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Wie viel Nachhaltigkeit wünscht der Gast?

24.09.2009

Die 2. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz, eine gemeinsame Veranstaltung von Mostviertel Tourismus, Niederösterreich Werbung und Club Niederösterreich, fand in Frankenfels im Pielachtal statt

Mag. Andreas Purt (GF Mostviertel Tourismus), Prof. Dkfm. Ernst Scheiber (Club Niederösterreich), Martin Hauthaler (Laschenskyhof), Michaela Reitterer (Boutiquehotel Stadthalle), Heinz Reitbauer (Steirereck) und DI Hans Weiß (Steinschaler Dörfl) freuten sich über die gelungene Veranstaltung

Gut 100 Touristiker, Hoteliers, Gastronomen und Regionalmanager aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn und der Slowakei nahmen an der 2. Mostviertler Nachhaltigkeitskonferenz im Pielachtal teil. Im Mittelpunkt der Vorträge, Präsentationen und Workshops stand die Frage „Wie viel Nachhaltigkeit wünscht der Gast?“.

Denn immer mehr Untersuchungen belegen, dass Reisende ihre Ziele in zunehmendem Maß nach Nachhaltigkeitskriterien auswählen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen gewinnt somit auch im Tourismus stark an Bedeutung. Dazu zählen die enge Vernetzung mit der regionalen Landwirtschaft und weiteren Partnern in der Region, energieeffiziente Maßnahmen, Verantwortungsbewusstsein in der Mitarbeiterführung sowie ein ausgeprägtes persönliches Engagement der handelnden Personen.

Aus der Praxis für die Praxis
Nach der Begrüßung durch LAbg. Michaela Hinterholzer beleuchtete Dr. Werner Beutelmeyer (Market Institut, Linz) die Widersprüchlichkeit vom Reden zum Tun und das steigende Interesse von Reisenden an intakter Natur. Johannes Gutmann, Geschäftsführer der Waldviertler Kräuter GmbH Sonnentor, erläuterte, wie sich nachhaltig und erfolgreich wirtschaften lässt. Erfolgsfaktoren des Unternehmens an einem an sich schwierigen Standort sind unter anderem die enge Vernetzung mit den Lieferanten und die hohe Identifikation der Mitarbeiter.
Im Anschluss berichtete Andrea Bristow über das Konzept ihres „Greenwood Forest Parks“ in Wales. Die Hauptattraktion im ökologisch geführten Erlebnispark ist die weltweit einzige völlig umweltfreundliche Hochschaubahn, bei der sogar Strom produziert wird.

Drei Workshops standen auf dem Programm
Mit „Tourismus und Regionalität“ befasste sich Mag. Alexander Kaiser (siegel+kaiser Tourismusberatung, Kärnten). Das Impulsreferat über die Bedeutung von Biolandwirtschaft hielt DI Reinhard Geßl vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. Die Ergebnisse dieses Workshops wurden in einer eigenen Grundsatzerklärung zusammengefasst, die auf www.nachhaltigkeitskonferenz.at als Download nachzulesen ist.
„New Eco-Marketing im Tourismus“ war das Thema des Workshops, den Mag. (FH) Andrea Dietel (knallgrün-new eco, Berlin) und Christoph Harrach (www.karmakonsum.de) leiteten. Sie gaben spannende Einblicke in die Welt der LOHAS, die Bedeutung und Nutzungsmöglichkeiten des Internets für diese Ziel­gruppe. Einleitend stellte Dr. Manfred Klade (IFZ/Interuniversitäres Forschungs­zentrum, Graz) Ergebnisse der ersten österreichischen Studie über das Konsum- und Reiseverhalten von LOHAS (= Lifestyle of health and sustainability) vor.

Den dritten Workshop zum Thema „CSR im Tourismus“ leitete Hans Ulrich Behm (Regionalentwickler und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Tourismusverbandes). Zur Einstimmung stellte Marco Grüninger (Gfk, Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg) eine Studie über Erwartungen und Verhalten von Reisenden vor. Nach dieser Studie sind rund 7,5 Millionen Deutsche CSR-affin. Die Gruppe ist überdurchschnittlich reisefreudig, wobei ihre Reiseziele weniger „Sonne & Strand“-Ziele sind, sondern vielmehr Destinationen, die mit gemäßigtem Klima, weitestgehend intakter Natur und Kultur punkten.

Energie-Effizienz und Best-Practice-Beispiele
„Erneuerbare Energie als Chance“ war Thema des Vortrags von MR DI Michael Paula (BM für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien). MR Mag. Gerlinde Weilinger (BM für Wirtschaft, Familien und Jugend, Wien) stellte Energie-Effizienz-Initiativen des Wirtschaftsministeriums für den Tourismus vor.
Anschließend präsentierten drei Hoteliers Best-Practice-Beispiele: Michaela Reitterer (Boutiquehotel Stadthalle, Wien) gab Einblicke in die Entstehungsgeschichte ihres Nullenergiehotels. Heinz Reitbauer (Wirtshaus Steirereck am Pogusch, Turnau) und Martin Hauthaler (Hotel Restaurant Laschenskyhof, Wals bei Salzburg) berichteten über ihre Wege, über konsequente regionale Vernetzung in Sachen Kulinarik eine Sonderstellung zu erlangen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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