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Es hat wieder gewurlt: Alles für den Gast 2017.

Last Night A Playlist Saved Me Money

16.11.2017

Messerückblick: Die Personalsituation in Gastronomie und Hotellerie war das Top-Thema der diesjährigen “Gast” in Salzburg.

Programm zur Diskussionsplattform im 1. Stock.
Automatisierung total: Die BistroBox kommt ohne Personal aus.

Die “Alles für den Gast” in Salzburg hat heuer die Personalsituation in Gastronomie und Hotellerie zum Top-Thema erklärt. Es gab sogar einige Fachvorträge.

Sie waren auf der “Gast” und hören jetzt zum ersten Mal von Fachvorträgen? Keine Sorge, da sind sie nicht allein. Denn leider fliegt der 1. Stock über dem Foyer der Halle 10 - interner Name: Chillout-Area” - unter dem Radar der Besucher. Dort gab es nicht nur die erwähnten Fachvorträge, sondern auch zusätzliche Ausstellungsflächen. Beschauliche Stille herrscht dort oben. Die Ruhe hat schon was! Nur ist kaum zu verstehen, warum Messebesucher diesem Bereich mit solcher Inbrunst die kalte Schulter zeigen und flinken Fußes einfach daran vorbeilaufen. An den paar Treppen kann es nicht liegen.

750 Aussteller

In den Hallen der Messe Salzburg herrschte der bekannte Trubel. Mit 750 Ausstellern meldete Reed heuer einen neuen Ausstellerrekord. Die meisten “Neuheiten” dieses Jahres hatten auf den ersten Blick nichts mit Personalnot zu tun. Eher mit Automatisierung und Convenience. Ein Beispiel: Der Butterportionierer eines deutschen Unternehmens. Hat man zuwenig Personal im Frühstücksbereich, so portioniert eben ein Automat die Butter. Gäste müssen nur aufs Knopferl drücken. Oder was macht der an Musik desinteressierte Gastronom, der sich nicht einen DJ leisten will oder kann? Er schließt ein Abo mit einer Firma ab, die ihm monatlich neue Musik-Playlisten zum Streamen oder Downloaden anbietet. Erhältlich für alle Stimmungslagen und Themen. “Last Night A DJ Saved My Life”? Wohl eher: “Last Night A Playlist Saved Me Money”.

Auch der vermehrte Einsatz von Convenience ist eine Auswirkung des Personalmangels. Du kannst dir keinen Koch leisten oder findest keinen? Macht nichts. Eine Hilfskraft ist in der Lage, Fertigprodukte zuzubereiten. Die schmecken oftmals gar nicht schlecht. Uns sind Pommes in die Quere gekommen, die absichtlich unregelmäßig geschnitten sind und teilweise Schalen aufweisen. Sieht aus wie handgemacht und passt optisch zu diesem coolen Burger-Trend. Kommt aber aus der Tiefkühltruhe. Tja, was soll’s. Und apropos Burger: angeblich kann man ein Burgerrestaurant ohne gelernten Koch betreiben. Soll es geben.

Verödete Regionen

Neben der Personalnot gibt es noch einen Trend, der vor allem in ländlichen Gegenden um sich greift: Gästemangel. Auch dafür gibt es eine Lösung. Bevor eine Region gastronomisch völlig verödet, weil alle Gasthäuser zugesperrt haben, stellt man als findiger Unternehmer einfach eine BistroBox auf. Was das ist? Ein vollautomatisches Restaurant, das ohne Personal auskommt und Pizza, Leberkäse, Kaffee und Getränke offeriert. Alles auf Knopfdruck. Schmeckt sogar ziemlich gut. Reden kann man dort mit niemandem, aber es gibt zumindest eine Fotowand für Selfies, die man auf SM-Plattformen (Social Media) teilen kann. “SM” für Fortgeschrittene. Übrigens reicht aus Betreibersicht ein Zeitaufwand von 2-3 Stunden täglich für Befüllung und Reinigung der BistroBox völlig aus. Das schafft einer allein. Wer braucht da noch Personal?

Autor/in:
Alexander Grübling
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