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Wie kaufen Sie ein? Gastronomen und Hoteliers berichten

29.06.2016

„Wo und wie kaufen Sie ein?“, wollten wir wissen. In einem C+C-Abholmarkt? Online bei einem Großhändler? Lassen Sie zustellen? Kaufen Sie direkt beim Produzenten? Kaufen Sie auch Eigenmarken im Großhandel? Woher beziehen Sie Ihre Getränke? Sechs Antworten aus ganz Österreich. 

Recherche: Ute Fuith

Sebastian Pongruber, Strudls, Wien:

"Frische und Qualität der Produkte sind für mich genauso wichtig wie Regionalität, Saisonalität und (vorwiegend) biologischer Anbau. Wir bestellen viele Produkte. Die Zustellung erleichtert Kleinbetrieben wie uns den Arbeitsalltag sehr. Wenn viel im Betrieb zu tun ist und der Produzent die Ware liefert, empfange ich ihn mit offenen Armen. Zum Teil macht es für mich aber auch Sinn, Produkte beim C+C-Großhändler zu kaufen, zum Beispiel unsere niederösterreichische Biomilch oder auch Mehl, Semmelbrösel und vieles mehr. 
Das Brot beziehe ich von einem Bäcker aus Wien, der im Waldviertel produziert, weil es geschmacklich viel besser ist als Massenprodukte. Gemüse und Obst baue ich teilweise selbst im Lungau an und hole es selbst ab. Unseren Kaffee liefert die Rösterei Alt Wien. Ich kaufe auch Eigenmarken von Großhändlern, wenn es ins Konzept passt, die unterscheiden sich oft kaum von Markenprodukten. Getränke mache ich zum Teil selbst oder bestelle sie im Großhandel, insbesonders alkoholische Getränke. Die haben eine gute Auswahl zu einem guten und fairen Preis. Wenn ich etwas Spezielles brauche, finde ich den Weg oft zum Produzenten selbst. Momentan bin ich auf der Suche nach regionalen Anbietern von seltenen Gemüsesorten und Kräutern, die eine gesunde Wirkung haben und die ich in meine selbstkreierten Rezepte einfließen lassen kann.“

Marius Donhauser, Hotel Der Salzburger Hof, Salzburg:

"Wir bestellen primär über Lieferanten, die bei der Hogast im easy going – also online – gelistet sind. Bäcker- und Brauerei-Bestellungen erfolgen per Telefon. Die Waren werden uns ausschließlich zugestellt. Lediglich Deko und Baumaterialien (Kleinzeug) holen wir selbst. Wir kaufen in erster Linie Markenprodukte, vorzugsweise wenn sie über eine Plattform (easy going) erhältlich sind. Über die Online-Plattformen kommen wir ja auch in den Genuss, Spezialanbieter zu erreichen. Die Zustellung der Produkte ist für uns äußerst wichtig."

Reinhard Rois, Landhaus Rois, Schrems bei Frohnleiten:

"Wir kaufen sowohl im Großhandel als auch vor Ort. Fleisch, Gemüse und so weiter kommen hauptsächlich aus der Region. Ich fahre zum Großhandel nach Graz, also zu Metro oder Transgourmet. Mir ist es wichtig, die Ware selbst zu sehen. Vor Ort entscheide ich dann, was ich brauchen kann. Das können auch Eigenmarken sein, wenn die Qualität stimmt. 90 Prozent der Waren kaufe ich vor Ort oder im Großhandel. Der Rest wird von R&S Gourmet Express geliefert."

Richard Hirschhuber, Boutique-Hotel Träumerei #8 & Restaurant Auracher Löchl & Stollen 1930, Kufstein:

"Wir ordern 60 % des Wareneinsatzes – von insgesamt rund 800.000 Euro – online bei Eurogast Riedhart Wörgl. Brot und Gebäck wird von einem Bäcker vor Ort geliefert. Auch das Fleisch kommt von einem örtlichen Metzger und wird ins Haus geliefert. Die Fleischspezialitäten liefert eine Spedition, ebenso die Weine und die Saftspezialitäten. Auch der Käse wird zugestellt. Den Fisch holen wir selbst vom Fischteich, zum Beispiel zweimal pro Woche Forellen. Wild, Rind und Schwein wird von diversen Bauern direkt zu uns geliefert.
Aufgrund unserer Unternehmensgröße erwartet kein Lieferant, dass wir die Ware selbst abholen. Wir zahlen innert der Skontofrist, sodass jeder gerne kostenlos zu uns liefert. 50 % der Waren ordern wir online und 50 % telefonisch. Wir kaufen keine Eigenmarken im Großhandel, sondern nur Markenprodukte. Spezialprodukte gibt es im C+C sowieso nicht als Eigenmarken. Wir kaufen auch keine Fertigprodukte und Pulver. Getränkemäßig bekommen wir die Basisprodukte bei Morandell, Silberquelle, HB Traunstein oder Getränke Fuchs. Bei uns gilt: ohne Zustellung keine Bestellung."

Bernd Karolyi, Mole West, Neusiedl am See:

"Neunzig Prozent unserer Produkte und Zutaten werden geliefert. Wie bestellen entweder telefonisch oder per Fax. Online wird bei uns gar nichts geordert. Fleisch kaufen wir zum Beispiel beim Adeg-Großmarkt Neusiedl oder bei R&S Gourmet Express. Unser Fisch kommt von Aibler, die Weine vom Weinwerk Neusiedl. Die Getränke kommen über Kazian-schütz in Parndorf. Ohne Zustellung würde es in einem Betrieb unserer Größenordnung nicht funktionieren."

Tanja Obernberger, Donauwirtinnen, Linz:

"Wir beziehen unsere Produkte zum Großteil von kleineren Betrieben aus Oberösterreich. Grundsätzliches wie Salz, Servietten, einige Trockenprodukte beziehen wir von Biogast. Die Transparenz über die Herkunft unserer Lebensmittel ist uns besonders wichtig, deshalb weisen wir auch in unserer Speisekarte sowie im Lokal darauf hin. Der Großteil der Produkte ist biologisch oder biodynamisch produziert, unser Brot backen wir selbst. 
Da sich unser Angebot stark saisonal ändert, verändert sich auch die jeweilige Produktpalette. Derzeit wird uns fast alles zugestellt – es kommt aber auch immer wieder vor, dass wir Produkte selbst abholen beziehungsweise Lieferwege mit befreundeten Betrieben zusammenlegen und voneinander holen. Online erfolgt bei uns die Bestellung bei der Biogast. Unsere Getränke beziehen wir von Freistädter beziehungsweise von unserem Saft- und Mostbauern und Winzern. Da wir von sehr vielen unterschiedlichen Produzenten unsere Lebensmittel beziehen, würde es den zeitlichen Rahmen sprengen, alles selbst zu holen. Außerdem wäre es aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll, so viele Extrawege zurückzulegen."

 

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