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Keine Fachkräfte, weniger Gäste: Die Zahl der Gasthäuser nimmt ab. Dabei ist das Wirtshaus mehr als ein Ort für Speis und Trank.

Wirtshaussterben: Was tun?

18.04.2019

Die Zahl der Landgasthäuser sinkt weiter. Zeit, um gegenzusteuern.

Entwicklung laut WKO

Eine heftige Debatte gab es zuletzt im deutschen Bundestag. Die Parlamentarier stritten über sinnvolle Maßnahmen gegen das Wirtshaussterben. Denn der Facharbeitermangel setze vor allem jenen Betrieben abseits der großen Metropolen zu. Das Dorfwirthaus als sozialer Ort, als Begegnungszentrum gelte es zu erhalten, nur über das Wie war man sich letztlich nicht einig. 
Ähnlich die Situation in Österreich. Mario Pulker, WKO-Fachverbandsobmann für die Gastronomie, dazu zur ÖGZ: „Gerade im ländlichen Bereich braucht es einfach ein Bekenntnis der Gemeinden für die Erhaltung der Gasthäuser.“ Wenn Gemeinden ihre Wirtshäuser erhalten wollen, dann müsse auch entsprechend investiert werden. Beispiele gäbe es genug, etwa wenn die Kommunen den Erhalt oder Neubau von Festsälen finanzieren.

Europaweiter Fachkräftemangel 

Neben dem Thema Regularien (etwa Betriebsanlagengenehmigung) und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist natürlich das Thema Fachkräfte brennheiß. Was zu sagen ist: Die Bemühungen von politischer Seite, hier Impulse zu setzen, etwa durch eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte oder durch eine (regionale) Erweiterung der Mängelberufsliste auf Köche und Servicepersonal, verpufften mittlerweile. Der Grund ist relativ naheliegend und hat mit der eingangs erwähnten deutschen Situation zu tun. Denn den Fachkräftemangel in der Gastronomie und Hotellerie gibt es nicht nur in Österreich. 

Insofern rächen sich aus Unternehmersicht die Fehler der Vergangenheit, als Österreich versuchte, den Arbeitsmarkt so lange wie möglich für die Bürger aus den neuen EU-Ländern zu verschließen. Pulker: „Vor vier Jahren hätten wir noch gute Chancen gehabt, Fachkräfte aus Kroatien nach Österreich zu holen. Heute sind diese entweder schon in andere EU-Länder emigriert oder haben einen guten Job in Kroatien und wollen nicht mehr weg.“ Auch in Kroatien sind 40.000 Fachkräfte mit Bewerbern aus anderen Staaten wie Bosnien etc. besetzt.

Autor/in:
Daniel Nutz
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