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Wenn der Hut brennt!

13.04.2006

Bis zum Jahresende müssen 90 Prozent der Gastronomiebetriebe über 75 m2 für zumindest 40 Prozent der Sitzplätze Nichtraucherzonen oder -räume anbieten. Andernfalls droht ein gesetzliches Rauchverbot.

Die Zeit vergeht im Sauseschritt. Am 30 September 2004 hatten Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und Komm.-Rat Helmut Hinterleitner als Fachverbandsvorsteher der österreichischen Gastronomie die „Vereinbarung zur Einrichtung von Nichtraucherbereichen in Gastgewerbebetrieben“ unterzeichnet.
Klare Verpflichtung
Demnach verpflichtete sich der Fachverband Gastronomie, „auf seine Mitgliedsbetriebe einzuwirken, damit die Einrichtung von separaten Nichtraucherräumen so rasch wie möglich erfolgt. Die Nichtraucherzonen sind deutlich zu kennzeichnen. Am Eingang des Lokals ist auf die bestehenen Nichtraucherzonen hinzuweisen.“
Weiters wurde für diese Nichtraucherzone ein Volumen von „mindestens 40 Prozent der für die Verabreichung von Speisen vorgesehenen Sitzplätze“ festgelegt. Und mit 31. 12. 2006 sollten 90 Prozent der Gastronomiebetriebe diese Quote erreicht haben. Eine Ausnahme wurde eingeräumt: Betriebe mit weniger als 75 m2 Gastraum sollten von der Vereinbarung ausgenommen sein. Heute, neun Monate vor Ablauf der Frist, stehen die Vorzeichen gut, für die anvisierten Ziele der Rauchfreiheit: „Wir sind jedenfalls auf Plan, wenngleich noch nicht am Ziel“, sagt Dr. Thomas Wolf, Geschäftsführer des Fachverbands Gastronomie. Daher verfolgt die Interessenvertretung einen Maßnahmenkatalog, der möglichst viele Unterschriften teilnahmewilliger Gastronomen einbringen soll. Zum einen sind da die Formblätter, die schon frühzeitig und mehrfach an die Mitglieder verschickt wurden, um mit deren Rücksendung als Gastronom die Umsetzung der rauchfreien Zonen zu bestätigen.
Persönlicher Kontakt
Die Kammerfunktionäre gehen aber auch ganz persönlich in die Offensive. „Jeder Wirt, der noch nicht unterschrieben hat, wird persönlich aufgesucht und zur Teilnahme eingeladen“, erläutert Wolf. Und auch Veranstaltungen wie die Gastronomiemessen werden erfolgreich zur Kontaktaufnahme genutzt. So wurden auf der Gast Klagenfurt 440 und auf der „Alles für den Gast – Salzburg“ 350 Unterschriften gesammelt. Von der „Alles für den Gast – Wien“ erwartet sich Wolf 500 weitere Gastronomen und auch die Fachmessen in Graz, Innsbruck und Salzburg im Herbst werden fürs Unterschriften-Sammeln genutzt.

Damit in den kommenden Monaten wirklich 90 Prozent der Betriebe auch tatsächlich eine Nichtraucherzone einrichten, verfolgt der Fachverband Gastronomie eine provokante Kampagne: „Wollen Sie ein gesetzliches Rauchverbot?“, fragt man die Mitglieder; dann brauche man nur weiterhin keine rauchfreien Zonen in seinem Lokal installieren. Danach komme freilich die Gesetzeskeule und mit ihr das endgültige und generelle Aus fürs Rauchen in der Gastronomie. Mit dieser Botschaft sind Mitarbeiter der WKO auf sämtlichen Branchenfachmessen im Einsatz.
Der Maßnahmenkatalog sieht aber auch vor, dass alle Gastronomen, die bisher noch nicht unterschrieben haben, von Kammerfunktionären persönlich aufgesucht werden. „Die Gastronomen müssen wissen, dass es sich hier um eine Frage der Solidarität handelt. Sie haben es in der Hand, ein Rauchverbot zu verhindern“, betont Wolf.
„Wir setzen alles ein, dass die Umsetzung der Zielvereinbarung gelingt, weil wir überzeugt sind, dass dies der bestmögliche Kompromiss zwischen den Interessen aller Gäste sowie der Betriebe und deren Mitarbeiter ist“, ist Komm.-Rat Helmut Hinterleitner, Fachverbandsvorsteher der Gastronomie, überzeugt.
Verbot ist keine Lösung
Dass eine für alle Beteiligte akzeptable Lösung durch eine gesetzliche Zwangsregelung nie erreicht werden könne, zeigten die Erfahrungen aus allen Ländern, die bislang ein gesetzliches Rauchverbot erlassen haben, so der Interessenvertreter.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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