtigsten ist bei uns jedoch die Abwechslung beim Bierangebot, aber da wir in der 1516 Brewing Company unser Fassbier selber brauen, stellt sich diese Frage nicht beim Einkauf. Für neue Bierspezialitäten in Flaschen bin ich jedoch immer leicht zu begeistern.

 

Christoph Cerny, U-Hof, Linz

Prinzipiell bin ich für Produkt­innovationen immer offen, aber das kommt im Einzelfall auf mehrere Dinge an: Natürlich muss die Qualität des neuen Produktes stimmen und dann heutzutage halt auch die Aufmachung. Und was auch nicht unwichtig ist: Es muss irgendwie ins Lokal passen, sowohl was mein restliches Angebot und meine Positionierung betrifft als auch natürlich eventuelle Verträge. Die Gäste sind jedenfalls sehr an neuen Produkten interessiert. Unsere Getränkekarte ändern wir unregelmäßig – je nachdem, wann wir Änderungen vornehmen bzw. neue Produkte draufsetzen. Das kann in zwei Wochen dreimal passieren oder auch ein paar Monate gar nicht. Da sind wir flexibel.

 

Ivo Brnjic, Theater Café, Justiz Café, Catering, Wien

Prinzipiell stehe ich neuen Produkten sehr aufgeschlossen gegenüber. Vor allem wenn sich Hersteller darum bemühen, bestehende Produkte weiter zu verbessern, etwa indem sie sie gesünder machen. Und auch die Gäste sind neugierig, und wollen immer wieder etwas Neues probieren. Wichtig ist bei neuen Produkten allerdings auch, dass die Hersteller diese entsprechend promoten und bewerben, damit diese auch nachgefragt werden. Eine Produktneuheit einfach auf die Karte zu nehmen ist ja in der Regel zu wenig. Nach ein paar Monaten muss man dann nüchtern Bilanz ziehen. Wenn die Akzeptanz bei den Gästen fehlt, muss man es wieder streichen.

 

Peter Herritsch, Purpur, Klagenfurt

Wenn ein langjähriger Lieferantenpartner eine neue Geschmacksrichtung herausbringt und das auch entsprechend promoten will, machen wir bei so etwas gerne mit. Aber gerade im Energy- und Soft-Drink-Segment sind in den letzten Jahren viele neue Marken gekommen und auch wieder gegangen. Die wollen natürlich gute Gastronomen, um ihre Marke bekannter zu machen, und locken mit scheinbar tollen Konditionen. Aber man soll als Gastronom auch immer darauf schauen, für welche Produkte man selbst steht. Außerdem reicht es ja nicht, ein neues Produkt auf die Karte zu nehmen, denn ohne aktiven Verkauf oder eine entsprechende Promotion im Lokal tut sich ja in der Regel recht wenig.

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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