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800 Artikel aus österreichischen und deutschen Leitmedien (Print) wurden untersucht.

Wird der Tiroler Tourismus schlechtgeredet?

28.11.2017

Der Ruf des Tiroler Tourismus ist in den Medien überwiegend positiv. Mängel gibt es in der Ansprache der Einheimischen. 

Der Tourismus ist in Tirol ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Dennoch beklagen Tourismusvertreter gerne, dass die Branche in der Öffentlichkeit oft schlecht dargestellt wird. Das wiederum hat APA-DeFacto, österreichischer Anbieter für Medienbeobachtung & Media Intelligence, veranlasst den Tatsachen auf den Grund zu gehen. Beauftragt vom PRVA Tirol (Public Relation Verband Austria) hat APA-DeFacto eine Medienresonanzanalyse über den Tiroler Tourismus erstellt.

„80 Prozent der Berichterstattung war reputationsfördernd, nur sieben Prozent negativ“ zählte Klemens Ganner die wichtigsten Eckdaten der Studienergebnisse bei der kürzlich erfolgten Präsentation im Hotel aDLERS in Innsbruck auf. Der APA-DeFacto-Geschäftsführer sieht darin ein ebenso „klares wir für manche überraschendes Ergebnis“. In Summe sei die Berichterstattung über den Tourismus in den Medien sehr sachlich und überwiegend positiv. Konkret gebe es in 33 Prozent aller Artikel eine positive Tendenz, 60 Prozent neutral bzw. ambivalent und nur 7 Prozent klar negativ.

Intensive Berichterstattung

Im Zeitraum von Juli bis Oktober 2017 wurden für die Medienanalyse mehr als 800 Artikel aus österreichischen und deutschen Leitmedien und zwar ausschließlich Printmedien von BILD Zeitung bis Süddeutsche, Die Presse, Standard, Kurier, Kronen Zeitung, Tiroler Tageszeitung, Salzburger Nachrichten, Kleine Zeitung, Wiener Zeitung, etc. untersucht. „Über den Tourismus wird so viel berichtet wie über keine andere Branche, mit Abstand am intensivsten in der Tiroler Tageszeitung, wo allein 40 Prozent aller touristischen Artikel erscheinen“, so Klemens Ganner.

In erster Linie werde über Wirtschaftsthemen, Attraktionen sowie Polit-Diskussionen, Projekte und Umweltfragen berichtet. Der touristische Arbeitsmarkt, so zeigt die Analyse, gehört nicht zu den Top-Themen im Ranking, ist aber ebenfalls großteils positiv behaftet. In den Top Ten der medial genannten Personen liegt Tirols Landeshauptmann Günther Platter mit 71 Nennungen gefolgt von Franz Hörl mit 24, Gerald Hauser mit 21 und Josef Margreiter mit 20 Nennungen voran.

Aktivitäten auf den Zielmärkten

Im Anschluss an die Präsentation diskutierten Vertreter des Tiroler Tourismus über die Studie. Eines der zentralen Ergebnisse: Die Aktivitäten auf den Zielmärkten seien hochprofessionell. Bei der Kommunikation mit der Tiroler Bevölkerung und auf dem Arbeitsmarkt gebe es aber noch Luft nach oben. „Wir brauchen eine Strategie, wer was kommuniziert. Es kann nicht sein, dass alle unkoordiniert nach außen gehen“, sagte Oliver Schwarz, Geschäftsführer des Ötztal Tourismus. In die gleiche Kerbe schlug Peter Trost, Geschäftsführer der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Tirol: „Derzeit redet jeder nur für seinen Bereich vom Seilbahner bis zum Gastronomen. Das müssen wir lösen.“

Um die viel diskutierte Tourismusgesinnung im Land zu steigern, solle man mehr auf die Sorgen der Bevölkerung eingehen, meinte TT-Chefredakteur Alois Vahrner: „Das reicht vom Verkehr über Preise bis zu Umweltthemen. Und es ist notwendig, offen und ehrlich zu kommunizieren.“

Autor/in:
Barbara Egger
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