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WKW-Präsidentin Brigitte Jank und FG Obmann der Kaffeehäuser Wiens Berndt Querfeld

Wiener Kaffeehäuser feiern den Tag des Kaffees

23.09.2013

Gewinnspiel für Genießer: Beliebteste Kaffeespezialität der Wiener gesucht – Literatur pur am 1. Oktober in vielen Wiener Kaffeehäusern. Jank und Querfeld üben Kritik an Auslegung des Tabakgesetzes.

„Die Wiener Kaffeehauskultur ist legendär und zu Recht Unesco-Weltkulturerbe - eine Melange aus Tradition und Moderne, die den Menschen in dieser Stadt das Leben versüßt. Das Wiener Kaffeehaus übernimmt als Ort der Begegnung aber auch eine wichtige Funktion unserer Gesellschaft“, sagt Präsidentin Brigitte Jank, Wirtschaftskammer Wien und verweist darauf, dass die Wiener Kaffeehäuser auch eine gewichtige Rolle im Tourismusgeschäft spielen: „87 Prozent der Wien-Gäste besuchen ein Kaffeehaus. Das zeigt, dass die Wiener Kaffeehauskultur über die Grenzen hinaus bekannt ist.“

 

Milchkaffee im Vormarsch

 

Jeder Österreicher konsumiert pro Jahr acht Kilogramm Kaffee. Das sind rund zweieinhalb Tassen täglich. Mehr als ein Drittel der Kaffeegenießer gehen zwei- bis dreimal pro Woche in ein Kaffeehaus, rund 19 Prozent sogar täglich. Nahezu die Hälfte der Kaffeeliebhaber bevorzugt ein Stammcafé. Der Gast schätzt vor allem die ansprechende Atmosphäre, bequeme Sitzmöglichkeit, Sauberkeit sowie die Qualität der Speisen und Getränke. Beobachtbar sei, so Berndt Querfeld, Obmann der Wiener Kaffeehäuser, dass die zunehmende Amerikanisierung unserer Gesellschaft sich auch im Konsumverhalten der Gäste widerspiegle. „Bevorzugte der Gast noch vor einigen Jahren einen starken Kaffee, sehen wir heute einen Wandel zum Milchkaffee. Die Wiener Kaffeehäuser sind darauf vorbereitet, denn das ist kalkulierbar“, so Querfeld.

 

Tabakgesetz als Investitionsfalle

 

Wenig erfreut zeigen sich Jank und Querfeld über die unkalkulierbaren Entwicklungen des Tabakgesetzes und dessen Auslegung. Nach der Novelle zum Tabakgesetz zur Trennung von Rauchern und Nichtrauchern schafft die Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs vom Juni 2013 erneut Unsicherheit unter den Kaffeehäusern und Gastronomen. Laut VwGH ist eine Trennung der Räumlichkeiten in Raucher- und Nichtraucherbereiche nur gesetzeskonform, wenn der Nichtraucher beim Besuch eines Kaffeehauses oder einer Gaststätte keinen Raucherraum durchschreiten muss. Damit werde die Behördenpraxis auf den Kopf gestellt, erläutert Querfeld. „Die Kaffeehausbetreiber und Gastronomen haben bei der Raumtrennung bisher viel Geld in die Hand genommen. Jetzt stellt sich heraus, dass die eine oder andere Investition verlorenes Geld ist. Und der Punkt dabei ist, dass es aus heutiger Sicht keine Planungssicherheit für die Kalkulierbarkeit neuerlicher Investitionen gibt“, bedauert Querfeld. Die hohe finanzielle Belastung durch z.B. kräftige Abgaben- und Gebührenerhöhungen führt mittlerweile dazu, dass rund 70 Prozent der Kaffeehausbetreiber und Gastronomiebetriebe ihren Eigentümer wechseln.

Präs. Jank dazu: „Bis jetzt hat die Regelung in der Praxis gut funktioniert. Laut einer Umfrage halten zwei Drittel der Österreicher den österreichischen Weg des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie für gut. Auch deswegen, weil sich die allein in Wien rund 2000 betroffenen Betriebe mit zum Teil erheblichen Investitionen in Raumabtrennungen und zusätzliche Belüftungen bemüht haben, ihren Gästen die beste Lösung zu bieten. Daher ist von der Politik jetzt eine gesetzliche Klarstellung gefordert. Denn die Unternehmen, die viel Geld in den gesetzlich vorgeschriebenen Umbau investiert und für den Umbau auch eine behördliche Genehmigung bekommen haben, müssen sich darauf verlassen können, dass das auch hält. Rechtssicherheit muss hergestellt werden!“

Gewinnspiel für Kaffeegenießer

Seit nunmehr 330 Jahren ist der Kaffee in Österreich präsent. Sein Ursprung ist eng mit der Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1683 verbunden. Die von den Türken zurückgelassenen Bohnen erweckten unter der Wiener Bevölkerung bald reges Interesse. 1685 eröffnete das erste Kaffeehaus. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnten Kaffeeliebhaber bereits unter 89 Kaffeehäusern wählen, um die Wende zum 20. Jahrhunderts unter 1.200 und hundert Jahre danach weist die Statistik rund 2.600 Betriebskonzessionen aus. Darunter befinden sich rund 900 Kaffeehäuser, 800 Kaffee-Restaurants und 900 Espressi, Stehcafés oder Kaffee-Konditoreien. Wohin die Reise des Kaffeegeschmacks in dieser Stadt geht, will die WK Wien von den Kaffeehausgästen wissen. Ab sofort kann man bis Ende Oktober auf www.wko.at/wien/besterkaffee für seine persönliche Kaffeespezialität – wie beispielsweise Melange, kleiner Brauner, Mokka, Einspänner, Kapuziner – voten. Unter allen Teilnehmern werden fünfzig Frühstücke für je zwei Personen in den Wiener Kaffeehäusern verlost.

 

1. Oktober ist der „Tag des Kaffees“

 

Die Wiener Kaffeehausbetriebe zelebrieren am 1. Oktober den „Tag des Kaffees“ mit zahlreichen literarischen Lesungen. In Kooperation mit der Vereinigung der europäischen Kulturinstitute sowie Kulturabteilungen europäischer Botschaften EUNIC mit dem Auftrag die Rolle der Kultur in Europa zu erweitern lesen an diesem Tag folgende prominente Persönlichkeiten aus bekannten Werken:

18 Uhr: Ronald Rudoll, Café Hummel, 8., Josefstädter Straße 66; Nicole Beutler, Café Central, 1., Herrengasse 14; Mercedes Echerer, Café Bräunerhof, 1., Stallburggasse 2; Cornelius Obonya, Café Museum, 1., Operngasse 7.

20 Uhr: Zdenka Hartmann Prochazkova, Café Schwarzenberg, 1., Kärntner Ring 17; Sabine Haupt, Café Landtmann, 1., Universitätsring 4; Karl Markovics, Café Sperl, 6., Gumpendorfer Straße 11; Peter Ahorner, Café Prückel, 1., Stubenring 24; Stefan Fleming, Café Korb, 1., Brandstätte 9; Barbara Petrisch, Café Weimar, 9., Währinger Straße 68.

Aktionen zum „Tag des Kaffees“ gibt es österreichweit. Als Dankeschön für die Kaffeehaustreue erhalten Gäste an diesem Tag, solange der Vorrat reicht, einen Display-Cleaner für Handys mit dem Schriftzug „I love Kaffeehaus“.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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