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Limonaden bekommen Oberwasser: Zusätzlich zum Bio-Trend werden heute auch Attribute wie vegan oder laktosefrei immer öfter vermarktet.

Lust auf Limonade

26.04.2017

Limonade boomt – das schlägt sich mit guten Umsätzen in der Gastronomie nieder. Brauereien setzen auf neue Kreationen, andere Hersteller punkten mit Bio und neuen Sorten. Für Gastronomen lohnt ein Blick ins Sortiment.

Wolfgang Zmugg, Geschäftsführer  Grapos: „Durch die Zuckeralternativen und immer wieder neue Produkte sehe ich auch in Zukunft weiteres Wachstum.“
Hops: Seit März ist die neue  Limonade von  Zipfer erhältlich.

Limonaden sind sowohl zu Hause als auch im Restaurant gern gesehene Erfrischer. Vor allem im Sommer sind die spritzigen Getränke aus keinem Gastgarten wegzudenken. Die neue Lust an der Limonade wird von der Statistik belegt: Der Limonadenmarkt wies 2015 für das Inland bei kohlensäurehaltigen und stillen Limonaden einen Absatzgewinn von 213.000 Hektolitern und damit ein Plus von immerhin 3,5 Prozent auf. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Limonaden ist im Jahr 2015 laut Verband der Getränkehersteller Österreichs von 84,4 auf 94,1 Liter angestiegen und liegt beim monatlichen Pro-Kopf-Verbrauch von zu Hause konsumierten Lebensmitteln mit 3,5 Litern einen ganzen Liter über Obst- und Gemüsesäften. Coca-Cola ist nicht umsonst schon seit Jahren eine der drei wertvollsten Marken weltweit. Dass Limonaden satte Gewinne bringen können, erkennen auch immer mehr heimische Hersteller, die zahlreiche neue und innovative Kreationen auf den Markt bringen. „Limonaden laufen immer gut. Durch die Zuckeralternativen und immer wieder neue Produkte sehe ich auch in Zukunft weiteres Wachstum. Wir setzen auf Bio-Qualität im Fruchtanteil, das bewährt sich sehr“, sagt Wolfgang Zmugg, Geschäftsführender Gesellschafter des Softdrinkspezialisten und Gastroanbieters Grapos.

Gebrautes Sortiment wächst

Bis in die Bierbrauereien hat es sich durchgesprochen: Alkoholfreie Erfrischungsgetränke sind nicht nur für Kinder ein Genuss, sie entsprechen dem Zeitgeist. So produzieren mittlerweile zahlreiche heimische Braue-reien ihre eigenen Limonaden. Zipfer etwa hat im März dieses Jahres mit Hops seine erste Hopfenlimonade gelauncht. Damit bringt die Brau Union Österreich ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk aus drei Vierteln extra gehopfter Limonade und einem Viertel alkoholfreiem Zipfer Bier auf den Markt, das mit zitronig-hopfigem Aroma vor allem Erwachsene überzeugen soll. Die Privatbrauerei Zwettl ist ebenfalls auf den Geschmack von Limonade gekommen – nicht zuletzt, um den Absatz anzukurbeln. Denn neben wachsenden Gastronomie-Umsätzen habe auch das alkoholfreie Neuprodukt „Korl“ zum Erfolg im letzten Jahr beigetragen, meint der Hersteller und bezeichnet den Einstieg der 2016 lancierten Kola-Orangen-Limonade Korl am Markt als „durchschlagend“. In der regionalen Gastronomie, bei Veranstaltungen und punktuell im Lebensmitteleinzelhandel verkaufte sie sich insgesamt mehr als 360.000-mal und ging damit nahezu doppelt so oft über den Ladentisch als ursprünglich geplant. „Limonaden mit regionstypischem Bezug kommen gut an“, sagt dazu Karl Schwarz, Geschäftsführer und Inhaber der Privatbrauerei Zwettl. Dem breiten Zuspruch des alkoholfreien Korl entsprechend, hat Zwettler für 2017 einen weiteren Neuzugang im Limonaden-Sortiment angekündigt: „Mitzi“ – das Erfrischungsgetränk mit Zitronengeschmack – soll als „Schwester“ der Kola-Orangenlimonade positioniert und in den gleichen Kanälen regional vertrieben werden. Auch Puntigamer hat mit seinem „Frei Radler“ eine alkoholfreie und fruchtige Erfrischung für zwischendurch im Sortiment, und das Gösser Kracherl soll ebenso eine „willkommene Alternative zu Limonaden für den erwachsenen Gaumen – ganz natürlich, ohne Alkohol“ bieten. 

Bio- statt Einheitslimonaden

Ganz andere Wege geht der steirische Obsthof Retter, der vergangenen Sommer eine neue Bio-Naturlimonade auf den Markt gebracht hat. Die Bio-Naturlimo Granatapfel mit Safran enthält zu 51 Prozent Biogranatapfel-Direktsaft aus reiner Kernpressung, verfeinert mit Safran, Quellwasser und etwas Kohlensäure – und sonst nichts. „Eine ehrliche 100%ige Naturlimo“, sagen die Erzeuger und liegen damit im Trend des hart umkämpften Marktes. Denn dass Bio-Limonade gut nachgefragt wird, bestätigt Beate Balzert, Marketingleiterin bei Bionade: „Wir beobachten ein facettenreiches, stetig wachsendes Angebot. Parallel wachsen die Ansprüche der Gäste: Viele probierfreudige ‚Anderstrinker‘ geben sich ernährungs- und qualitätsbewusst und suchen daher nach natürlichen Alternativen zu herkömmlichen Limonaden. Bei den Geschmackspräferenzen sehen wir, dass Gäste vor allem weniger süße Erfrischungsgetränke und vermehrt ausgefallene Geschmacksrichtungen statt ‚Einheitslimonaden‘ nachfragen. Zudem erleben wir einerseits die Suche nach Neuem, andererseits aber die Renaissance von Klassikern wie beispielsweise Beeren- und Zitrusfrüchte oder Kräuter.“ 

Vegan und wie in alten Zeiten

Zusätzlich zum Bio-Trend werden auch Attribute wie vegan oder laktosefrei immer öfter vermarktet. So hat etwa Schartner Bombe für sein Getränk „fruit Bomb“ von der Veganen Gesellschaft Österreich das V-Label bekommen, das aktiv beworben wird. „Nachhaltigkeit, Natürlichkeit und Bio sind anhaltende gesellschaftliche Trends, die sich auch bei Lebensmitteln widerspiegeln“, sagt Balzert von Bionade. „Beim derzeitigen Hype handelt es sich weniger um klassische Limonaden, sondern da geht es um das Gefühl des Selbermachens. Eben wie zu Großmutters Zeiten, aber mit neuen Geschmacksrichtungen. Mit unserer Produktlinie ‚Brooklyn Homemade Style‘ haben wir hier einen europaweiten Trend gesetzt – und die Verkaufszahlen geben uns Recht“, meint dazu Grapos-CEO Zmugg und ergänzt: „Übrigens haben im letzten Jahr die Frauen auf Rhabarber und die Männer auf klassische Zitronenlimonade gesetzt.“

Text: Karin Bornett

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