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Weniger Abfall (und Kosten) im Hotel

23.09.2020

Müll im Hotel vermeiden – vom Lieferanten bis zum Gast – und damit die Natur schonen und Kosten sparen.

Ausgewählte ­Kooperationspartner Zero Waste

Retter Seminar-Hotel, Arcotel Wimberger, Hotel Josefshof Wien, Biogast, Sonnentor, Hotel Stadthalle Wien, Sans Souci Wien, Steigenberger Wien, ÖHV, ADA Cosmetics

Das ist das Ziel eines Projekts, an dem die ÖHV gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur, dem Verein Zero Waste und sieben Pilothotels arbeitet. Daraus wird ein konkreter Maßnahmenkatalog für die Hotellerie entstehen, welchen wir ÖHV-Mitgliedern als Leitfaden zur Verfügung stellen. Hier schon die ersten Ideen:

Verzicht auf Strohhalme

Cocktails funktionieren auch ganz ohne Strohhalme. Es gibt mittlerweile Strohhalme aus Papier, echtem Stroh, Nudeln oder Glas (wiederverwendbar). Je origineller, desto mehr Gesprächsstoff und Erinnerung beim Gast. Das garantiert Social-Media-Einträge!

Verzicht auf Strohhalme, by t.vierich
Digitaler Check-in

Wird noch von keinem Hotel in Österreich realisiert, ist aber rechtlich und technisch möglich: Verzicht auf Ausdruck bei Kreditkartenzahlung, stattdessen Rechnung per Mail an Gast verschicken. Ausfüllen des Gästeblattes kann auch digital erfolgen, z. B. auf Tablet unterschreiben lassen.

Digitaler Check-in, by t.vierich

 

Wiederverwendbare ­Wasserflaschen

Es muss nicht immer gekauftes Mineralwasser sein. Gäste trinken auch gerne Leitungswasser und nehmen es mit für unterwegs. Dazu kann man schön gestaltete Wasserflaschen zur Verfügung stellen – mit Branding, gratis oder gegen Gebühr an der Rezeption. Auch als Mitbringsel geeignet. Auch für den Spa-Bereich anstelle von Einwegbechern.

Wiederverwendbare ­Wasserflaschen, by t.vierich
Keine Kapseln am Zimmer

Stattdessen Vollautomaten in der Lobby zur Verfügung stellen, wo der Gast gegen geringes Geld oder mit Gutscheinmünzen einen hochqualitativen Kaffee bekommt. Auf Einwegbecher verzichten, Tassen bereitstellen. Man kann hier den Kaffee auch effektvoll inszenieren. Wenn man einen Vollautomaten verwendet, der verschiedene Bohnen mahlt, kann man den Gast aus verschiedenen Sorten wählen lassen. Die können natürlich auch besonders nachhaltig sein.

Keine Kapseln am Zimmer, by t.vierich

 

 

 

 

 

Mülltrennung am Zimmer

Es ist aus organisatorischen und Platzgründen oft nicht einfach, mehrere Mistkübel ins Zimmer zu stellen. Das ist aber vielen Gästen besonders aus dem DACH-Raum wichtig. Eine nachträgliche Trennung durch den Roomservice ist mühsam und unhygienisch. Man kann die Mülltrennung am Gang ermöglichen. Für Restmüll gibt es nur einen Behälter im Bad und einen im Gastraum nur für Papier, Glas und Plastik. Man kann auf den Tisch einen kleinen Behälter für Biomüll stellen. Man kann in der Lobby eine Wurmkompostierung mit Vertical Garden aufstellen. Infos bei Wurmkiste.at oder VermiGo.

Mülltrennung am Zimmer, by t.vierich

 

Auf Einzelverpackungen im Bad verzichten

Spender statt Einzelportionen verwenden, am besten aus recyceltem PET, ein kombiniertes Körper-/Haar-Duschgel bereitstellen. Nachfüllbare Accessoireboxen für Duschhauben und Nähset. Amerikanische Gäste verlangen Stückseife. Diese können für die Kommunikation mit dem Gast gebrandet werden – z. B. mit der Empfehlung, die Seife als Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

Auf Einzelverpackungen im Bad verzichten, by t.vierich

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf Zimmerreinigung ­verzichten

Die tägliche Reinigung kann dem Gast auch lästig sein. Deshalb verzichtet er bei längeren Aufenthalten ab und zu darauf – vor allem, wenn man es mit einer kleinen Vergütung z. B. einem Gratisgetränk an der Bar – wo er dann gerne ein zweites kostenpflichtiges Getränk konsumiert – vergütet. Das Angebot spart Ressourcen. Das Arcotel Wimberger verbindet dieses Angebot mit einem gemeinnützigen Zweck (Bienen). Auch auf den Wechsel der Bettwäsche kann der Gast freiwillig verzichten. Als Hinweis darauf bieten sich Karten oder Würfel an, die der Gast auf dem Bett platzieren kann, wenn er die Bettwäsche nicht gewechselt haben möchte.

Auf Zimmerreinigung ­verzichten, by t.vierich

 

 

 

 

 

Nachhaltige Give-aways im Zimmer

Zum Beispiel Teeaufgussbeutel in Papier verpackt mit lustigen Sprüchen; frisches Obst; um Einzelverpackungen zu sparen, kann man im Foyer eine Teewasser- oder Sirupstation (z. B. Brooklyn von Grapos) für die Gäste aufstellen und Kekse oder anderes zur freien Entnahme anbieten. Hier bietet auch Sonnentor nachhaltige Produkte an: www.sonnentor.com/de-at/onlineshop/geschenke

Nachhaltige Give-aways im Zimmer, by t.vierich
Trinkwasserqualität

Trinkgläser und Karaffen für Leitungswasser bereitstellen – mit dem Hinweis auf die besondere Wasserqualität in Österreich. Das ist für viele internatio-
nale Gäste nicht selbstverständlich, kann deshalb ein besonderer Asset sein.

Trinkwasserqualität, by t.vierich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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