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Wie baut man ein Luxushotel im Paradies?

01.12.2004

Rund 19 Mio. Euro investierte das Hilton Maldives Resort & Spa in die Neugestaltung seiner Hauptinsel Rangalifinolhu. Dies bedeutete eine doppelte Herausforderung: Erstens, wie verbessert man ein Paradies? Und zweitens, wie lassen sich diese Veränderungen mitten im Indischen Ozean praktisch durchführen?

Die Insel wird im April 2005 mit drei neuen Highlights eröffnen. Es wurde ein neuer Standort geschaffen für 79 luxuriöse Beach Villas die mit bis zu 300 Quadratmetern zu den größten des Landes zählen, viele davon mit eigenem Swimmingpool. Außerdem wurde ein eigenständiges Spa-Village (mit Villas, Spa und Restaurant) auf Stelzen über der Lagune errichtet, jede Villa verfügt u.a. über einen eigenen Behandlungsraum. Zwei Bars und vier Restaurants, darunter auch das weltweit erste gläserne Unterwasser-Restaurant.

Die zweite Herausforderung, die internationale Logistik zu bewerkstelligen und durch straffe Organisation unterschiedlichste Materialien in riesigen Mengen über den Erdball zu bewegen. Und das Hilton Maldives Resort & Spa ist keine unkomplizierte Baustelle, sondern eine von Palmen umgebene, tropische Insel, nur 600 x 300 Meter groß und drei Grad oberhalb des Äquators mitten im Indischen Ozean. Die nächste Stadt (die Hauptstadt Male mit 60.000 Einwohnern) erreicht man mit dem Wasserflugzeug in einer halben Stunde. Die „alten“ 100 Beach Villas, die Restaurants und der Swimmingpool mussten vollständig abgerissen werden, um für neuere und viel größere Einrichtungen Platz zu machen. Während einige Baumaterialien auf den Malediven beschafft werden konnten (in erster Linie Blätter von Kokospalmen, die für das Decken der Dächer verwendet wurden), mussten andere Versorgungsgüter mit dem Schiff zum Resort gebracht werden.

Die Einkaufsliste für das Paradies:

Baumaterialien
• 3.750.000 Kilogramm Zement (75.000 x 50 kg Beutel) wurden auf der nahen Insel Mandhoo zu Blöcken verarbeitet. Hier stellt man im Schnitt 3.000 Blöcke pro Tag her.
• 8 Mio. Kilogramm (160.000 x 50 kg Beutel) Flusssand
• 3 Mio. Kilogramm (60.000 x 50 kg Beutel) feinkörniger Sand zum Verputzen
• 11,5 Mio. Kilogramm (230.000 x 50 kg Beutel) Zuschlagstoffe

All diese Materialien mussten auf zwei Schiffen von je 1.300 Tonnen auf die Malediven gebracht werden. Während der gesamten Umbaudauer fuhren diese ununterbrochen in zehn Tagen nach Indien und Sri Lanka und wieder zurück.

Arbeitskräfte
• 1.000 Bauarbeiter, 90 % davon einheimische Kräfte, die übrigen 10% aus Australien, Neuseeland, Sri Lanka, Bangladesch, Indien, Thailand und ein Mann aus Nepal.
• Dieses Team wurde jeden Tag mit einer Tonne frisch gefangenen Fisch wieder mit neuen Kräften versorgt.

Pflanzen
• Eine Million Pflanzen (80 verschiedene Arten), in Treibhäusern gezüchtet, wurden aus der näheren Umgebung, Indien und Sri Lanka geliefert. Hierin inbegriffen sind:
o 500 Bananenbäume
o 180 Frangipanibäume
o 900 große Bäume – Kokospalmen, Banyan, etc.

Baumaschinen
• 5 SK200 Trockenbagger (groß)
• 3 SK60 Trockenbagger (klein)
• 1 SK25 Trockenbagger (sehr klein)
• 2 Kobelco 7045 Kräne
• 2 kleine Komatsu Lader
• 2 große Komatsu Lader
• 3 Isuzu LKWs
• 2 Traktoren
• 1 Kipplaster
• und eine Raupe

Strohdächer für die Villas
• 30.000 Strohbündel (alle von einheimischen Kokospalmen) zum Decken der Dächer

Farbe & Grundiermittel
• 600 x 20 Liter-Dosen Grundiermittel = 12.000 Liter
• 1.500 x 20 Liter-Dosen Farbe = 30.000 Liter

Und all die Kleinigkeiten aus aller Welt….
• Vorgeschnittenes Bauholz für das Spa Village, aus der umweltverträglichen Forstwirtschaft Neuseelands
• Sauna and Dampfbad für das Spa Village aus Schweden
• Beleuchtung und Beleuchtungsdesign aus Großbritannien
• Das Acryl für Ithaa, dem Unterwasser-Restaurant, stammt aus Colorado in den USA, während das Restaurant selbst in Neuseeland entworfen, in Singapur gebaut und in die Malediven geliefert wurde
• Möbel und Einbaumaßarbeiten aus Bali
• Bauholz für die Landvilla von einer Tischlerei aus Malaysia
• Alle technischen Fabrikmaterialen aus Indien und Sri Lanka

Boote zur Anlieferung der obigen Materialien
• 2 x Ladeschiffe
• 2 x 12 Meter-Dhonis (einheimische Boote, ähnlich den arabischen ‘Dhows’)
• 1 kleine Fähre
• Unzählige angemietete Frachtboote und Dhonis

www.hiltonworldwideresorts.com

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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