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Witzige Aktion gegen Nazibier

06.02.2020

BrewDog stellt rechtsradikalen Wirt bloß, der Nazibier vertrieben hatte. Und feiert damit einen Werbeerfolg in den Sozialen Medien.

Im Januar sorgte der Verkauf des Nazi-Bieres „Deutsches Reichbräu“ in einem Getränkemarkt in Sachsen-Anhalt für Entsetzen. Jetzt zeigte die schottische Brauerei BrewDog, was sie von der „braunen“ Konkurrenz hält und setzte mit einer cleveren Aktion ein klares Zeichen gegen rechts. Und machte dabei auch gute Werbung für sich selbst. In den sozialen Netzwerken bekam sie dafür prompt viel Lob.

Der Hintergrund

Im Jänner hatte ein Getränkemarkt in Sachsen-Anhalt für Empörung gesorgt, weil er Bier mit Nazi-Symbolik verkaufte: ein Bier namens „Deutsches Reichsbräu“ in der bei Neonazis beliebten Frakturschrift für 18,88 Euro. Die Doppelacht steht und Nazis bekanntlich für „Heil Hitler“.

Mit Lkw vorgefahren

Nachdem die Getränkemarkt-Kette die Zusammenarbeit mit dem Händler beendet hatte (Wiederbetätigung ist in Deutschland anders als in Österreich nicht verboten), fuhr die schottische Brauerei BrewDog mit einem LKW ins thüringische Kloster Veßra und parkte vor der Gaststätte des Reichsbräu-Vertreibers und ehemaligen NPD-Politikers Tommy Frenck. Die Botschaft auf ihrem Werbemotiv war deutlich: „Wenn Du nur eine Hautfarbe magst, kannst Du mit mehr als 30 Sorten eh nichts anfangen.“

Dammbruch?

Sachsen-Anhalt und Thüringen sind deutsche Bundesländer mit einem besonders hohen Zuspruch zur rechtsradikalen AfD. Im Thüringer Landtag ist gerade ein Ministerpräsident mit den Stimmen der AfD gewählt worden, um die Wiederwahl des linken und auch außerhalb Thüringens durchaus geschätzten Karsten Ramelow zu verhindern. Was momentan große Wellen in Deutschland schlägt. Von einem „Dammbruch“ gegenüber der radikalen Rechten ist die Rede. Besonders fatal: Thüringen spielte schon 1930 eine fatale Rolle bei der schleichenden Machtergreifung der NSDAP.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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