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Der WMF-Firmensitz im schwäbischen Geislingen

WMF an französischen Konzern SEB?

25.05.2016

Der französische Haushaltsgeräte-Hersteller SEB will Weltmarktführer bei gewerblichen Kaffeemaschinen werden und hat mitgeteilt, dass er die süddeutsche WMF-Gruppe für mehr als 1,5 Milliarden Euro von den Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernehmen will.

Man habe sich bereits mit den Amerikanern geeinigt. Der österreichische Investor Andreas Weißenbacher (BWT), einst Anteilhaber bei WMF, profitiert ebenso vom Verkauf. Allerdings müssen die Wettbewerbsbehörden der Übernahme noch zustimmen. SEB (Société d’Emboutissage de Bourgogne) wurde 1857 gegründet und produziert wie WMF Kochgeschirr und Elektrokleingeräte für die Küche, darunter die Marken Krups, Tefal, Rowenta und Moulinex. Laut FAZ hat es das Traditionsunternehmen aus Frankreich vor allem auf das lukrative Geschäft von WMF mit Kaffeeautomaten für Restaurants und Bäckereien abgesehen, in dem das schwäbische Unternehmen unangefochtener Weltmarktführer ist. Ganz neu hat WMF mit der WMF espresso auch Siebträgermaschinen im Angebot. Das Kaffee-Geschäft trägt nur 37 Prozent zum Umsatz bei, steht aber für den Löwenanteil des Gewinns. Zwei Drittel des Umsatzes erzielt WMF aber noch immer mit Töpfen, Pfannen, Besteck, Messer und sonstigen Haushaltsgeräten. Kurz zuvor hatten die Franzosen auch den deutschen Thermoskannen-Hersteller Emsa gekauft.

Freundliche Übernahme

WMF sieht die Übernahme positiv: „Wir ergänzen uns in unseren Marktsegmenten und sind uns als europäische Traditionsunternehmen sehr ähnlich“, sagte WMF-Pressesprecher Kai Hummel gegenüber dem SWR-Fernsehen. "Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit, da wir unsere eingeschlagene internationale Wachstumsstrategie zusammen mit der Groupe SEB erheblich beschleunigen können." Mit der Bündelung der Expertise könne man künftig noch stärker am Markt auftreten. Auch die Gewerkschaft IG Metall bewertet es positiv, dass WMF im Ganzen an ein ähnlich aufgestelltes Unternehmen geht. Es gab noch zwei weitere Kaufinteressenten (u.a. Electrolux), die wollten aber anders als SEB das traditionelle Geschäft mit Töpfen, Pfannen, Besteck und Kleingeräten nicht fortführen.

KKR hatte die Württembergische Metallwarenfabrik 2012 für 470 Mio Euro übernommen, nachdem die Schwaben in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren. Nach einem strikten Sparprogramm und einem Abbau von 400 Stellen konnte WMF seinen Umsatz um vier Prozent auf über eine Milliarde steigern.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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