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Wirt am wort

08.07.2010

Nach einer selbst auferlegten Nichtraucherphase im Jahre 2008 weiß man bei Wein & Co, was Gäste wünschen. Ein Umsatzrückgang von rund 20 Prozent zwang mich in meinen fünf Barbetrieben, das Rauchverbot nach einigen Monaten wieder aufzuheben.

Heinz Kammerer, Wein & Co

Das ab 1. Juli geltende Tabakgesetz wird die Wein & Co-Bars – diesmal unfreiwillig – allerdings wieder zu Nichtraucherlokalen umwandeln.Sehr zu meinem Leidwesen: Als klassische Einraumgastronomie sehen wir derzeit einfach keine Möglichkeit für Umbauten, die auch dem Gesetz entsprechen. Besonders schmerzlich ist dies, weil ja anstelle eines generellen Rauchverbots in 90 Prozent der Lokale weiterhin gequalmt werden darf.

Mit dem Nichtraucherschutz hat dieses Gesetz nichts zu tun, wenn rund 15.000 kleine Lokale quasi zu Raucherhöhlen umfunktioniert werden. Die Leute gehen schließlich dorthin, wo geraucht werden darf. Dass dies in Nichtraucherlokalen zu Umsatzeinbrüchen und in der Folge zum Abbau von Arbeitsplätzen führt, liegt auf der Hand. Es ist kein Nichtrauchergesetz, sondern ein
Gastronomievernichtungsgesetz.

Noch schlimmer ist aber die Tatsache, dass es ein Gesetz ohne mögliche Vollziehbarkeit ist – die Polizei fühlt sich nicht zuständig, die Verwaltungsbehörden haben zu wenig Personal. Nun wird die Bevölkerung aufgehetzt, Verstöße zu ahnden. Es kann doch nicht sein, dass Rauchersheriffs durch die Lokale ziehen und Raucher beziehungsweise Betriebe anzeigen. Das erinnert an dunkle Zeiten!

Falls Sie sich betroffen fühlen, schicken Sie uns bitte ein E-Mail: gast@wirtschaftsverlag.at oder ein Fax: 01/546 64-360

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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