Direkt zum Inhalt

Wien droht Airbnb mit Verfahren

31.01.2019

Die Buchungsplattform Airbnb wird keine Daten der Vermieter an die Stadt Wien liefern. Angeboten wird jedoch, die Ortstaxe einzuziehen und weiterzugeben. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die entsprechende Frist für die Nennung läuft heute ab. Wien droht nun mit einem Verfahren.

Die Plattform sieht die automatisierte Abgabe als Möglichkeit, den administrativen Aufwand für Verwaltung und Gastgeber zu reduzieren. Eine Weitergabe von persönlichen Nutzerdaten, wie sie die Stadt nun fordere, werde aus Datenschutzgründen jedoch abgelehnt, hieß es in der Aussendung. Dies sei nicht vereinbar mit den Vorgaben des österreichischen und europäischen Rechts.

Erklärung von Airbnb

"Wir würden die Ortstaxe gerne so rasch wie möglich auch für die Stadt Wien über die Airbnb-Plattform einziehen, denn die Erfahrung in zahlreichen anderen Städten zeigt, dass eine automatisierte, digitale Lösung sehr gut funktioniert", versicherte Alexander Schwarz, Geschäftsführer von Airbnb Deutschland, Österreich & Schweiz.

Im Wiener Rathaus wird diese Lösung aber nicht akzeptiert. Im Büro des zuständigen Wirtschaftsstadtrats Peter Hanke (SPÖ) verwies man auf die ablaufende Frist. Wenn Airbnb die Daten nicht liefere, werde ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet. Dabei werde zunächst eruiert, um wie viele Datensätze es sich handle.

In Wien geht man davon aus, dass es sich um bis zu 8.000 handeln könnte. Insgesamt steht eine Strafe von rund 245.000 Euro im Raum. Falls es so weit kommt, wäre dies keine Premiere. Fünf derartige Verfahren gibt es laut Rathaus bereits. Zwölf Sharing-Plattformen liefern hingegen Daten.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) kritisierte die Argumentation von Airbnb. "Datenschutz ist ein hochemotionales Thema. Das Verstecken von Einkünften vor der Finanz aber auch", befand deren Präsidentin Michaela Reitterer in einer Aussendung. Die Plattform habe zwar weltweit eine Milliarde US-Dollar für Kommunen eingehoben: "Viel interessanter wäre, wie viele Milliarden Dollar an Steuern und Taxen der öffentlichen Hand vorenthalten werden. Die Gemeindeabgaben sind ja nur ein klitzekleiner Teil davon."
 

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung

Weiterführende Themen

Gastronomie
28.01.2019

Beim neueröffneten Salon Sacher gingen die Eigentümer Alexandra Winkler und Georg Gürtler zurück in die goldenen Zwanziger und kombinierten das mit den 1950er-Jahren. Ungewöhnlich für das Hotel ...

Hotellerie
24.01.2019

Nach Amsterdam, Düsseldorf und Berlin kommt Max Brown im April nach Wien - mit einem Konzept, das klar auf Bourgeois-Bohemiens (Bobos) abzielt.

Tourismus
16.01.2019

Im Jahr 2018 gab es in Wien 6,6 Prozent mehr Lehr-Einsteiger. Besonders stark ist der Anstieg in den Tourismusberufen.

Rendering der Penthouse-Suite
Hotellerie
09.01.2019

Nach der Eröffnung in München am Schwabinger Tor im ersten Quartal 2019 eröffnet mit "Andaz Vienna Am Belvedere" im Wien am 17. April 2019 der zweite Standort der Marke Andaz im deutschsprachigen ...

Werbung