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Werben oder sparen

27.11.2003

Die Wirtschaftskammer Österreich denkt seit Monaten über die Zukunft der Österreich Werbung nach. Der 25-Prozent-Eigentümer stellt seine acht Mio. Euro Budgetbeitrag in Frage.

Im Dezember 2002 trudelte am Schreibtisch von Dr. Arthur Oberascher ein gewichtiger Brief ein. Das Präsidium der Wirtschaftskammer Österreich teilte dem Geschäftsführer der Österreich Werbung damals mit, dass man die bisherige Mitwirkung am Projekt Österreich Werbung überdenken werde.
Seitdem wurde nachgedacht und (sofern es seit Redaktionsschluss am Montag keinen überraschenden Vorstoß gab) keine Entscheidung gefunden.
Die WKÖ hatte sich im Rahmen ihrer selbst auferlegten Kammerreform ein umfassendes Kostensenkungsprogramm verordnet. Dazu wurden alle größeren Ausgaben in Frage gestellt, auch jene acht Millionen Euro, die der 25-Prozent-Eigentümer in die Österreich Werbung einbringt.
Sparbudget verweigert
Ob sich denn nicht schon 2004 einiges einsparen ließe, will man an der Kammerspitze wissen. Ein Sparprogramm will Arthur Oberascher aber keinesfalls fahren. „In diesen für den Tourismus sehr schwierigen Zeiten wäre es ein großer Fehler, den Marketingauftritt von Österreich zu reduzieren. Zudem ist unsere gesamte Planung für das Jahr 2004 mit 15. August abgeschlossen. Wir müssen uns dabei darauf verlassen können, dass sich die Eigentümer an ihre vertraglichen Verpflichtungen halten“, sagt Oberascher. Über Alternativen für die Zeit ab 2005 könne man sicher verhandeln.
Eindeutige Rahmenbedingungen wünscht man sich auch in den touristischen Gremien der WKÖ. „Ich bin überzeugt davon, dass die ÖW unter Arthur Oberascher eine ausgezeichnete Arbeit liefert. Ein Ausstieg der WKÖ könnte die Leistungskraft der ÖW in Frage stellen. Und gerade jetzt müssen wir mit voller Kraft auf allen für Österreich relevanten Märkten mit starkem Marketing aktiv sein“, fordert Hans Melcher, Fachverbandsvorsteher der Hotellerie. Und Bundesspartenobmann Hans Schenner bläst ins selbe Horn. „Ich kann den Einsparungsgelüsten des Präsidiums keinesfalls zustimmen“, so der Interessenvertreter. Er appelliert an die Unternehmer, gegenüber der Kammer lautstark auf die Bedeutung der ÖW hinzuweisen. Andererseits wünscht er sich, dass die Herkunft der Finanzierungsmittel von der ÖW stärker ausgelobt wird, um auf diese Weise die Akzeptanz auf Unternehmerseite zu steigern. Und schließlich fordert Schenner eine Entscheidung auf höchster Ebene. „Das müssen Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Kammerpräsident Christoph Leitl direkt verhandeln, alles andere sorgt wohl eher nur für Verwirrung.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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