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Wien, die Stadt am Wiener Wald

29.04.2010

Der neue Geschäftsführer der Wienerwald Tourismus GmbH, Stefan Gabritsch, spricht mit der ÖGZ über zukünftige Strategien, Abgrenzungsschwierigkeiten und die Einzigartigkeit des Wiener Waldes.

Stefan Gabritsch, der neue Geschäftsführer der Wienerwald Tourismus GmbH, sucht die Einzigartigkeit des Wiener Waldes und möchte spezielle Produkte ­entwickeln.

ÖGZ: Was haben Sie vor, im Wienerwald Tourismus zu verändern?
Stefan Gabritsch:
Wir versuchen den Wiener Wald wieder dorthin zubringen, für das er eigentlich schon lange steht: nämlich das Ausflugsgebiet für die Wiener. Aber es soll nicht nur dabei bleiben. Wir sind auch eine Urlaubs- und Nächtigungsdestination, wobei der Wirtschaftstourismus ein sehr wichtiger Faktor für uns ist. Unterstützt wir dies durch die gute verkehrsmäßige Anbindung und Nähe zum Flughafen Wien. Andererseits versuchen wir auch den Urlaubsgast wieder in die Region zu bringen. Wir haben sehr viel zu bieten von der Kultur und Kulinarik über die Sportmöglichkeiten bis hin zur Wiennähe und der Geschichte.
Meine Vision mit Augenzwinkern wäre, dass der Wiener Wald nicht als Wald der Wiener angesehen wird, sondern Wien zur Stadt am Wiener Wald wird.

Es gilt jetzt einmal, dass wir alle Kräfte bündeln, wobei schon das erste Problem ist, zu definieren, wo der Wiener Wald beginnt und wo er aufhört. Ich könnte das natürlich wunderbar darlegen, doch das nützt nichts, bevor es nicht in den Köpfen der Leute, der Einheimischen, die dort wohnen, der Gemeinden und Betriebe, verankert ist. Erst dann kann man es nach außen tragen. Wir hatten schon den Fall, dass jemand gesagt hat, das ihn der Wiener Wald nicht interessiert, da er ohnehin immer nach Gumpoldskirchen zum Heurigen fährt. Der war eigentlich faktisch da, nur weiß er es nicht.

ÖGZ: Dass der Süden Wiens zum Wiener Wald gehört, nimmt man vieleicht nicht so wahr?
Gabritsch:
Ja, das ist leider so, dass  das Weingebiet der Thermenregion nicht als touristisch zum Wiener Wald gehörig wahrgenommen wird. Dabei gilt es auch, einen Mehrwert zu schaffen, damit die Gäste angehalten werden, öfters in die Weinorte zu kommen und zu erkennen, wie schön es hier ist.

ÖGZ: Bearbeiten Sie auch auch die ausländischen Märkte oder beschränken Sie sich auf Österreich und überlassen Sie diese Aufgaben den übergeordneten Organisationen?
Gabritsch:
Selbstverständlich bearbeiten wir nach unseren Möglichkeiten auch ausländische Märkte. Bei den großen Fernmärkten, wie z. B. China, wäre unser Budget natürlich bald zu Ende. Das überlassen wir dann schon der Österreich Werbung oder dem Landestourismusverband.

ÖGZ: Wie geht es mit den anderen Vierteln?
Gabritsch:
Das Problem dabei ist, dass wir eigentlich kein Viertel sind, obwohl es sechs touristische Viertel gibt. Drei davon tun sich, da sie klar abgegrenzt sind und sich auch mit den politischen Vierteln decken, leichter, die anderen haben immer Abgrenzungsprobleme, die der Gast schon überhaupt nicht wahrnimmt.

ÖGZ: Was werden Sie dagegen tun?
Gabritsch:
Wir sind gerade bei einer Strategieentwicklung 2016, bei der es hauptsächlich darum geht, festzulegen, wohin wir eigentlich wollen. Und dabei geht es nicht unmittelbar um Wirtschaftstourismus oder Kulinarik, sondern vielmehr darum, zu klären, was den Wiener Wald einzigartig macht und wie wir die verschiedenen Bereiche bespielen können.

ÖGZ: Kann man da schon etwas dazu sagen?
Gabritsch:
Der Wiener Wald verfügt über große Persönlichkeiten in der Geschichte. Die Habsburger waren oft hier und haben in ihrem Gefolge auch viele Künstler in die Region gebracht. Wir arbeiten z. B. Beet­hovens Wirken im Wiener Wald auf und mittlerweile gilt die Pastorale als die Wiener-Wald-Symphonie.
Es gilt jedoch hauptsächlich die Personen verschiedenen Interessen zuzuordnen und daraus griffige Produkte zu entwickeln, die einzigartig sind.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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