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452.000 für Beibehaltung des Rauchverbots

31.01.2018

Der Widerstand gegen eine Rücknahme des Rauchverbots in der Gastronomie wächst. Nicht nur 1703 Lokale sind mittlerweile auf da.stinkts.net gemeldet. Und über452.000 Menschen haben bereits die Online-Petition der Österreichischen Krebshilfe und der Inititaive "Don't smoke" unterzeichnet - Stand 31. Jänner 2018.

Ziel ist es, bis zum 10. Februar 500.000 Unterzeichner einzusammeln. Die Petition bilde nun den Grundstein für das Volksbegehren der Wiener Ärztekammer, das von der Österreichischen Krebshilfe "mit aller Kraft unterstützt wird", sagte Univ.-Prof. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe und Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Wien-Hietzing. Sevelda betonte, dass "weder die Petition noch das Volksbegehren sich gegen Raucher richten". Vielmehr böten sie der Bevölkerung die Möglichkeit, sich für das Beibehalten des beschlossenen Nichtraucherschutzgesetzes auszusprechen. Anlässlich des Weltkrebstages am 2. Februar warnte Sevelda: "Während europaweit Regierungen entsprechende Maßnahmen ergreifen, um Rauchern beim Rauchausstieg zu helfen und Nichtraucher vor dem Passivrauch zu schützen, liefert Österreich seit Jahren einen verantwortungslosen Zickzack-Kurs."

Er sagte außerdem: "In einer Zeit wo auf der Welt alles getan wird, dass der Nikotinkonsum zurückgeht und hier vor allem Maßnahmen gesetzt werden, dass die Jugend gar nicht damit beginnt, hat unsere Regierung nichts besseres zu tun, als das beschlossene Nichtraucherschutzgesetz aufzuheben." Die Empörung in der Ärzteschaft sei deshalb auch so groß, weil Österreich mit einem Anteil von 27 Prozent rauchender Jugendlicher neben Island in Europa an Nummer eins stehe.

Beispiele aus anderen Ländern zeigten nicht nur, dass sich Nichtraucherschutz-Gesetze - allen voran das generelle Rauchverbot in der Gastronomie - positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken. "Vor allem verringern sie auch die Zahl der regelmäßig Rauchenden - insbesondere bei Jugendlichen." Er höre in der Diskussion, die Ärzte sollten sich nicht aufregen, weil in Wahrheit funktioniere ja die Rauchtrennung in den Lokalen: "Aber wir wissen aus Messungen, dass diese Trennung nicht funktioniert, auch in Nichtraucherbereichen haben wir eine hundertfach höhere Feinstaubbelastung wie zum Beispiel am Gürtel", behauptet Sevelda.

"Wir müssen akzeptieren und zur Kenntnis nehmen, dass Rauchen ein Suchtverhalten ist", sagte Sevelda zu dem Argument von Kritikern, auch Ärzte würden rauchen. "Wir kennen bei der Krebshilfe viele Kollegen, die gerne aufhören würden. Ich habe noch keinen Arzt getroffen, der gesagt hat, das war super, dass ich angefangen habe und ich will gar nicht aufhören. Sie können es nicht." Die Gesellschaft muss diesen Menschen helfen, aussteigen zu können. "Aber der zentrale Fokus in all diesen Dingen ist zu verhindern, dass unsere Jugend mit dem Rauchen beginnt."

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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