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Wellnesstrend belebt den Grüntee-Markt

28.11.2006

Heimischer Teemarkt stagniert - Kräuter- und Grüntee immer beliebter:Gastronomie und Fachhandel verzeichnen ein Plus - Innovationen und Wellness-Produkte kurbeln den Umsatz an.

Nach Zuwächsen in den vergangenen Jahren ist der Wert des im österreichischen Lebensmittelhandel abgesetzten Tees 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 48,6 Mio. Euro zurückgegangen. „Insgesamt zeigte sich eine stagnierende Entwicklung. Kräuter- und Grüntee blieben dynamisch zu Lasten von Schwarz- und Früchtetee“, erklärte Irene Salzmann, Unternehmenssprecherin von ACNielsen. Die dem Asien- und Wellnesstrend folgenden Weißtee-Varianten waren hingegen äußerst erfolgreich.

Früchtetee weist ein Minus von 4,2 Prozent und ging auf 19,1 Mio. Euro zurück, Schwarztee büßte 3,3 Prozent (8,7 Mio. Euro Umsatz) ein. Deutliche Steigerungen gab es hingegen bei Grüntee (plus 7,8 Prozent auf 2,5 Mio. Euro) und Kräutertee (plus 4,8 Prozent auf 18,4 Mio. Euro). Tee in Packungen und Dosen verlor 2,1 Prozent auf 2,5 Mio. Euro, Tee im Beutel stagnierte bei 46,1 Mio. Euro.

Wellness-Tee
„Es gibt ein gewisses Spannungsfeld: Die Klassiker dominieren beim Umsatz, das Wachstum kommt aber von den Innovationen“, zeigt sich Michael Lehrer, Marketingleiter bei Teekanne Österreich , überzeugt. „Als Motor fungieren vor allem Wellness-Produkte“, so Lehrer, der sich über die Entwicklung bei Teekanne erfreut zeigt. „Wir haben unsere Position als Marktführer weiter ausgebaut und den Abstand zur Nummer zwei vergrößert. Unser Anteil beläuft sich inzwischen auf knapp 58 Prozent“, erklärt er.
Der Konkurrenz durch Handelsmarken sieht Teekanne gelassen entgegen: „Der Anteil liegt unter zehn Prozent, weil die Konsumenten Innovationen verlangen. Eigenmarken haben absolut ihre Berechtigung, bedienen aber vor allem das Niedrigpreissegment“, sagt Lehrer. Wenig Chancen gibt der Teekanne-Manager auch dem Bio-Tee: „Das ist für den Konsumenten eher irrelevant, weil Tee an sich ja schon ein Bio-Produkt ist.“

Am beliebtesten sei nach wie vor Früchtetee, dessen Marktanteil aber von 40,8 auf 39,2 zurückgegangen ist. Ebenfalls im Minus liegt Schwarztee mit 17,9 nach 18,5 Prozent. Kräutertee hat von 36 auf 37,8 Prozent zugelegt, Grüntee von 4,8 auf 5,2 Prozent. Belebt wurde der Grüntee-Markt vor allem durch das Angebot von Weißem Tee.
„Die Marke Meßmer war jener Tee-Anbieter, der als erster den Weißen Tee in den österreichischen Lebensmittelhandel brachte und somit maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt ist“, reklamiert Alexander Visy, Marketingleiter bei Milford Austria einen Teil der Lorbeeren für sein Unternehmen. Der Trend zum Wellness-Tee erreiche allerdings langsam seinen Zenit, die Wachstumsraten seien kleiner geworden. Neue Konsumentengruppen könnten laut Visy vor allem durch Inszenierungen bei Geschmack und Packungsauftritt oder Tee zu bestimmten Anlässen angesprochen werden. Im Frühjahr 2006 habe Milford, eine Tochter der deutschen Laurens Spethmann Holding AG, beispielsweise neue Impulse im Kräuterteemarkt gesetzt. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben mit einem mengenmäßigen Marktanteil von 26,5 Prozent Nummer zwei am österreichischen Teemarkt.

Der Gesamtmarkt - also inklusive Gastronomie und Fachhandel - dürfte im vergangenen Jahr wieder leicht gewachsen sein, erklärt Edith Hornig, Präsidentin des österreichischen Teeinstituts. Der Wert des abgesetzten Tees verteilt sich zu rund 20 Prozent auf Gastronomie und Fachgeschäfte und zu 80 Prozent auf den Handel. „Die größte Herausforderung ist, zu vermitteln, was Tee alles bewirken kann. In diesem Bereich ist noch Aufklärung notwendig“, so Hornig. Das sich abzeichnende leichte Plus am Gesamtmarkt sei vor allem auf die gute Entwicklung bei Kräutertee zurückzuführen, der vom Wellness- und Gesundheitsboom profitiere, ergänzt Helmut Grafinger, Geschäftsführer des österreichischen Teeinstituts. Österreich sei zwar ein „enormes Kaffeeland“, durch Aktionen wie den „Tag des Tees“ versuche man aber die Vorzüge des Tees hervorzustreichen.
Die Österreicher konsumieren laut Angaben des Teeinstituts im Durchschnitt etwa 200 Gramm Grün- und Schwarztee (rund 45 Liter) pro Jahr und 450 Gramm Kräuter- und Früchtetee (rund 80 Liter), was zusammen 125 Litern entspricht.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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