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Wirtschaft ist Kreativität und Lebensgefühl: Die neue Lust am Kochen

26.07.2004

Eine besserte Vernetzung von Künstlern, kreativen und „traditionellen“ Unternehmern ist ein Ziel der Initiative forum mozartplatz, raum für wirtschaft + kultur.

„Neben den traditionellen Zugängen von Unternehmen zur Kunst - Kunstsponsoring, Kunst als Imageträger oder als Teil der regionalen Standortförderung - sind zunehmend neue Kooperationsformen zu beobachten. „Vermehrt arbeiten Unternehmer mit Künstlern, Designern und Architekten zusammen, um auf den immer komplexer werdenden Märkten einen Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen und so die Wertschöpfung zu erhöhen,“ beschreibt Anja Hasenlechner, Obfrau des Vereins forum mozartplatz, raum für wirtschaft + kultur die Schnittstelle von Wirtschaft und Kunst. „Mehrwert bedeutet aber auch immaterielle Werte wie soziale Verantwortung oder gesellschafts-politische Nachhaltigkeit.

Die zweite Veranstaltung des forum mozartplatz hat die Auswirkungen des Kochbooms auf die Wirtschaft zum Thema. Kochkurse, Kochbücher und Magazine drängen in unglaublicher Vielzahl auf den Markt. 1980 gab es 15 Haubenköche in Österreich – heute sind es 400“, umreißt Anja Hasenlechner das gesteigerte Interesse am „guten Essen“ und deren Produzenten. Kochen wird zur Kunst stilisiert. „Vermutlich auch wegen der Breitenwirkung von Fernseh-Stars wie Jamie Oliver wurde eine Leidenschaft fürs Kochen entfacht, die Auswirkung auf Design, auf Tisch- und Trinkkultur und auf die Architektur von Küchen, Restaurants und Bars hat.“

Parallel zur Diskussionsveranstaltung Anfang Juli zeigt das forum mozartplatz in einer Ausstellung den künstlerischen Anteil am Kochboom: Werke der Foodfotografin Luzia Ellert aus dem Buch „Johanna Maier- die beste Köchin der Welt“ werden ausgestellt, sowie Elfie Semotans legendäre Inszenierug der Plakatserie für Römerquelle. Beteiligt sind zwei junge Designer-Duos - Element Design mit Kombuchaflaschen, LUCY.D mit einer Gläser- und Tellerkollektion. Weiters zeigen die Firmen Lobmeyr und Augarten Wien außergewöhnliche Glas bzw. Porzellanprodukte. Die BEHF präsentieren die Architektur der Restaurants Fabio’s und Yellow.

Zahlen und Fakten zum Boom
Fast jeder TV-Sender leistet sich heute eine eigene Kochshow. Jamie Oliver ist allerdings immer noch unübertroffen – er hatte in der Zwischenzeit 3 Kochsendungen: auf RTL 2 kam er im Herbst 2003 6 Mio. Zuschauer. Sein Kochbuch „Genial Kochen“ wurde in 53 Sprachen übersetzt. Auch beim ORF kann er sich trotz eher schwieriger Sendezeiten über höchst erfreuliche Quoten erfreuen.

Die Gastronomie
Die Anzahl, der Haubenköche stieg in den letzten Jahren enorm an. So gab es in den 80iger Jahren nur 20 Haubenköche, heute sind es über 400. Der Verlust einer Haube wird für Deutschland auf Umsatzeinbußen von 100.000 bis 250.000 Euro geschätzt. Für Österreich werden folgende Zahlen 145.000 bis 218.000 Euro Verlust genannt.

„Lust am Kochen. Ein Boom und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft“. Die Ausstellung läuft noch bis 29. Juli 2004 am Mozartplatz in Wien 4.
Weitere Informationen: http://www.forum-mozartplatz.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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