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Die Geschäfte sollen offen bleiben. Dafür die Türen der Privathaushalte geschlossen. Das fordert die WK Tirol.

​WK Tirol will „Ausgangssperre“ und „massive Kontrollen“ statt Gastro-Schließungen

29.10.2020

Keine weiteren Einschränkungen des Wirtschaftslebens (Stichwort: Gastro-Schließungen), dafür massive Einschränkungen der privaten Freiheiten fordert die Wirtschaftskammer Tirol.

Petition

Die WK Tirol hat eine Onlinepetition unter dem Titel "Stoppt die kontraproduktiven Reisewarnungen und Beschränkungen im Grenzverkehr!" gestartet. Nach drei Wochen wolle man die Unterschriften dem Bund und der Tiroler EU-Abgeordneten Barbara Thaler (ÖVP) übergeben. Mit Stand Donnerstagvormittag haben bereits mehr als 950 Personen die Petition unterzeichnet.

www.stoppt-reisewarnungen.at

Anstatt das Wirtschaftsleben weiter einzuschränken, will die Wirtschaftskammer "massive Kontrollen" und eine „nächtliche Ausgangssperre“ erwirken. Schließlich erfolgten über 50 Prozent der Infektionen im Privaten, so WK-Präsident Christoph Walser. Man dürfe die Coronapandemie nicht als Wirtschaftspandemie darstellen. Reisebeschränkungen würden die Wirtschaft massiv schädigen, ein europaweit einheitliches Vorgehen sei nötig, sagt man wohl auf die eigenen Wintersaisonbuchungen bedacht.

Selbstverständlich sei man sich der Tragweite des Virus bewusst, so Walser, man sehe aber nicht ein, dass die Einschränkungen vordergründig immer die Wirtschaft beträfen, die ohnehin schon schwer geschädigt sei. Man fordere deshalb zeitlich begrenzte "massive Kontrollen" und eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22.30 Uhr und 6.00 Uhr.

„Kein Polizeistaat“

Die Wirtschaftskammer Tirol sei im Austausch mit Bürgermeistern, von denen man erhoffe, dass sie auf die Bevölkerung einwirken können. Auf die Kritik, dass die Maßnahmen viel zu weit in die Grundrechte eingreifen, sagt Walser. „Keiner will einen Polizeistaat“. Zeitlich begrenzte Maßnahmen halte er aber für sinnvoll.

Mario Gerber (ÖVP), Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Tiroler Wirtschaftskammer (WK) sagt, dass  60.000 Mitarbeiter seien in Tirol in der Wintersaison betroffen. Gerber appellierte an die Hotellerie, "ökonomisch zu denken" und mit "Eindeckung und der Anstellung von Personal" noch bis Ende November zu warten.

Wenige Ansteckungen in Gastronomie und Tourismus

Unverständlich sei, dass die Gastronomie weiterhin einer der ersten Bereiche bleibe, die von härteren Maßnahmen betroffen sind. Nur zwei Prozent aller Infektionen seien auf die Gastronomiebranche zurückzuführen, und 3,4 Prozent auf den Tourismus, so Gerber mit Verweis auf die Einführung strenger Hygienekonzepte.

Die Betriebe seien bestens gerüstet. "Knüppelhart" sei die Sperrstundenvorverlegung auf 22.00 Uhr, sagte Gerber und Walser fügte hinzu, dass die WK Tirol eine weitere Vorverlegung der Sperrstunde nicht mittragen werde.

Für den Tourismus sei ein Lockdown keine Alternative, betonte Gerber. "Je weniger Schließungen es gibt, desto weniger Entschädigungen muss man zahlen", sagte Franz Hörl, Obmann der Fachgruppe Seilbahnen. Viele Zahlungen seien noch ausständig, so Walser. "Wenn das Geld nicht schnell fließt, wird es viele Betriebe bald nicht mehr geben." Vom

Scharfe Kritik hagelte es von allen Seiten am Verordnungsentwurf Deutschlands, der neue Reisebeschränkungen vorsieht, die – zusammen mit der Reisewarnung – einer Grenzschließung gleichkämen.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
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