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Winetimes.at kürt: Die Weine des Jahres

16.11.2005

Weisswein des Jahres.

Rudi Pichler, Riesling Achleiten Smaragd 2004. Gross. 96-98 Punkte.

Rauchig, tabakig, wie jedes Jahr ist vorerst die typische Mineralik der Lage im Vordergrund, mit etwas Luft mischen sich würzige Aromen von Löwenzahn und ein Hauch Thymian dazu, bis endlich ein ganzer Fruchtkorb aus dem Glas strömt, von Marillen bis Papaya finden sich jede Menge Nuancen, die es einem schwer machen, den Wein noch in den Keller zu legen, obwohl man genau weiss, dass er in ein paar Jahren noch viel besser sein wird.
Am Gaumen wieder saftige Frucht und mineralische Würze, unglaublich rund, komplex und dicht, Power, Eleganz, Struktur und unglaubliche Länge zeigen sich jetzt schon, obwohl dieser Wein noch im embryonalen Stadium ist. Das ist grosser Wein. Mit Sicherheit einer der besten Rieslinge des Jahres. Trinkspass, perfekter Speisenbegleiter und Potential für Jahre.
Reifen lassen, dieser Wein braucht Zeit. Am besten zwischen 2008 und 2015.

Rotwein des Jahres.

Franz Weninger, Blaufränkisch Dürrau 2002. Gross. 96 Punkte.
Tiefer, vielschichtiger Duft nach Brombeeren und Amarena-Kirschen, ein ganzer Fruchtkorb dunkler Beeren, ein Kräutersträusslein und feine mineralische Noten, sowie zarte schokoladige Röstnoten. Am Gaumen saftige, extraktsüsse Frucht mit viel Kraft und Komplexität, feine, schon sehr schön eingebundene Tannine, elegantes Spiel und tolle Struktur, viel Biss und Power, köstlich, animierend und nahezu unendlicher Abgang. Ein Wein, der sich auch international jeder Verkostung stellen kann, dabei aber seine Herkunft nicht verleugnet. Reifen lassen, dieser Weine hält sehr, sehr lange. Empfehlung: 2007-2020.
Süsswein des Jahres.

Weingut Lentsch – Zur Dankbarkeit, Pinot Noir TBA 2002. Einzigartig. 100 Punkte.
Dieser Wein hat mich schon vor einem Jahr fasziniert, damals noch als Fassprobe. In der Zwischenzeit übertrifft dieser Wein meine kühnsten Erwartungen. In der Nase ganz sortentypischer Duft nach Himbeeren, grünem Tee, Kräutern, etwas Waldhonig und einem Hauch süsser Holzwürze. Am Gaumen honigsüsse Frucht, spielerisch elegant, füllt den Gaumen völlig aus und spielt dabei alle Aromen aus, ein Feuerwerk entfaltet sich ganz langsam und unaufhörlich, dabei niemals dick und sättigend, sondern animierend, ein Süsswein, bei dem das Glas immer zu schnell leer ist, mit feiner mineralischer Struktur, die ihn fast schlank erscheinen lässt, dabei aber Power und Spiel - unglaublich; lassen Sie sich nach einem tollen Essen ein letztes Glas in Podersdorf einschenken, nach Wien chauffieren und wundern Sie sich nicht, wenn Sie, ohne die Zähne zu putzen, schlafen gehen. Dieser Wein hat keinen Abgang, er verlässt den Gaumen einfach nicht mehr. Obwohl diese TBA eine perfekte Speisenbegleitung ist, empfehle ich ihn ganz einfach zu trinken. Besser geht’s nicht. Dieser Wein hat nur einen einzigen Fehler. Es gibt viel zu wenig davon. Trinken, wann immer man Lust drauf hat, mindestens bis 2025.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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