Direkt zum Inhalt

WIRT am Wort

12.01.2011

Wer über schlechtes Service in der heimischen Gastronomie lamentiert, möge nach Lateinamerika fahren: Ich habe zehn Wochen in Brasilien, Chile, Peru, Ecuador und Costa Rica gegessen, getrunken und geschlafen und habe kaum irgendwo in diesen Ländern professionelle Bedienung erlebt.

Dr. Stefan Gergely

Im Regelfall war das Service mittelmäßig bis mäßig; so wollte ich an einem sonnigen Tag im Schanigarten des Nobelhotels Ritz Carlton in Santiago de Chile eine Kleinigkeit essen; es waren genug Plätze frei, aber die Kellnerin meinte, ich solle doch lieber drinnen Platz nehmen, weil das Service auf der Terrasse so langsam sei. Auf meine erstaunte Rückfrage, wie ich diese Aussage in einem 5-Sterne-Hotel verstehen solle, wiederholte sie lapidar ihre Meinung. Also nahm ich im Innenbereich des Hotels Platz – das Service war aber auch hier nicht flotter als draußen.

In einem anderen gehobenen Lokal bestellte ich eine Flasche Cabernet Sauvignon Rosé durch klar sichtbaren Fingerzeig auf den entsprechenden Eintrag in der Karte – serviert wurde ein im Eiswasser gekühlter Rotwein (Missverständnisse sind, mit Ausnahme von Brasilien, unwahrscheinlich, weil ich glaube, mich auf Spanisch und Englisch gut genug verständigen zu können).

Lobenswerte Ausnahmen von diesen unerfreulichen Eindrücken konnte ich immerhin in Buenos Aires machen: Hier passt das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Regel ebenso wie die Qualität im Service. Aber im summarischen Vergleich meine ich, dass die österreichische Gastronomie den von mir besuchten lateinamerikanischen Pendants turmhoch überlegen ist.

Dr. Stefan Gergely, Schlossquadrat, Wien

Falls Sie sich betroffen fühlen, schreiben Sie uns: gast@wirtschaftsverlag.at (Fax: 01/546 64-360)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Am Wort
02.02.2012

Wer über das Niveau im heimischen Tourismus nörgelt, dem empfehle ich eine Reise in die Südsee.

Christine ­Salchenegger, Krah-Krah, Bermuda-Bräu, Wien
Am Wort
12.05.2011

In jüngster Zeit wird über die Ausweitung der Sperrstunde in Wien von vier auf sechs Uhr diskutiert, und ich kann nur hoffen, dass diese Verlängerung auch kommt.

Raimund Mann, Landgasthof Mann, Königsbrunn/Wagr.
Am Wort
20.05.2010

Wildgerichte sind immer ein besonderer USP, den ein Wirt seinen Gästen bieten kann. Ich habe das Glück, an der Schnittstelle zu sitzen, da ich einerseits selber Jäger bin, andererseits aber auch ...

Tourismus
25.03.2010

Schlossquadrat-Wirt Stefan Gergely über die erfolgreiche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern und den Vertrauensschutz der Wirte.

Alois Schober, Giersterbräu,Gierstergasse 10, Wien 12
Am Wort
25.03.2010

Die größten Sorgen bereitet mir momentan die Mitarbeitersuche. Alle, die in der letzten Zeit gekommen sind, hatten im Endeffekt keinen Antrieb oder die schulische Vorbildung war eine Katastrophe ...

Werbung