Direkt zum Inhalt

Jenseits von Espresso: Was die Jungen trinken

10.05.2018

Wenn Teenager auf einen Kaffee gehen, denken sie meist nicht an Espresso, sondern an Chilled Coffees, Cold Brew, Frappés, Shakes und Co. Ein Überblick über die Kaffeetrends der jungen Leute.

Teenies stehen auf Chilled Coffees
Cold Brew Konzept von Julius Meinl
Coffeeshop von Schärf - The Art of Coffee

Gehen wir auf einen Kaffee“, das ist ein viel strapazierter Standardsatz in unserem Sprachgebrauch, der nicht nur für Dates verwendet wird, sondern generell von Alt und Jung für eine schnelle Verabredung zu jeder Art von Treffen. Aber wird hierbei wirklich immer Kaffee getrunken? Nein, natürlich nicht, aber besonders bei jungen Menschen ist es auffällig, dass der klassische Kaffee oftmals nur wenig Anklang findet. Das liegt wohl am bitteren Geschmack des Espresso, für den man sensorisch gesehen in jungen Jahren nur wenig zugänglich ist. 
So versuchen die Kaffee-Industrie und die Gastronomie den jungen Leuten den Einstieg in die „Kaffeejunkie-Welt“ mit neuen Produkten im wahrsten Sinn des Wortes zu versüßen. Milch und Zucker spielen in den Kafferezepturen für Junge eine wichtige Rolle, aber auch neue Zubereitungsarten. Wir haben für Sie einige heiße Trends der „Next Coffee Generation“ herausgepickt. 

Chilled Coffees

Ein Trend, der ganz oben steht auf der Liste von Kaffees mit Milch und Zucker, sind die sogenannten kalten Fertigkaffees (RTD, Ready to drink), auch Chilled Coffees genannt. Lange Zeit sind diese unter dem Begriff „Fertig-Eiskaffee“ bei uns mehr schlecht als recht gelaufen. Dies war vor allem in Österreich so, in anderen Ländern sind diese Drinks weit stärker am Markt vertreten, gewinnen aber auch bei uns in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung. In der Schweiz z. B. ist der „Emmi Caffè Latte“ ein fester Begriff, ebenso der „Caffè Lattesso“ oder der „Mövenpick Caffè Freddo“. Auch Starbucks hat zur Verbreitung der Fertigkaffees einiges beigetragen, der Begriff „Chilled Coffee“ kommt eben besser bei den jungen Leuten an als Eiskaffee. Auch Nestlé nennt es „Iced Coffee“, und dieser kommt bei uns als eisgekühlter Kaffeegenuss in Dosen für unterwegs in die Regale. 
Allen Drinks gemeinsam ist, dass sie meist aus einem kräftigen Kaffee oder Espresso, Milch und mehr oder weniger viel Zucker bestehen. Diese Drinks sind fast immer und überall erhältlich, im Kühlregal von Supermärkten, Kiosks, Gastrobetrieben und von Tankstellen. Aktuell stark nachgefragt werden die zuckerfreien Produkt-
Varianten sowie die Drinks mit „laktosefreier Milch“.

Shakes & Frappés

Im Fertigdrink-Segment ist nicht nur ein weiteres zweistelliges Wachstum für die nächsten Jahre prognostiziert, sondern besonders von Coca-Cola (RTD-Georgia Coffees) und von Dunkin Donuts (Vertriebspartnerschaft mit Coca-Cola) wird in den nächsten Jahren in dieser Hinsicht noch einiges zu hören sein.
Hersteller wie Nespresso haben diesen Trend erkannt und bereits für die Gastronomie aufgegriffen. So werden als „Limited Edition“ spezielle Kaffees für Iced Coffees angeboten („Leggero und Intenso on Ice“), aber auch zwei Flavored Kaffees, Espresso Vanilla und Espresso Caramel in das Standardsortiment aufgenommen, die sich hervorragend für die Zubereitung von Iced Coffees eignen.
Ein weiterer Trend für junge Leute sind unübersehbar die Burger-Läden, die mittlerweile wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem urbanen Boden sprießen. Trend im Trend ist die Kombination von Burger & Shakes, wie z. B. im „Rinderwahn“, dessen neueste Wiener Filiale vor wenigen Tagen am Naschmarkt öffnete. Hier sind die zahlreichen hippen Zutaten für die Shakes frei wähl- und kombinierbar. Eine andere Adresse unter vielen in Wien ist das „Flys“, ein American-Fifties-Restaurant in der Heiligenstädter Straße, wo auch das Ambiente zum aktuellen Trend mehr als nur passend wirkt. Die großen Burgerketten haben diese Milch-Shake-Welle ebenfalls aufgegriffen. McCafé bietet in allen Lokalen eine gute Auswahl an Frappés und Iced Lattes.
Die bei den jungen Leuten so beliebten Coffeeshopketten haben diese Trends – von New York und London ausgehend – überhaupt erst initiiert. Stellvertretend steht der Starbucks „Frappuccino“, der praktisch schon in den Sprachgebrauch eingegangen ist. Aber egal ob internationale Ketten wie Dunkin Donuts oder regionale Größen wie die Coffeeshop Company oder der Grazer Branchenprimus Tribeka: Bei allen gehören Iced Cold Brew Lattes und hippe Shakes mittlerweile zum Must-have im Coffeeshop. 

Was ist Cold Brew? 

Um Kaffee-Drinks für junge Menschen einfach herzustellen – besonders auch in der Gastronomie abseits der Coffeeshops –, ist die neue Cold-Brew-Welle bestens geeignet. Cold Brew gibt es zwar schon lange, doch mittlerweile ist diese Zubereitungsmethode salonfähig und zu einem wahren Boom geworden. Auch hier war Starbucks ein Trendsetter, und mittlerweile ist das hippe Cold-Brew-Getränk in Deutschland z. B. bereits in allen DM-Märkten gelistet.
Seit 1700 ist das „Cold Brewing“ in Japan bekannt, in den USA vermarktet die Firma Toddy seit den 1960er-Jahren ihr Cold-Brew-Konzentrat. Aber der Durchbruch in den USA gelang erst 2010. Über London schwappte die Welle auch in den deutschsprachigen Raum, ein Ende des Siegeszuges ist nicht absehbar, denn dafür ist das Produkt zu gut und die Anwendungsmöglichkeiten zu vielfältig:

Cold Brew gibt es ...
... als Fertigdrink (RTD z. B. von kaffeetschi.at oder Hornig Kaffee) in Flaschen oder Dosen.
... als Konzentrat zum Verdünnen (in TetraPak, PET-Flaschen oder Bag-in-Box).
... als Nitro Coffee, Kaffee aus dem Zapfhahn. 
... als Cold-Brew-Sparkling, den es mittlerweile auch schon trinkfertig in Flaschen und Dosen gibt. 

Nitro heißt Stickstoff, und dieser wird dem Kaffee nach dem Brühen und einer schnellen Kühlung auf ca. 4° C hinzugefügt, bevor der Nitro Coffee in Fässer gefüllt wird. Der Kaffee wird sodann vom Fass aus dem Hahn gezapft und heißt dann auch Draft Coffee. Kaffee aus der Bierzapf-Anlage wird beispielsweise neuerdings von J. Hornig angeboten. 
Cold Brew wird getrunken, pur on the Rocks, klassisch mit Eis oder mit Milch, gestreckt mit einem Schuss Kondensmilch, aufgegossen mit Soda, Tonic und Ginger Ale oder aromatisiert mit Vanille oder Karamell. Die konzentrierte Essenz eignet sich als Basis für Coffee-Cocktails, Coffee-Smoothies oder Cold-Brew-Sodas sowie für Shakes und Eiskaffees. Die Vorteile gegenüber der Heißextraktion liegen auf der Hand: anderes Geschmacksprofil, drei- bis viermal so viele Aromen, auch die flüchtigen Aromen bleiben größtenteils erhalten, der Geschmack ist mild und rund, leicht süßlich mit floralen Noten. Cold Brew hat mehr Koffein – ist daher reich an Antioxidantien –, mehr Mineralstoffe – hat daher weniger Säuren – sowie weniger bis gar keine Bitterstoffe. Kein Wunder also, dass dieses coole Getränk besonders bei der jungen Generation so eingeschlagen hat. Für die Gastronomie ist es ein attraktiver Umsatzbringer und spricht auch eine neue Zielgruppe (Nichtkaffeetrinker) an. 

Cold Brewer von Julius Meinl

Julius Meinl Kaffee hat den Trend Cold Brew schon früh erkannt und bietet der Gastronomie ein maßgeschneidertes Cold-Brew-Konzept, bestehend aus einer speziellen Cold-Brew-Blend, einem stylischen Cold Brewer sowie Cold-Brew-Gläsern und Miniatur-Holz-Paletten zum Servieren. Das Brühen der Cold-Brew-Blend erfolgt, wie der Name schon sagt, mit kaltem Wasser, wobei der Mahlgrad optimal auf die Extraktion der feinen Aromastoffe ausgerichtet ist. Der Kaffee zieht zwölf Stunden lang, dann wird er gefiltert. Durch den langen Kontakt mit Wasser entfalten sich subtile Aromen. Es entwickelt sich eine sanfte, natürliche Süße. Das macht Cold Brew so einzigartig. Für diesen Vorgang hat Julius Meinl einen speziellen „Cold Brewer“ entwickelt. In einem Edelstahlzylinder sorgt ein Filter mit optimaler Porenstruktur für das perfekte Extrahieren. Über Nacht ist der Cold-Brew-Kaffee fertig und kann serviert werden. 

Nespresso Vanilla

Nespresso Vanilla ist ein seidiger Kaffee mit leicht karamellisierten Vanillenoten, beim Espresso Caramel mildert die Süße von Karamell die Röstnoten, und es entsteht ein runder Kaffee mit einer Note von karamellisiertem Zucker. Nespresso hält für die Gastronomie zahlreiche Rezepte bereit, die Sie auf nespresso.com/pro finden können. 

Cremacchiato von Segafredo

Senti la primavera – das Sega-fredo-Frühlingserwachen: Zu Beginn der Gartensaison werden die Gäste der Segafredo-Espressobars mit neuen Kaffeespezialitäten überrascht. Neu im Angebot ist der Cremacchiato. Er ist eine Kreation aus eiskaltem Crema Caffè mit heißem cremigen Milchschaum, als Haube gibt es eine Prise Kakao on top. Er erfrischt gerade bei warmen Temperaturen. Allen, die nie genug Kaffee bekommen können, empfehlen wir einen Caffè Fresco, der mit Crema Caffè und einem Espresso alle Lebensgeister zu wecken verspricht.

 

 

Autor/in:
Martin Kienreich
Werbung

Weiterführende Themen

Becher oder Glas verzieren, Eiswürfel, Milch, Sirup und  Espresso in den Blender – fertig ist die kalte Kaffeespezialität
Cafe
27.05.2011

Eisgekühlte Kaffeespezialitäten für heiße Sommertage

Werbung