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Mit dem BFR-Raumschiff soll es Richtung Mond gehen.

Weltraumtourismus im Kommen

02.11.2017

Unterschiedliche Projekte wollen in den kommenden Jahren immer mehr Touristen in den Weltraum bringen. Geht es nach Karin Nilsdotter, soll in Schweden Europas Weltraumbahnhof entstehen

Fünfundvierzig Jahre ist es her, dass ein Mensch zuletzt am Mond war. Geht es nach den Plänen des amerikanischen Multiunternehmers Elon Musk (u. a. Gründer von PayPal und Tesla) soll es schon kommendes Jahr wieder so weit sein. Also zumindest fast: Zwei Weltraumtouristen sollen (wenn bis dahin die Finanzierung steht) zum Mond fliegen und ihn umrunden. 

Die ambitionierten Pläne von Musks Projekt „Space X“ zeigen, wo die Reise hingeht. Tourismus ins Weltall ist längst nicht mehr abwegig. Neben Musk betreiben auch die US-Milliardäre Richard Branson (Gründer von Virgin Records) und Amazon-Gründer Jeff Bezos private Weltraumprojekte. Weltraumtourismus ist auch kein komplett neues Phänomen. Seit 2002 war bereits ein halbes Dutzend Touristen im All: In russischen Sojus-Kapseln ging es in die 400 Kilometer entfernte Raumstation ISS. 

Ohne Profis an Bord

„Space X“ beschreitet mit seinem privaten „Moon Shot“ aber andere Wege. Zwei Weltraumtouristen sollen ohne weitere Profi-Astronauten an Bord die langen 384.000 Kilometer zum Mond zurücklegen – quasi per Autopilot. Angeblich kostet ein „Ticket to the Moon“ rund 80 Millionen Dollar. Wer die gutbetuchten Weltraumtouristen sind, wird aus Diskretionsgründen nicht verraten. Nur so viel: Viele, viele weitere Touristen sollen folgen.

Dass die kommerzielle Raumfahrt kurz vor dem Durchbruch steht, glaubt auch Karin Nilsdotter. Die Vorstands-chefin von Spaceport Sweden hätte gerne, dass die Raketen und Raumshuttles von Musk, Branson, Bezos und Co künftig am Weltraumbahnhof in Esrange, etwa 200 Kilometer nördlich des Polarkreises, starten und landen. Auf Einladung von Wien Tourismus präsentierte sie ihre Pläne dazu unlängst in Wien. 

Preise dürften sinken

Doch braucht es Tourismus im Weltall, und wie groß ist der Markt? „Es entsteht eine globale Industrie, die in Europa mehr als 3.000 neue Jobs schafft“, argumentiert Nilsdotter. Durch den steigenden Wettbewerb würden auch die Preise für private Raumfahrt künftig rapide sinken. Und letztlich würde auch die wissenschaftlich motivierte Raumfahrt vom Weltraumtourismus profitieren: Wissenschaftsteams würden gemeinsam mit den Touristen ins All geschickt, was natürlich die Kosten senkt. Auf einen Zeitpunkt, wann die kommerzielle Raumfahrt tatsächlich zum Durchbruch kommt, wollte sich Nilsdotter nicht festlegen. Wenn man Astronautin ist, sei man eben immer ein bisschen eine Träumerin, sagt die Schwedin.

Bis es so weit ist und die Preise für private Weltraumtouren für Normal-sterbliche in einem erschwinglichen Bereich liegen, können Raumfahrtfans mit einem speziellen Hotelaufenthalt in der Schweiz All-Feeling erleben. Der Künstler Michael Najjar kreierte fürs Kameha Grand Hotel eine eigene Space Suite. Dort schläft man so ähnlich wie in einer Raumkapsel – nur viel komfortabler!

 

Autor/in:
Daniel Nutz
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