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Weniger Abhängigkeit als Ziel

15.03.2007

Die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Salzburg und der Veranstalterverband Österreich luden dieser Tage zum Salzburger „Tag der Tourismuswirtschaft“ nach Saalfelden ein, bei dem die neuesten Trends im Tourismus unter dem Motto „Internationalisierung“ auf dem Programm standen.

„Was wäre Salzburg ohne seine Tourismusbetriebe?“, fragte der Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg, Julius Schmalz, in seinem Eröffnungsstatement. So sei der Tourismus ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor, der für Einnahmen von drei Mrd. Euro und 23 Mio. Nächtigungen jährlich verantwortlich sei. Salzburg liege mit diesen Daten hinter Tirol bundesweit auf Rang zwei. Knapp 43 % der Salzburger Gäste kämen aus Deutschland, etwa 24 % aus Österreich. Um die Abhängigkeit von diesen zwei Märkten aber etwas zu dämpfen, sei die Erschließung neuer Zielmärkte erforderlich – freilich ohne die alten aus den Augen zu lassen.
Ein weiteres Problem seien die aktuellen Streitereien rund um den Flughafen Salzburg. Die von manchen geforderte Sonntagsschließung würde das Land etwa 750.000 Übernachtungen und damit 1.200 Vollarbeitsplätze kosten. Schmalz: „Die Politik muss hier endlich Flagge zeigen!“ Und weiter: „Die Wirtschaftskammer steht mit ganzer Kraft hinter den Anliegen der Tourismustreibenden.“
Sinkender Marktanteil
„Internationalisierungsstrategien der Österreich Werbung“ stellte in der Folge die Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Dr. Petra Stolba, vor. Österreich hat im vergangenen Jahr 30,13 Mio. Ankünfte und 119,4 Mio. Nächtigungen verzeichnet. Damit liege man zwar im europäischen Schnitt deutlich über dem Durchschnitt, doch der absolute Marktanteil am europäischen Reiseverkehr sei kontinuierlich sinkend: von 6,9 % im Jahr 1995 bis zu 4,6 % im Jahr 2000. Mit einem aktuellen Marktanteil von 4,84 % liegen wir laut Aussagen Stolbas derzeit nur wenig besser. Ziel müsse es daher sein, etablierte Märkte (qualitatives Wachstum) ebenso zu bearbeiten wie wachsende Märkte (quantitatives Wachstum) sowie neue Märkte aufzubauen. Anzustreben sei laut Stolba ein dreiprozentiges Wachstum pro Jahr bei internationalen Ankünften, ein homogener Gästemix und weniger Abhängigkeit von einzelnen Märkten. „Ziel muss es sein, Österreich international wettbewerbsfähig zu halten. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, so Stolba.
Sound of Music
Als Erfolgsgeheimnis des Salzburger Tourismus bezeichnete LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer „Unverwechselbarkeit, Einmaligkeit und das Abheben von anderen Angeboten“. Haslauer ortete neue Bedürfnisse durch neue Bevölkerungsstrukturen: „Im Urlaub besteht für viele das Bedürfnis nach einer ‚heilen Welt‘. Eine Woche im Jahr möchte man auch seelisch Urlaub machen.“ Aktuell ließen sich Urlauber in vier Kategorien teilen: Kulturmilieu (Interesse für Kunst, Kultur, Styling, Luxus), Traditionsmilieu (Urlaub wie schon mit den Eltern – bloß keine Änderungen), Selbstverwirklichungsmilieu (lässt sich nicht einordnen, nur die eigenen Bedürfnisse sind wichtig) sowie Eventmilieu (Anhänger der Eventkultur).
Eine große Chance biete laut Haslauer auch die Ausrichtung von sportlichen Großveranstaltungen. Der Werbewert sei enorm und Sport stehe für Leistung, Fairness, Wettbewerb und Jugendlichkeit, was dem Image Salzburgs sehr zuträglich sei, wie man etwa auch bei der Rad-WM gemerkt habe.
Als die drei wichtigsten touristischen USPs bezeichnete Haslauer die Themen „Mozart“, „Sound of Music“ und „Stille Nacht“, wobei bei Letzterem ein großer Nachholbedarf bei der Inszenierung bestehe.
Ein breiteres Angebot in der Mitte, abseits vom Luxussegment urgierte anschließend Tourismus-Spartenobmann Helmut Mayr. Zudem plädierte er für weniger Bürokratie und neue steuerliche Rahmenbedingungen: „Ein Badezimmer auf 33 Jahre abzuschreiben, ist nicht mehr zeitgemäß.“
Neue Chancen
Prof. Klaus Weiermair von der Universität Innsbruck sprach danach über die „Internationalisierungsentwicklung des Tourismus in Österreich“. Die positiven Auswirkungen seien dabei mannigfaltig und reichten von neuen Angeboten, die ausländische Unternehmen in Österreich etablieren (von Tiffany bis Starbucks), über Objekte, die von ausländischen Architekten gestaltet werden (Sprungschanze Innsbruck), bis zu ausländischen Fachkräften, die ihr Know-how hier einbrächten. Umgekehrt würden von diesen Tendenzen auch heimische Unternehmen etwa durch billigere Kredite oder bessere Renditen im Ausland profitieren.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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