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Die verkosteten Spirituosen unter dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss“.

Wie ein Händedruck – der Digestif

14.12.2020

Für Fast Food sind sie nicht gemacht. Aber ein Menü, das zelebriert wird, braucht auch einen würdigen Abschluss. Die kleine ÖGZ-Typologie des finalen Genusses zeigt die Bandbreite dafür auf. Das sind die Sieger.

Take-away mag im Moment Umsätze retten. Doch nach einem Menü sitzen zu bleiben hat eine andere Qualität als hastiger Aufbruch.

Vielleicht sogar mit dem Patron oder dem Koch tratschen und das sind die Momente, auf die sich Stammgäste freuen oder in denen sie zu Freunden werden. Und egal, ob „auf Haus“ oder nicht: Besiegelt wird dieser Moment in der Regel mit einer Edelspirituose. Wann immer die Corona-Verordnungen dieses Wiedersehen in der Gastronomie erlauben, drei Typen von Spirituosen bieten sich an, um anzustoßen. 

Die Traditionsbewussten

Die Talsohle in Sachen Beliebtheit musste der Cognac schon mehrfach durchschreiten. Doch wie der Single Malt ist auch dieser dunkle Bekannte im Digestif-Glas nicht umzubringen. Die reifen Noten der Fasslagerung bringen schließlich die perfekten Aromen – Vanille, Schokolade, Kokos – hervor, die man zum oder statt des Kaffees genießt. Und technisch gesehen konsumiert man geronnene Zeit. 

Die Individualisten

Dass man diese Kategorie zu schätzen weiß, zeigt die Weiterentwicklung traditionell klarer Kategorien. Auch wenn einem Gin, im Fass gereift, nicht schmecken muss – er partizipiert von Aromatik und Prestige der „dunklen“ Spirituosen. Und will vor allem pur genossen werden und nicht im Highball. Das teilt er mit traditionelleren, gelagerten Destillaten wie Grappa, aber auch den sogenannten Zigarren-Bränden, also im Holz gereiften Edelbränden.

Die Regionalen

Womit wir beim alpinen Beitrag zum flüssigen „Danach“ wären. Denn nur wenige Länder verfügen über Obst und das Know-how, es gebrannt zu veredeln, wie Österreich. Vor allem Steinobst ist als „Verdauerli“, wie es der Westen des Landes nennt, nicht zu verachten. Auf ihr Wohl!

ÖGZ-Sieger: Digestif

Thaler: Typische Marille wurde vergoldet

„Während der Tour durch die alte Tischlerei ganz besondere Gerüche wahrnehmen“, verspricht das Gästehaus Thaler einen Blick hinter die Kulissen seiner Brennkunst. Im Inntal wird man „dorthin geführt, wo die Destillate und Liköre produziert werden“.

Zu Beginn rauchig-speckig unterlegte Frucht, mit etwas Luft strahlt die Marille dann klar. Auch am Gaumen überaus saftig und klar nach Marille, dazu gesellen sich etwas Honig und zartes Marzipan im Finish. „So stellt man sich das vor“, lobt die Jury. 

Gästehaus Thaler // Marillenbrand / 42 % / € 25,–  www.gaestehausthaler.at

 

Thaler: Typische Marille wurde vergoldet
Nonino: Mit Fass-Grappa zum ÖGZ-Gold

Die Destillate der Familie Nonino sind einzigartig in ihrer Qualität, Vielfalt, Darbietung und Exklusivität. Seit 1879 widmet sich die Familie der Destillation. Führende Winzer aus dem Friaul beliefern Nonino mit mostreichen, frischen Traubentrestern wertvollster Güte. 

Würzig, würzig! Leder, Räucherfisch und herbe Traubenkerne im Geruch. Viskoses Mundgefühl, Orangennoten, Schokolade und feine Würze, vor allem gegen den Abgang hin. Edelholz und Vanille im Rückaroma. „Toll zu Schmarren, Blauschimmel-Käse oder Tiramisu.“ 

Nonino Distillatori // Nonino Grappa Riserva 8 Years / 43 %  € k.A. / Importeur: www.topspirit.at 

 

Nonino: Mit Fass-Grappa zum ÖGZ-Gold
Frapin: Gold für lebendigen Cognac-Ausdruck

Château Fontpinot darf die Herkunftsbezeichnung „Château“ tragen, weil diese Qualität ausschließlich aus den „Premier Grand Cru du Cognac“-Weinbergen rund um Château Fontpinot stammt. Alles wird auf dem Schlossgut destilliert, gereift und abgefüllt.

„Noisette, bist du das?“ Haselnuss-Duft und dunkle Trauben laden ein. Am Gaumen ist er zugleich nussig, säurig und cremig, dabei mit deutlichem Trauben-Geschmack. Die Würze explodiert förmlich ab dem mittleren Gaumen: Karamell, Nüsse und Fenchelsamen. 

Cognac Frapin // Cognac Fontpinot X.O. / 41 % / € k.A. Importeur: www.bewine.at

 

Frapin: Gold für lebendigen Cognac-Ausdruck

 

 

 

 

Autor/in:
Roland Graf
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