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Der Wettergott war gnädig: Beim Einzug der Teilnehmer blieb es trocken.

Wien ist das Zentrum der Weinsommeliers

09.05.2017

Das Rennen um die Meisterschaft der besten Weinsommeliers aus Europa und Afrika hat begonnen. Heute startet der Wettbewerb „Bester Sommelier Europas und Afrikas“.

 

Österreichs bester Sommelier geht auf Titeljagd: Suvad Zlatic
BM Andrä Rupprechter würdigte in seiner Festrede die Leistung von Annemarie Foidl, Präsidentin der Sommelier Union Austria.

Das Rennen um den Titel „Bester Sommelier Europas und Afrikas“ hat begonnen. Nach einem Eröffnungsakt in der Orangerie Schönbrunn mit Galadinner und Festrede von Bundesminister Andrä Rupprechter - als Gastgeber fungierte die Österreich Wein Marketing - gehen die Teilnehmer heute, Dienstag, an den Start.
Zunächst gilt es für die Wettbewerbskandidaten die erste von drei Hürden zu nehmen. Verteilt auf einzelne Tische heißt es für sie, zahlreiche Getränke zu erkennen und detailliert zu analysieren. Diese können von Wein über Spirituosen, Bier und Sake bis hin zu alkoholfreien Getränken reichen. Meist kommen dafür schwarz gefärbte Gläser zum Einsatz, wodurch ein zentraler Hinweis auf den Inhalt fehlt und alleine das Können von Nase und Gaumen über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Auch ein umfassender schriftlicher Test ist zu bestehen, welcher Detailwissen über Wein genauso umfasst wie die Welt des Käses oder etwa Fachliches über Tee, Kaffee, Spirituosen, Bier ‒ und Zigarren. Komplettiert wird dieser erste harte Tag der Meisterschaft durch praktische Aufgaben aus dem Restaurantbereich. Am Abend werden schließlich die Namen der zwölf Semifinalisten verlautbart.

Für Österreich am Start

Für Österreich geht der Tiroler Diplom Sommelier Suvad Zlatic an den Start. Er qualifizierte sich dafür im Herbst 2014 im Rahmen eines öffentlich ausgetragenen Wettbewerbs gegen knapp 20 Mitbewerber und trägt den Titel „Bester Sommelier Österreichs“.

Zlatic hat seither zum Training an zahlreichen europäischen Wettbewerben teilgenommen und widmet sich täglich mehrere Stunden der Vorbereitung. Dabei zählen Praxis und Theorie genauso dazu wie mentales Training und akkurates Zeitmanagement. Es geht um Präzision, welche an Hochleistungssport erinnert. Suvad Zlatic verfügt zusätzlich über Diplome als Sake Sommelier und Master Sommelier Advanced, entschied den Wettbewerb als Champagne-Botschafter 2015/16 für sich und wurde 2016 zum „Vineus Sommelier of the Year“ gekürt. Vergangenes Jahr bestand Suvad Zlatic die Feuerprobe als österreichischer Kandidat bei der Sommelier-WM in Argentinien mit dem grandiosen 16. Platz von insgesamt 59. Der gebürtige Bosnier kam 1993 nach Österreich, lebt mit seiner Familie in Landeck und ist im Geigers Posthotel in Serfaus als Maître d'hôtel tätig. 

Der Weltmeister kehrt zurück

Durchgeführt wird der Wettbewerb vom technischen Komitee der internationalen Sommelier Vereinigung A.S.I. (Association de la Sommellerie Internationale). Diesem gehört auch Master Sommelier Markus del Monego aus Deutschland an. Für ihn werden dabei alte Erinnerungen wach, konnte er doch die Sommelierweltmeisterschaft 1998 in Wien für sich entscheiden. Was ihm dabei besonders im Gedächtnis geblieben ist? „Das großartige Ambiente der Wiener Hofburg als Wettkampflocation hat mich unglaublich beeindruckt. Aber auch die Kollegialität unter uns Kandidaten. Als Semifinalist kurz vor der Nennung der drei Finalisten erschrak ich fürchterlich, weil ich meinen Zigarrenschneider vergessen hatte. Nachdem mein Name aufgerufen wurde und ich auf die Bühne gehen musste, drückte mir eine Kollegin noch rasch ihren Zigarrenschneider in die Hand.“ Dieses Mal wird Deutschland durch Torsten Junker aus Hamburg vertreten. Was ihm der Weltmeister von damals wünscht? „Ich drücke ihm natürlich die Daumen und wünsche ihm alles Gute. Torsten Junker ist gut vorbereitet und wird dies auch zeigen.“
 

Autor/in:
Alexander Grübling
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