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In Wien schneiden Hotels ohne internationale Markenbindung besser ab als international geführte Häuser.

Wien: Privathotels performen stärker

29.06.2017

Studie: Laut Hotelmarktspezialist Christie & Co behaupten sich Privathotels besser als Ketten.

Wien erfreut sich als Tourismusdestination steter Beliebtheit. Das führte zuletzt dazu, dass immer mehr Hotels entstanden und mehr und mehr Hotelketten auf den Markt drängten. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Hotelbetriebe um 18 Prozent gewachsen. Die durch das Bettenwachstum entstehende Überkapazität drückt folglich auf den – im internationalen Vergleich ohnehin schon relativ niedrigen – Preis.

Der Hotelmarkspezialist Christie & Co erhob nun gemeinsam mit dem führenden Anbieter für Performance-Kennzahlen STR, wie sich die Wiener Hotels in diesem anspruchsvollen Umfeld behaupten. Das Resultat: Hotels ohne internationale Markenbindung schneiden in Wien deutlich besser ab als international geführte Hotels. „Entgegen der Meinung vieler Hoteliers schaffen es die Privathotels also sehr wohl, sich bei der Ratendurchsetzung gegenüber dem stärker werdenden Markt an Kettenhotels durchzusetzen“, konstatiert Studienautor Simon Kronberger, der als Senior Consultant Investment & Letting bei Christie & Co tätig ist. 

Bessere Kennzahlen

Bei der Auslastung ist die Performance von Privaten und Ketten mit durchschnittlich etwa 60 Prozent noch relativ ähnlich, wobei hier die Privathotels bereits um 1,7 Prozentpunkte vor Kettenhotels liegen. Verblüffend ist hingegen der Unterschied bei der Durchschnittsrate: Während Markenhotels auf eine ADR von 88 Euro kommen, liegen Privathotels im Schnitt um fast zehn Euro darüber und erreichen einen Wert von 97 Euro. Daraus ergibt sich auch beim Zimmererlös (RevPAR) ein Unterschied von sieben Euro zugunsten der Betriebe ohne Marke. 

Innovationsbereitschaft

Außerdem zeigt sich, dass die Qualität an Privathotels stetig steigt. Laut einer Befragung der Wiener Privathoteliers konnte die subjektive Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu 2013 deutlich gesteigert werden. Die befragten Hoteliers gaben außerdem an, in die Qualität noch weiter investieren zu wollen. Immerhin 70 Prozent der Eigentümer gaben an, in naher Zukunft in die Hardware investieren zu wollen oder setzen solche Investments bereits um. Nur 30 Prozent wollen – abgesehen von laufenden Instandhaltungen – keine Investitionen setzen. Teilweise wurden dort aber Renovierungen erst unlängst abgeschlossen, oder es handelt sich um neue Häuser. 

Einige Privathotels nützen laut Kronberger auch die Chancen der Digitaisierung sehr gut. Sie setzen dabei auf eine individuelle Vermarktung und verzichten dabei auf eine Kategorisierung des Hauses. „Anders als noch 2013 sind es nun zunehmend Privathotels, die auf die Kategorisierung verzichten und sich durch einen individuellen Marktauftritt differenzieren“, meint Kronberger. Der Experte erklärt, dass die Privathoteliers insgesamt für die Herausforderungen gewappnet sind.

Autor/in:
Daniel Nutz
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