Direkt zum Inhalt

Kommentar: Es darf vermutlich weiter gequalmt werden. Ist das gut?

13.12.2017

Man musste es befürchten: Die FPÖ hat sich mit der populistischen Forderung, das absolute Rauchverbot in der Gastronomie doch nicht in Österreich umzusetzen, durchgesetzt. Argument H.C. Strache, Vize-Kanzler in spe: „Bald werden sie uns auch den Schweinsbraten verbieten!“

So kann man darüber natürlich auch diskutieren.

Österreich, das Land der gelebten Ausnahmen, macht seinem Ruf alle Ehren. Das mag einige Gastronomen freuen. Und Rauchen (vor allem Pfeife, Zigarre) kann tatsächlich eine kultivierte Form des Genusses sein. Meist ist es aber eine lästige Angewohnheit oder ein gesundheitsschädliches Suchtverhalten. Gastro-Obmann Mario Pulker hat recht, wenn er meint, dass die Gastronomen nicht dazu da sind, sich um die Volksgesundheit zu kümmern, sondern den Leuten eine schöne Zeit zu bereiten. Aber es gibt halt auch immer mehr Nicht-Raucher, vor allem auch Ex-Raucher, die wollen auch eine schöne Zeit im Lokal haben und reagieren zunehmend ungehalten auf das erzwungene Passivrauchen, weil mal wieder die Tür zum Raucherraum offen steht. Touristen wundern sich und drehen auf der Schwelle um, wenn es im Lokal nach Rauch duftet. Es ist vermutlich müßig, darüber zu spekulieren, wer in der Überzahl ist.

Rauchen ist einfach out

Generell muss man sagen: Rauchen ist out! Das mag uns Gelegenheitsrauchern noch nicht vom Rauchen abhalten. Und abends im Pub stecken wir uns am liebsten eine an. Zum Rausgehen wären wir vor allem im Winter zu faul. Gäbe es ein Rauchverbot, würden wir trotzdem in den Pub gehen, aber weniger rauchen. Wie viele, viele andere Ex-Raucher oder Gelegenheitsraucher in Ländern, wo es das Rauchverbot längst gibt.

Ein Rauchverbot hätte endlich Klarheit geschaffen. Über die Shisha-Lokale kann man noch diskutieren. Und wenn sich kleine Lokale als „Raucherlokal“ deklarieren, ist dagegen auch nichts zu sagen. Aber die Trennung in Raucher- und Nichtraucherzonen funktioniert nicht. Und rauchen, wenn andere essen, ist einfach nur noch rücksichtsloses Verhalten und sorgt immer wieder für Ärger. Braucht kein Mensch. Auch kein Raucher.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
Werbung

Weiterführende Themen

Umsatzeinbußen beklagen viele Nachtlokale. Die internationale Erfahrung zeigt aber: Die Gäste kommen wieder.
Gastronomie
28.11.2019

Das erste Monat Rauchverbot: Weniger die Strafen, aber Umsatzeinbußen treffen die Betriebe. Was die Gastronomen stört, haben wir vom Obmann der Wiener Fachgruppe Gastronomie, Peter Dobcak, erfragt ...

Besonders Nachtlokale leiden momentan unter dem Rauchverbot
Gastronomie
22.11.2019

Drei Wochen nach Inkrafttreten des Rauchverbots in der Gastronomie fallen die Reaktionen unter den Wirten gemischt aus.

Gastronomie
06.11.2019

Ohne große Nebenwehen verlief die erste Woche des seit 1. November allgemein gültigen Rauchverbots in der Gastronomie.  Laut Wirtschaftskammer gab es an den ersten Tagen in der Nachtgastronomie ...

Altes Schild in Zügen im Salzkammergut
Gastronomie
30.10.2019

Ab 1. November gilt das allgemeine Rauchverbot in der Gastronomie. Nachdem der Verfassungsgerichtshof sämtliche Ausnahmen ausgeschlossen hat, müssen sich alle heimischen Betriebe daran halten. Wie ...

Gastronomie
03.10.2019

Wir haben die Leser und Leserinnen unserer Website gast.at gefragt, wie sie zum (voraussichtlichen) Rauchverbot in der Gastronomie ab November stehen. Das Ergebnis dieser – allerdings nicht ...

Werbung