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Die Gastronomen Stefan Ho,  Eva Dellago, Hüseyin Karasu, Marianne und Elisabeth  Kolarik, Catharina Priemer-Humpel und Andrea Vaz-König (v. l. n. r.)  beim Kick-off-Event  in Kolariks Luftburg.

Wenn ein Problem zum Geschenk wird

19.03.2015

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 arbeitet gemeinsam mit Studierenden an einem Maßnahmenkatalog für nachhaltige Gastronomie.

Text: Sonja Dries

 

Das Café-Bistro deli bluem im 8. Bezirk bietet Pimenton-Laibchen, Quinoa und Platz für maximal 20 Gäste. Kolariks Luftburg im Prater hat Stelze, Spareribs und Apfelstrudel auf der Karte. An die 1.000 Gäste können hier bewirtet werden. Beide Betriebe verfolgen ein unterschiedliches Konzept, doch sie haben ein gemeinsames Ziel. Sowohl die Familie Kolarik als auch deli-bluem-Besitzerin Andrea Vaz-König wollen ihre Restaurants nachhaltig und umweltschonend führen. Lebensmittelabfälle, Energieverbrauch und der Einkauf können dabei schnell zum Problem werden.
Gemeinsam mit drei anderen Gastronomiebetrieben, dem Thai-Restaurant Patara, dem Dellago in Ottakring und dem Augustin, nehmen sie deshalb an dem Projekt „Schenk mir dein Problem“ der Umweltschutzorganisation Global 2000 teil. Studierende aus verschiedenen Bereichen werden in den nächsten Monaten gemeinsam mit Nachhaltigkeitsexperten die Lebensmittelabfälle der Betriebe messen, die Einkaufspolitik analysieren und Gäste befragen.
„Mit dem daraus entstehenden Maßnahmenkatalog für nachhaltige Gastronomie wollen wir dann auf die ganze Branche zugehen“, erklärt Projektleiter Johannes Frauscher beim Kick-off in Kolariks Luftburg. Martina Gruber, Studentin der Agrarwissenschaften und Teil des Projektteams, kann sich hier zum Beispiel ein gutes Mülltrennungssystem, das Kompostieren von Bio-Abfall, die Information der Gäste und die Schulung der Mitarbeiter vorstellen.

Suche nach Lösungen
Im Gespräch mit den Gastronomen zeigt sich, dass in den unterschiedlichsten Bereichen Unterstützung gesucht wird. Eva Dellago und Hüseyin Karasu führen das Dellago am Yppenplatz. Privat haben sie immer schon auf nachhaltige Lebensführung geachtet, für die Umsetzung in ihrem Betrieb erhoffen sich die Quereinsteiger nun nützliche Tipps von Profis. Stefan Ho vom Patara und Catharina Priemer-Humpel (Das Augustin) sehen vor allem beim Einkauf großes Verbesserungspotenzial. Ho kritisiert, dass Lieferanten oft Produkte von weit weg anpreisen, anstatt regionale Lebensmittel zu bewerben. US-Rindfleisch wird oft als wertvoller gehandelt als die Kuh von nebenan. Auch Priemer-Humpel wünscht sich Möglichkeiten, qualitativ hochwertige und regionale Produkte preiswert zu bekommen.
Bernhard Wohner, Nachhaltigkeitsexperte bei Global 2000, ist davon überzeugt, dass der Einkauf ökologischer gestaltet werden kann. Umweltfolgen würden vor allem durch die Produktion von Lebensmitteln, die im Endeffekt weggeschmissen werden, erzeugt. Bei der Wahl der richtigen Portionsgrößen, Zutaten und Beilagen sieht er daher wichtige Ansatzpunkte. Die Studierenden sind ab März in den Betrieben unterwegs, im Juli sollen Ergebnisse präsentiert werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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