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Wellness ist Umwegrentabilität

21.02.2008

Seien Sie vorsichtig im Umgang mit Benchmarks“, warnt der renommierte Tourismusberater Dr. Manfred Kohl, der im Rahmen des beim Bäderkongress abgehaltenen Hoteltages der Frage nachging, ob Wellness noch „in aller Munde“ liege.

Für die heimische Wellness-Hotellerie lägen nämlich nicht unbedingt viele brauchbare Vergleichdaten vor. Deshalb orientierten sich Hoteliers bisweilen an internationalen Daten. Nehme man beispielsweise Angaben aus der US-Hotellerie, so müsse man wissen, dass dort der Personalaufwand nicht einberechnet sei, womit die Wellness-Abteilungen Gewinne ausweisen, die hierzulande absolut unereichbar seien. Auch Benchmarks der deutschen Wellness-Hotels seien nur bedingt vergleichbar.
Um Licht ins Daten-Dunkel zu bringen, hat Kohl zum Bäderkongress Benchmarks mitgebracht, die aus seinem eigenen Beratungsunternehmen stammen. Basis sind 75 Hotels mit durchschnittlich 150 Zimmern, unterteilt in Ferienhotels, die Wellness als ergänzende Leistung anbieten, und echte Wellness-Spezialisten.
Die Daten belegen im Detail eindrucksvoll (und wenig überraschend), welch enormer Investitionsaufwand mit Wellness verbunden ist, und geben gute Anhaltspunkte für Dimension und Positionierung der verschiedenen Teilbereiche.

Gut aufgestellt ist dabei schon jener, der die Wellness- und Spa-Abteilung mit einer schwarzen Null erzielt und mit Wellness durch Umwegrentabilität höhere Zimmererträge einfährt. Freilich zeigen die „Best practice“-Werte auch auf, welches Potenzial bei perfekter Konzeption in Wellness steckt.
Nicht zuletzt damit lassen sich aus den Benchmarks auch eine Reihe strategischer Aspekte ableiten. Angesichts des mittlerweile enorm breiten Angebots rund um das Wellness-Thema ist für Kohl eine allgemeine „Wellness-Positionierung“ längst nicht mehr ausreichend. Bei der Frage nach dem „Wofür stehe ich?“ eröffnen vor allem innovative Trends wie Wellness mit Wirkung (z.B. Anti-Aging), Medical Wellness oder neue Zielgruppen (z. B. Men’s Health) neue Möglichkeiten zu einer ganz speziellen Positionierung.
Vor diesem Hintergrund stellt sich der Wellness-Markt für den Berater mit folgenden Kernbotschaften dar:
• Die Hotellerie profitiert weiterhin vom (starken) Gesundheits-/Wellness-Trend.
• Der zunehmend verschärfte Auslese-Wettbewerb erfordert aber Produktinnovationen und profilierte Angebotskonzepte. Im Klartext heißt das: Jedes einzelne Haus muss für sich einen eigenen Wellness- und/oder Gesundheits-Weg finden.
• Der damit verbundene Kostendruck erfordert optimierte Spa-Flächen und eine gute Ablauf-Organisation.

„Das wichtigste Fazit für mich ist allerdings die Erkenntnis, dass Hardware allein gerade im Wellness-Bereich für den betriebswirtschaftlichen Erfolg nicht genügt. Freundliche und gut ausgebildete Mitarbeiter sind für 90 % des Geschäftserfolgs wichtig. Damit sind Human Resources für Wellness und Spa wichtiger als in anderen Hotel-Bereichen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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