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Alexa, wie ist die Seetemperatur? Diese Frage beantwortet die Alexa-Skill „Achensee Info“ über die Hardware von Amazon Echo.

Alexa, starte "Achensee Info"!

22.03.2018

Hotellerie und Tourismus müssen nicht jeder digitalen Sau hinterherrennen. Was die Sprachassistenz anlangt, steht aber ein Quantensprung bevor. Ein Beispiel aus Tirol.

Die Hotellerie hat einen sehr hohen digitalen Reifegrad. Aber sie wird auch von einem typischen Keilermarkt getrieben“, sagt Digital Consultant Christian Fohrmann. Sein Unternehmen Alpinmarketing in Pertisau am Achensee ist spezialisiert auf Onlinemarketing für Hotellerie und Tourismus. Daraus resultiert die Erfahrung, dass viele Hoteliers „Angst haben, etwas zu versäumen, wo sie noch nicht dabei sind. Und sie tun sich schwer im Erkennen von more of the same.“ Dies sei auch verständlich. Es werde ein Hype nach dem anderen durch das digitale Dorf getrieben. Anbieter würden sich gut verkaufen und finden bei Hoteliers oft zu schnell Gehör, ohne dass sich das konkret auf die Buchungszahlen auswirken würde. 

Nicht alles ist wichtig

„Man muss sich schon auch mal trauen, Nein zu sagen“, rät Fohrmann. Wenn man allerdings erkennt, dass es sich um einen Technologie-Chance handelt, dann sollte die Branche reagieren, und das so schnell wie möglich. Als einen solchen Technologiewandel sehen Experten wie Fohrmann die Sprachassistenz: „Im übertragenen Sinn sind wir mit der Sprachassistenz derzeit auf der Stufe von 1992, als die ersten Websites entstanden. Man dachte damals, Websites benötigen nur große Firmen oder nicht jeder würde einen Internetanschluss benötigen, und schon gar nicht dachte man daran, dass wir das Internet in der Tasche tragen werden.“ 
In solchen Dimensionen müsse man aktuell aber in Hotellerie und Touristik denken, wenn es um Sprachassistenz geht. „Wir verstehen zwar bereits das Produkt Sprachassistenz, aber noch nicht die Tragweite und Auswirkungen dieser Technologie, die dahintersteht. Man kann aber getrost sagen, dass wir hier vor einem technologischen Meilenstein stehen. Die Sprachsteuerung ist ein neues Interface zu Maschinen. Wie bediene ich Maschinen, die ich bisher über Touchscreen, Mouse, Keyboard bedient habe? Das wird die neue Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Was können wir daraus machen? Das wird genauso spannend wie das, was wir in den vergangenen zwanzig, dreißig Jahren mit Technologien erlebt haben“, meint Fohrmann. 

Alexa im Einsatz

Der Onlinemarketing-Experte und Online-Beauftragte der Tourismusregion Achensee hat 2017 gemeinsam mit Matthias Dengg von der Tiroler Digital-Agentur Speed-u-up eine Alexa-Skill entwickelt. Man kann sich eine Skill wie eine App vorstellen. „Ich habe mit einem Wachs-Coach für die Webseite von Achensee Tourismus begonnen. Da ging es um Empfehlungen auf Basis von Live-Wetterdaten, welches Wachs man für die Langlaufski verwenden kann. Die Idee war, diese Daten bei Alexa einzuspeisen und Alexa beizubringen, auf bestimmte wetterbedingte Fragen zu antworten. Also auch im Sommer auf Fragen zur Wassertemperatur.“
Bei der Entwicklung der Alexa-Skill sei es für die Achensee-Region in erster Linie um ein „Proof of Concept“ gegangen. „Wir wollten zeigen, dass wir es können. Und dass wir, wenn wir es wollen, das Projekt auf eine größere Stufe stellen und gemeinsam ein Tiroler Leuchtturmprojekt daraus machen können“, betont Fohrmann. Für Martin Tschoner, Direktor Achensee Tourismus, der den „Versuchsballon“ der Alexa-Achensee-Skill ermöglicht hat, ist das genau der Weg, worauf es hinauslaufen sollte. 

„Heutzutage ist es so, dass sich Tourismusorganisationen mehr oder weniger neu erfinden müssen, weil sich das Kernthema der früheren Informationsbereitstellung sehr gewandelt hat. Dazu braucht es Ressourcen. Es braucht Geld, es braucht Manpower und es braucht eine offene Herangehensweise“, so Tschoner. Überheblich wäre aber zu glauben, dass man als kleine Region den Playern wie Amazon, Google, Facebook und Apple Konkurrenz machen könne. Dennoch gehe es jetzt darum, die Achensee-Skill weiterzuentwickeln und alltagstauglich zu machen. Dazu wünscht sich Tschoner ein klares Commitment auf regionaler Tiroler und auch auf nationaler Ebene. „Das soll und kann nicht nur Achensee oder Zillertal machen.“

Kooperation notwendig

Onlineexperte Fohrmann bestätigt: „Es macht keinen Sinn, wenn jeder TVB seine eigene Alexa-Skill bastelt. Es fährt ja auch niemand auf Urlaub und installiert sich zwanzig Apps von zwanzig verschiedenen Regionen. Wir müssen uns zusammentun, die Verbände, die Tirol Werbung, Universitäten und Unternehmen. Wir sollten aus unserem Land heraus wieder eine Idee exportieren. Natürlich haben nicht wir Alexa erfunden. Aber wir haben die Anwendungsfälle für den Tourismus. Und wo, wenn nicht in Tirol, ist die Keimzelle für den E-Tourismus?“

Autor/in:
Barbara Egger
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