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Wie werde ich eine Food-Travel-Destination? Teil 2

29.08.2019

Kulinarischer Tourismus wird immer wichtiger. Menschen reisen dorthin, wo ihnen kulinarisch etwas geboten wird. Am besten etwas Einmaliges, was es nur dort gibt. Viele Regionen haben solche Produkte – oft kennt und schätzt man sie aber nur in der jeweiligen Region. Wie kann man das ändern? Wie kann man seine Produkte (und Menschen, die mit ihnen umgehen) zu einer touristischen Attraktion machen?

Eric Wolf, Gründer und CEO der World Food Travel Association, den wir vor einiger Zeit in London auf der FoodTrex kennen lernen durften, gibt Tipps. Er kennt unzählige Destinationen weltweit, die diesen Weg erfolgreich beschritten haben. Ein regionaler Restaurantguide ist noch nicht genug. Und die Aufzählung von Haubenlokalen auch nicht. Aber das Setzen der richtigen Maßnahmen ist auch nicht so kompliziert, wie viele behaupten.

Hier lesen Sie Teil 2 seiner Tipps.

Und hier Teil 1

6. Perfekte Planung

Essen und Trinken sollte nicht Teil einer allgemeinen Roadmap sein, sondern eine eigene Roadmap bekommen. Denn jeder Besucher einer Region wird essen und trinken, aber nicht jeder Golf spielen oder einen kulturellen Event besuchen. Die Frage ist, ob Sie Ihre Besucher kulinarisch überzeugen können! Deshalb brauchen Sie eine F&B-Strategie. Und die kann ruhig 100 Seiten lang sein… für den internen Gebrauch. Der daraus abgeleitete Aktionsplan ist dafür umso kürzer: Eine kompakte Zusammenfassung Ihrer Überlegungen zum Ausbau Ihrer Region in Richtung Kulinarik. Und den sollten Sie zirkulieren lassen.

7. Die Magie des Marketings

Nachdem Sie ein Angebotsbündel geschnürt haben, müssen Sie es bekannt machen. Sie können teure Prospekte drucken oder auf Reisemessen dafür werben oder auf Ihrer Homepage einen Platz für Kulinarik reservieren. Das kann alles helfen. Aber das Beste für Sie ist: Mundpropaganda!

Und wie bekommt man die?

a) Glückliche Besucher sind die besten Botschafter.

b) Gründen Sie ein Netzwerk Ihrer Food Champions: Sie sind das Gesicht Ihrer kulinarischen Destination. Lassen Sie Ihre Champions sprechen!

c) Rekrutieren Sie Influencer. Schauen Sie sich an, wer zu Ihnen passt und bauen Sie eine persönliche Beziehung zu diesen Influencern auf. Nehmen Sie Kontakt zu ihnen auf, kommentieren Sie ihre Posts, laden Sie sie irgendwann in Ihre Region ein.

d) Kreieren Sie Geschichten. Geschichten verkaufen. Auch Influencer lieben Geschichten. Und Besucher. Kreieren Sie Helden! Einen Winzer, einen Bauern, einen Käsemacher…

8. Nachhaltige Ideen

Was tun Sie, wenn die Leute wirklich kommen? Gar in Scharen kommen? Funktioniert Ihr Produkt dann noch? Warteschlangen sind abschreckend und provozieren schlechte Bewertungen. Können Sie Ihr Angebot dezentralisieren?

9. Verlässliche Partner

Sind Ihre Anbieter professionell genug, um auch mehr als den gelegentlichen Besucher zu versorgen? Passt das Serviceangebot? Können Sie das steuern? Haben Sie Spielraum bei den Preisen? Deshalb sollte man am Anfang nicht zu billig sein…

Deshalb sollten Sie Weiterbildungsmaßnahmen ins Auge fassen, gerade wenn Sie mit vielen Anfängern und Small Business Entrepeneurs zu tun haben. Was bei dem Thema oft der Fall ist.

Gibt es genug finanzielle Ressourcen? Zum Beispiel um einen größeren kulinarischen Event zu organisieren? Können Sie da helfen? Haben Sie Erfahrungen mit Crowdfunding? Sponsoring? Förderprogrammen?

10. Langfristiger Erfolg

Auch wenn alles wunderbar läuft: Wer nicht besser werden will, verliert am Ende. Also müssen Sie regelmäßig Feedback einholen. Bei Ihrer Partnern und bei Ihren Gästen. Zeichnen sich erste Kritikpunkte ab? Wo könnten Probleme entstehen? Beugen Sie dem durch Verbesserungen rechtzeitig vor.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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