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Unlauterer Wettbewerb und illegale Vermietung: AirBnB-Gäste werden keine Wiener Gemeindebauten mehr von innen sehen.

Wiener Gemeindebauten: Aus für Airbnb-Gäste

14.10.2021

Airbnb nimmt Gemeindewohnungen von Plattform, die Weitervermietung sollte damit Vergangenheit sein. Weitere bundesweite Maßnahmen folgen. 

Die Wiener Gemeindebauten gehören zum Stadtbild und sind weltweit einzigartig. Sie sind vieles, aber sicher keine Unterkünfte für Urlauber mehr. Airbnb hat nun sämtliche Wiener Gemeindebauten von der Plattform genommen, sprich: Wohnungen können in diesen nicht mehr weitervermietet werden.

Einigermaßen absurd mutet an, dass Wiener Wohnen seinen Mietern ohnehin verbietet, Gemeindewohnungen zu vermieten. Aber bisher wurde nicht wirklich seitens Airbnb und Wiener Wohnen dagegen vorgegangen. Das ist jetzt anders. Und zwar nicht nur in Wien. Weitere bundesweite Maßnahmen wurden angekündigt.

Gerichtsurteil

Das Handelsgericht Wien hat kürzlich entschieden, dass städtische Gemeindewohnungen nicht zur Vermietung durch die Plattform angeboten werden dürfen. Airbnb hatte zuvor bereits zugesagt, dies nicht mehr zu tun - aber die Stadt aufgefordert, entsprechende Inserate zu melden. Im Rathaus hielt man das für nicht durchführbar, man pochte auf eine generelle Sperre der Adressen.

Freiwilligkeit

Man nehme nun im Rahmen einer freiwilligen Initiative Angebote im Gemeindebau von der Plattform, hieß in einer Airbnb-Stellungnahme gegenüber der APA. Denn man wolle eine faire und zukunftsorientierte Regulierung für die Kurzzeitvermietung unterstützen. Die Liste sei von der Stadt bereitgestellt worden. Nicht gesperrt wird, falls Kunden ausdrücklich erklären, dass sich die Unterkunft nicht in einem Gemeindebau befindet oder kein wirksames Untermietverbot besteht.

Weiters wird Airbnb alle Wiener Gastgeber regelmäßig darüber informieren, dass Unterkünfte im Gemeindebau im Falle eines Untermietverbotes nicht angeboten werden sollen. Verstoßen Inserate doch dagegen und es wird dies gemeldet, werden sie von der Plattform genommen.

Zudem wird ein bundesweites digitales Registrierungsverfahren für Gastgeber unterstützt. Ein solches gibt es laut Plattform bereits in anderen europäischen Ländern. Weiters wird Airbnb künftig in Kooperation mit der EU-Kommission regelmäßig Kennzahlen über die Vermietungen in österreichischen Städten liefern. Steuerdaten, so wird betont, würden bereits jetzt dem Finanzministerium zur Verfügung gestellt.

Meldestelle

Mieter und Eigentümer umliegender Wohnungen dürfen sich zudem über eine "Nachbarschafts-Support-Line" freuen. Sollten die Kurzzeitgäste in der Nebenwohnung zu laut sein, können sich genervte Nachbarn dort telefonisch beschweren. Airbnb hat aktuell auch ein weltweites Partyverbot verhängt, wie betont wird - lautes Feiern in einer Airbnb-Unterkunft ist damit nicht erlaubt.

Autor/in:
Alexander Grübling
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