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Im Jahr 1454 wurde der Stadt Laa an der Thaya das Braurecht verliehen. 1847 kaufte Familie Kühtreiber die Brauerei.

Wir wollen nicht „Craftbier“ sein

24.04.2017

Wie sich die Hubertus-Brauerei als Landbrauerei positioniert und warum man mit „Craftbier“ nichts zu tun haben will.

Das 150-Hektoliter-Sudhaus wurde 1987 neu erbaut.

Zum Selbstbild vieler Brauereien gehört es heute noch, sich nicht nur räumlich, sondern auch geschichtlich zu verankern. Brauereien mit langer Tradition sind auch heute noch meist lokale Unternehmer. Das ist bei Hubertus Bräu in Laa an der Thaya nicht anders: Am Etikett wird damit geworben, dass es Bier aus dieser Brauerei seit 1454 gibt. Das Logo zeigt ein Kruzifix im Hirschgeweih und ist eine Anspielung auf den heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jäger, der der Legende nach vom „Unheiligen“ zum Heiligen mutierte, nachdem er eine Vision hatte. 

Visionen hat auch Hermann Kühtreiber. Der Hubertus-Bräu-Geschäftsführer ist in sechster Generation im Familienbetrieb tätig. Vor über 560 Jahren wurde das Braurecht verliehen, bis zum Jahr 1847 hatte die Stadt Laa das Braurecht verpachtet. Anton Kühtreiber kaufte in diesem Jahr Braurecht und Brauerei und legte damit den Grundstein für das heutige Hubertus Bräu. Dem heutigen Geschäftsführer – er ist auch Braumeister – ist die Nähe zur Geschichte, zur Identität wichtig. 

Hubertus sei eine klassische Landbrauerei, und das solle auch so bleiben, betont Kühtreiber. Dazu gehöre ein eigener, vollwertiger Lkw-Fuhrpark. „Damit klappern wir Kunden ab.“ Zwar sei Hubertus auch über den Getränkegroßhandel erhältlich, allerdings nicht mit dem ganzen Sortiment. 

„Regional verankert“ heißt im Fall von Hubertus, dass das Gros der Kunden in Niederösterreich (nördlich der Donau) beheimatet ist. „In Wien sind wir einer von vielen, die um jeden guten Kunden kämpfen“, betont er. Kunden, die weiter entfernt sind, etwa im Burgenland, werden über lokale Partner beliefert. 

Der Ausstoß liege bei 35.000 bis 40.000 Hektolitern jährlich, das 150-Hektoliter-Sudhaus wurde 1987 neu erbaut. Derzeit werde in erster Linie in „Kunden investiert“, so Kühtreiber. Sprich: Festgarnituren, Ausschankanlagen, Angebot von Werbemitteln.

Aber zurück zum Bier: Märzen, Pils, Lager, Weißbier – das seien in Österreich populäre Bierstile, weiß Kühtreiber. Zum Thema „Craftbier“ befragt, sagt er, dass es sich dabei um eine Modeerscheinung handle, mit einem Gesamtausstoß im Promillebereich. „Ich lebe sehr gut ohne IPA“, sagt Kühtreiber. Und: „Hubertus-Bräu wird man sicher nie am Craft Bier Fest antreffen“, betont er die Ausrichtung als traditioneller Anbieter mit klassischen Bierstilen. Zu den Bestsellern von Hubertus zählen das Märzen, das Pils, auch das Herrnpils sowie saisonal das Bockbier. Zudem gibt es zwei Radler im Sortiment. Einer davon, der naturtrübe, ist sogar ohne Fructose hergestellt. Und darauf ist Kühtreiber stolz: „Ein guter Radler gelingt einem Braumeister bald einmal, wenn der Fructose-Anteil bei vier Prozent liegt.“ 

Naturhopfen, keine Pellets 

Eine weitere Besonderheit von Hubertus-Bräu ist die Verwendung von Naturhopfen. Das Bier wird zudem nach achttägiger Gärzeit bis zu zwölf Wochen im Tank gelagert. Das ist ungewöhnlich lang. „Ich sehe mich als klassische, konservative Landbrauerei, die einen gleichmäßigen und klassischen Biergeschmack produziert, der auch bei meinen Kunden ankommt. Experimente mit Geschmack überlasse ich den Kleinen bzw. den ganz Großen, die sich dafür eine eigene Brauerei leisten können.“ Und das soll auch so bleiben, wenn es nach ihm geht.

Autor/in:
Alexander Grübling
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