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Wenn keiner weiß, dass Sie überhaupt suchen

08.11.2018

Jammern Sie nicht über fehlende Bewerber für Lehrstellen. Nützen Sie die Möglichkeiten, um Ihre Zielgruppe zu erreichen. Expertentipp von Robert Frasch.

Robert Frasch
Zur Person

Robert Frasch ist Begründer des Netzwerkes lehrlingspower.at und seit vielen Jahren als Experte, Berater und Keynote-Speaker zum Thema „Lehre“ tätig.  

Seit Jahren klagt der Tourismus und insbesondere die Hotellerie über zu wenige Bewerber. Anlässlich des Tages der offenen Hoteltür wird in den Tagesmedien – beispielsweise auf orf.at – berichtet, dass die Branche ein schlechtes Image hat. Viele Ursachen liegen jenseits von Arbeitszeiten und Co und wären auch relativ einfach zu lösen.

Gehen Sie einmal auf die Webseiten der im orf.at-Artikel erwähnten Hotels (Ritz-Carlton, 25hours, und Le Meridien, Anm. Red.) und versuchen Sie, ein Jobinserat zu finden. Es gestaltet sich als schwierig bis unmöglich und das in einer Branche, die tolle Möglichkeiten hätte. 

Keine Jobs auf Webseiten

Wenn ich niemandem erzähle, dass ich überhaupt suche, warum wundere ich mich dann, dass sich niemand bewirbt? Natürlich soll bei einer Website das Produkt im Vordergrund stehen, aber das ist keine Entweder-oder-Option. Ich frage mich: Warum findet man keine Jobangebote auf den meisten Hotelseiten (natürlich gibt es positive Ausnahmen)?

Der Tag der offenen Hoteltür ist jedes Jahr im Herbst. Von Oktober bis zum Halbjahreszeugnis müssen sich Eltern und Bewerber also merken, dass es im Hotel cool war. Weil rund um das Halbjahreszeugnis fällt oft die Entscheidung für eine Lehre.

Gut, dass es Werkzeuge gibt, mit denen man Jugendliche das ganze Jahr erreicht. Wie whatchado – das Video-Handbuch der Lebensgeschichten. Findet man dort Hotels? Eine einzige Hotelkette, und das ist ausgerechnet jene, die selten über Mitarbeitermangel klagt.    
Video wäre aber ein Medium, mit dem ich Jugendlichen Einblick in den Berufsalltag geben kann. Die Brettspiele der „Schoolgames“ werden an über 1.000 Schulen im Unterricht eingesetzt. 

Findet sich auf dem Spielfeld ein Hotel? Fehlanzeige, bisher war eine solche Maßnahme noch jeder Hotelkette zu teuer. Die klassische Variante für die Suche wären Lehrstellenbörsen. Suchen Sie auf lehrberuf.info einmal nach dem Berufsfeld Hotelgewerbe/Gastgewerbe. Ja, es gibt Stellen als Koch – bei Kika/Leiner! Auch hier finden Sie kaum ein Hotel, warum nicht?

Lösungen 

Die Lösungen wären viel einfacher als ein abstraktes „Wir müssen unser Image stärken“. Wenn Sie in dieser Branche arbeiten und es wirklich ernst meinen mit „Wir wollen mehr und bessere Bewerber“:

  • Bauen Sie auf Ihrer Homepage einen leicht zu findenden „Wir bilden aus“-Button ein!
  • Ermöglichen Sie die Kontaktaufnahme mit einem realen Menschen in der Personalabteilung!
  • Zeigen Sie zumindest einige Ihrer besten Mitarbeiter!
  • Nutzen Sie vorhandene Möglichkeiten, um Ihre Zielgruppe zu erreichen!
  • Überzeugen Sie Ihr Marketing, dass die Buchung von Zimmern sinnlos sein wird, wenn Sie kein Personal mehr haben!
  • Denken Sie mit Ihrem Marketing darüber nach, wie man eine Zielgruppe definiert und diese dann auch erreicht!

Ich wünsche Ihnen im Sinne vieler Jugendlicher, die eine Aufgabe suchen, aber nicht wissen, dass SIE eine hätten, dass wir gemeinsam ins Tun kommen. Für die Qualität von Kommunikation ist immer der Sender verantwortlich, nie der Empfänger. Nachzulesen bei Paul Watzlawick oder Vera Birkenbiehl.

Autor/in:
Robert Frasch
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