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Wiener Bettenkarussell

03.03.2011

Während die Eröffnung des Wiener Luxushotels Shangri-La geplatzt ist, machen nun kleinere Immobilienentwickler mit neuen Hotelprojekten wie Daniel Jelitzka und 25hours oder Martin Lenikus mit einer eigenen Designhotelmarke auf sich aufmerksam

Mit einem Investitionsvolumen von 11 Millionen Euro entsteht in der Nähe zum Hohen Markt in Wien das erste Designhotel der Unternehmensgruppe Lenikus – die Eröffnung ist für 2012 geplant

Nachdem die Eröffnung des mit Spannung erwarteten neuen Wiener Luxushotels Shangri-La geplatzt ist, rücken nun die beiden, bisher im Hintergrund agierenden Nobelmarken Kempinski und Four Seasons, die Eröffnungen in den nächsten Jahren planen, in den Fokus der Wiener Hotelszene. Das Palais Hansen soll ein Kempinski-Hotel werden und noch 2012 aufsperren. Für 2013 ist die Eröffnung eines neuen Four-Seasons-Hotels im ehemaligen Handelsgericht in der Riemergasse geplant.

Starwood will bleiben
Bereits 2007 hat der Scheich Al-Jaber die Nutzungsrechte des altehrwürdigen Palais Schwarzenberg übernommen; er plante den Umbau des Palais Schwarzenberg zu einem 6-Sterne-Deluxe-Hotel, das bereits 2009 eröffnet werden sollte. Obwohl es eine gültige Baubewilligung gibt, sind die Bagger bis heute nicht vor dem Hotel aufgefahren. Al-Jaber ist dennoch zuversichtlich, dass das Luxushotel im Herbst 2013 eröffnet wird.

Die B & C Industrieholding zieht sich vom Hotelimmobilienmarkt zurück und möchte nach dem Verkauf der Radission Blu Hotels auch die drei Starwood Hotels – Hotel Imperial und Hotel Bristol in Wien sowie den Goldenen Hirsch in Salzburg – verkaufen. „Wir sind Minderheitseigentümer und müssten bei einem Verkauf mitziehen. Unser strategisches Interesse besteht nicht darin, neue Hotels zu kaufen, aber wir möchten langfristig in Wien und Salzburg bleiben“, erklärt Thomas Willms, Starwood-Regionaldirektor für Zentral- und Osteuropa. Derzeit prüft B & C Holding den Verkauf der Imperial AG, aber konkrete Verkaufsgespräche finden im Moment keine statt. „Es gibt allerdings mehrere Interessenten für die Hotels, nicht nur aus Österreich, sondern auch aus Russland und dem arabischen Raum“, bestätigt Willms.

Vor knapp vier Monaten wurde das Radission Blu Palais Hotel in Wien von einem privaten Investor gekauft. Das Haus, das im Luxussegment angesiedelt ist, wird nachjustiert. „Massive Umbaupläne sollen realisiert werden und das aus zwei Palais bestehende Hotel zu einem Boutique-Hotel machen, das weit über dem Standard des nunmehr nicht mehr eröffneten Shangri-La Hotels stehen soll, das als Maß aller Dinge gehandelt wurde“, erklärt Heimo Leitgeb, General Manager im Radission Blu Palais Hotel. Völlig überraschend hat die Shangri-La-Gruppe den Vertrag mit dem Bauträger BAI (Bauträger Austria Immobilien GmbH) gekündigt. „Wir verhandeln aktuell mit Shangri-La, und wie es mit dem Hotel weiter gehen soll, wird in den nächsten Wochen entschieden. Mehr will ich dazu nicht mehr sagen“, erklärt Thomas Jakoubek, Geschäftsführer und Unternehmenssprecher der BAI. Die Frage, ob das Hotel in ein Kerry Hotel – die neue 5-Sterne-Marke der renommierten Hotelgruppe Shangri-La, die Business, Unterhaltung und Erholung verbindet – umgewandelt werden soll, blieb unbeantwortet.

Neue Designhotelmarke
Derzeit wird im Zentrum Wiens beim Hohen Markt, Ecke Kramergasse/Lichtsteg, eine der letzten Baulücken der Wiener Innenstadt geschlossen. Es entsteht mit einem Investitionsvolumen von 11 Millionen Euro das erste Designhotel der Unternehmensgruppe Lenikus, dessen Eröffnung für Anfang 2012 geplant ist und dem weitere vier Designhotels folgen sollen. Das international ausgerichtete 4-Sterne-Superior-Hotel verbindet eine wegweisende ökologische Bauweise mit modernster Architektur. Als Hommage an die berühmte Wiener Werkstätte soll das Hotel dem kunst- und kulturinteressierten Kosmopoliten das Flair der einstigen Wiener Salons vermitteln.

„In all unseren Unternehmensbereichen – Immobilienentwicklung, Designhotels, Weinbau und auch Kunstförderung – verfolgen wir einen gesamtheitlichen Ansatz. Unsere Projekte wollen den Wirtschafts-,
Lebens- und Kulturstandort Wien für die Bewohner und auch Besucher der Stadt noch lebenswerter machen“, so Martin Lenikus, Geschäftsführer und Gründer der Unternehmensgruppe Lenikus, und ergänzt: „Die weiteren Hotels sind in absoluter Zentrumslage. Ich bin überzeugt, dass die City im 4-Sterne-Superior-Segment noch aufnahmefähig ist.“

Das zukunftsweisende Projekt mit architektonischen Wurzeln in den 1910er- und 1920er-Jahren wird auf acht Stockwerken 33 Zimmer und im Dachgeschoß eine Suite beherbergen. Für die Fassadengestaltung zeichnet das renommierte Wiener Architekturbüro BWM Architekten und Partner unter der Führung von Mag. Erich Bernard verantwortlich. Die in dezenten Farben gestaltete Außenfassade besticht durch ovale Fenster. Das Interieur-Design entspringt der Feder von Architekt DI Michael Manzenreiter und ist als „Gesamtkunstwerk“ konzipiert. „Die Zimmer sind so gestaltet, dass jeder Gast sofort in die Atmosphäre des blühenden Wiens eintaucht“, sagt Martin Lenikus.
Darüber hinaus setzt Lenikus auf nachhaltige Bauökologie und errichtet das Hotel als Niedrigenergiehaus Typ A mit einem Heizwärmebedarf von weniger als 25 kWh/m² und einem außeninduzierten Kühlbedarf von weniger als 0,33 kWh/m³. Heizung und Kühlung des Gebäudes erfolgen über einen Grundwasserbrunnen und eine mechanische Lüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung aus der Abluft.
25hours
Die JP Immobiliengruppe hat sich mit dem deutschen Kreativteam von 25hours, einer kleinen deutschen Hotelkette, zusammengetan und realisiert im siebten Bezirk am Weghuberpark ein Haus, das mit den Träumen und Sensationen der Zirkuswelt spielt.
25hours ist eine junge Hotelidee, die Abwechslung im grauen Großstadtdschungel bietet. Sie bietet ihren Gästen zeitgemäße Hotelerlebnisse in individuellen, designorientierten Boutique-Hotels.
Manege frei
„Getreu dem Motto ,Kennst Du eins, kennst Du keins‘ setzt man in Wien auf frische Designwelt, spielt mit Elementen aus der Welt von Tieren, Clowns und Akrobaten und entwickelte einen poetischen Lebensraum für tagträumende Weltenbummler und nachtschwärmende City-Hopper“, erklärt Hoteldirektorin Fanny Holzer. Das Farbkonzept der Suiten des 25hours Hotels ist betont bunt und fröhlich angelegt. Hingucker und raumbildendes Gestaltungselement sind dabei Tapeten mit exklusiven Illustrationen des Künstlers Olaf Hajek. Da tummeln sich bärtige Frauen, jonglierende Clowns und Pferde mit auffällig strammen Waden. Auch in den Suiten wird zurückhaltend mit dem Zirkusmotiv gespielt: Die Badezimmerbeleuchtung macht Anspielungen auf eine Künstlergarderobe, Einbauten haben Optik und Haptik eines Zirkuswagens und Accessoires verweisen auf das verspielte Leitmotiv. „Wir haben sogar Möbel auf Flohmärkten gekauft und restauriert“, ergänzt Holzer.
Ab sofort beherbergen 34 großzügige Suiten mit integrierter Küchenzeile die ersten Gäste. Nach Fertigstellung der zweiten Bauetappe im Herbst 2012 wird das 25hours Hotel Wien zusätzlich über 187 Standardzimmer, Wellness-, Fitness- und Tagungsbereich sowie ein vielfältiges Gastronomieangebot verfügen. „Unter dem Dach gibt es schon jetzt nicht nur eine gute Aussicht – mit dem spektakulären Außenaufzug kann jedermann direkt hoch hinaus. Das Wohnzimmer über den Dächern der Stadt passt sich den Erfordernissen des Tages an und mutiert vom ruhigen Arbeitsplatz (kostenfreies W-Lan) zur gemütlichen Lounge. Wir sind eine Mischung aus Strandbar und Parlamentskantine, nur ohne Sand und Krawatten“, skizziert Holzer das Konzept.
Neben Limonaden verschiedener Brands, Longdrinks und Bieren gibt es auch eine wechselnde Auswahl an österreichischen Weinen. „Zum Essen kommt man eher nicht auf den Dachboden. Aber es gibt immer ein Stück hausgemachten Kuchen oder eine Brettljause mit regionalen Produkten“, so Fanny Holzer.
Irene Stelzmüller

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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