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Wer nicht wächst, der schrumpft

15.05.2007

Tourismus ist nach wie vor der bewährte Devisenbringer für Österreich. Unsere Leistungsbilanz ist ausgezeichnet, sie hat 2006 einen Rekordüberschuss von 8,2 Milliarden Euro erzielt, der Tourismus hat davon rund drei Viertel erwirtschaftet.

Mit Pro-Kopf-Einnahmen im internationalen Tourismus in Höhe von 1.561 Euro konnte Österreich im Jahr 2006 seine Spitzenposition unter den im europäischen Reiseverkehr bedeutenden Zielländern verteidigen“, betonte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein gleich zu Beginn der Veranstaltung.
Bartenstein wies weiters darauf hin, dass es der Wirtschaft insgesamt gut geht. Nach einem Wirtschaftwachstum von 3,2% im vergangenen Jahr ließen die Prognosen auch für heuer und die kommenden Jahre Gutes erwarten. Man müsse aber immer hart daran arbeiten, denn „die Zügel schleifen lassen bedeutet Stillstand. Und wer nicht wächst, der schrumpft“.

Fußball-Europameisterschaft als Chance nützen
Besonderes Augenmerk lenkt Bartenstein auf die Chancen, die sich im nächsten Jahr aus der Fußball-Europameisterschaft ergeben. Für Österreich und die Schweiz ist die EURO 2008 das bislang größte Sport­ereignis. Das besonders starke Ausmaß an Aufmerksamkeit für Österreich müsse dazu genützt werden, Österreich sowohl als Urlaubsland als auch als Wirtschaftsstandort nachhaltig zu positionieren. Das Wirtschaftsministerium habe daher der Österreich Werbung (ÖW) ein Zusatzbudget von sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit sollen die von der ÖW weltweit geplanten 250 Marketingaktivitäten finanziert werden.
Der Betriebsansiedlungsagentur aba wurde seitens des BMWA eine Million Euro für Standortmarketing – von High-Tech-Produkten bis zur klassischen Industrie, von Umwelttechnik bis zu Verkehrstechnologien – zur Verfügung gestellt.

Chancen für den Wintertourismus
Trotz eines enttäuschenden Nächtigungsrückganges im März 2007 (wohl aufgrund des ungewöhnlich warmen Wetters und des Ausbleibens der Gäste aus Deutschland) konnte die Zahl der Ankünfte im Zeitraum November 2006 bis März 2007 gegenüber dem Rekordniveau des Jahres davor um 1,2 % auf 12,2 Millionen und die Tourismusumsätze um 0,5 % auf 8,23 Mrd. Euro gesteigert werden. Für Bartenstein ist das ein Zeichen dafür, dass in Österreich Angebot und Nachfrage nicht nur vom schneeabhängigen Winter-/Schitourismus geprägt sind, sondern andere Nachfragesegmente, wie Städtetourismus, Kur-/Gesundheitstourismus, Kongress-/Tagungs-/Messetourismus, Weinstraßentourismus oder Donautourismus steigenden Stellenwert im Wintertourismus haben. Die österreichische Tourismus- und Freizeitwirtschaft müsse in diesen Bereichen besondere Anstrengungen unternehmen, um die Abhängigkeit von Schnee und Klimaschwankungen noch weiter abzubauen.

Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr
Im Kalenderjahr 2006 haben die Ankünfte erstmals die 30-Millionen-Marke überschritten und mit 30,1 Millionen ein Plus von 2,7 % gegenüber 2005 – davon 20,2 Mio. Ausländer (+ 1,5 %) und 9,9 Mio. Inländer (+ 5,2 %) – erreicht. Bei den Umsätzen wurde mit 30,38 Milliarden Euro ein Plus von 3,9 % und ein neuer Spitzenwert erreicht. Die Zahl der Nächtigungen hat einen Wert von 119,4 (+0,1 %) Mio. erreicht. Bartenstein zu dieser Relation zwischen den Zuwächsen bei Nächtigungen und Umsätzen: „Das ist ein klares Indiz für den Trend hin zum Qualitäts­tourismus, das auch durch das Plus von 4,9 % bei den Nächtigungen in der 5- und 4-Sterne-Kategorie, ein Plus von 0,6 % in der 3-Sterne-Kategorie und das Minus von 5,8 % in der 2/1-Sterne-Kategorie verstärkt wird.“ „Die Wertschöpfung je Nacht gewinnt an Bedeutung, vor allem bei der gewünschten Orientierung auf Qualitäts- statt Massentourismus“, so Bartenstein. Notwendig sei es daher, auf die dazu nötige Zahl an Fachkräften zurückgreifen zu können. „Die Betriebe müssen heute dafür sorgen, dass morgen und übermorgen die Fachkräfte vorhanden sind, die wir brauchen. Saisonniers aus Thüringen und Sachsen können nur kurzfristig über Lücken hinweghelfen“, so Bartenstein in Richtung Unternehmer.

Konsequenzen aus dem Klimawandel
„Alle reden vom Klimawandel und seinen Folgen, die österreichische Tourismuswirtschaft beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit umweltfreundlichem, nachhaltigem Tourismus“, setzte Bartenstein fort. Gerade der Veranstaltungsort Werfenweng gebe ein gutes Beispiel für nachhaltigen Tourismus und sanfte Mobilität. Auch seien bereits zahlreiche Studien in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse in die laufenden gesetzlichen Regelungen, aber auch im Wege von Förderrichtlinien über Empfehlungen von Interessensvertretungen etc. in die Tourismuspolitik eingeflossen sind. Aktiver Klimaschutz wurde auch im Regierungsprogramm als Ziel der österreichischen Klimapolitik festgeschrieben: Schaffung eines nationalen Klimaschutzprogramms inklusive Klimaforschung und Klimafolgenforschung als Teil der neuen Klimastrategie.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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