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Wer braucht schon Buchstaben?

11.02.2011

Die US-Kaffeehauskette Starbucks streicht den eigenen Namen und das Wort „Kaffee“ aus ihrem Logo. Übrig bleibt das bisher schon verwendete Bild einer stilisierten Meerjungfrau, die künftig jedoch in Weiß auf einem grünen Kreis zu sehen sein wird, wie das Unternehmen bei der Präsentation des neuen Firmensujets mitteilte.

Die Marke ist zu ihrem 40-jährigen Jubiläum nach Ansicht der Firma weltweit so bekannt, dass sie auch ohne Schriftzug auskommt - wie etwa Apple und adidas. Starbucks hat rund 16.000 Filialen in mehr als 50 Ländern. Derzeit laufen die Geschäfte jedoch nicht mehr so gut wie früher. Das neue Logo soll auf diese Weise auch einen unternehmerischen Kurswechsel symbolisieren.

Über Kaffee hinaus denken
„Wir haben die Meerjungfrau aus ihrem Ring befreit, das gibt uns die Freiheit und Flexibilität, auch über Kaffee hinaus zu denken“, sagte Starbucks-Chef Howard Schultz bei der Präsentation des neuen Logos am Mittwochabend (Ortszeit) im Firmensitz in der US-Metropole Seattle. Man habe sich „mehr dabei gedacht als nur: Wir wachen eines Tages auf und denken uns, wir wollen unser Logo ändern.“

In der Wirtschaftskrise, die Starbucks zur Schließung Hunderter Filialen in den USA zwang, hatte das Unternehmen seine Produktpalette bereits kräftig erweitert. In den Kaffeegeschäften gibt es mittlerweile auch Tee und Fruchtgetränke, Lebensmittel und Musik. Außerdem werden Starbucks-Produkte auch in Supermärkten verkauft.

Das vereinfachte Markenzeichen ist zudem nach Angaben der Firma auf neuen Kommunikationsformen wie Facebook und Twitter leichter abzubilden. Das neue Logo passe besser in die Zukunft, sagte Schultz. Dazu passt auch das Verschwinden der Schrift: Sie hatte für die meisten Konsumenten auf dem nun größten Starbucks-Hoffnungsmarkt China ohnehin nur dekorativen Charakter.

Meerjungfrau mit wilder Vergangenheit

Möglicherweise hat sich bei Starbucks auch ein Stückchen unternehmerischer Aberglaube durchgesetzt: Wann immer das Unternehmen bisher seine größten Erfolge eingefahren hatte, war kurz zuvor das Logo verändert worden. Dass die – ursprünglich äußerst freizügig gestaltete – Meerjungfrau dabei auch immer mehr Charakter verlor, wurde in Kauf genommen. Die ursprüngliche Starbucks-Sirene war ein Faksimile einer Darstellung aus dem 15. Jahrhundert. Da war die Meerjungfrau noch barbusig und hatte zwei gespreizte Schwanzflossen. Es war eine von Schultz’ ersten Aktionen als damals frischgebackener Starbucks-Chef, dass er der Sirene die Haare züchtig über die Brüste fallen ließ und die Schwanzflossen zu inhaltsleeren Wellenlinien machte.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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