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ÖHT: Wir entwickeln Förderkarotten

13.06.2019

Die ÖGZ traf Wolfgang Kleemann, den Generaldirektor der Österreichischen Tourismusbank (ÖHT), um über die Veränderungen bei der ÖHT zu sprechen, über Lenkungseffekte bei Förderungen, Probleme beim Crowdfunding und über Finanzierungen in Zeiten von enden werdenden Niedrigzinsen.
 

Thomas Askan Vierich und Wolfgang Kleemann (rechts) beim Talk auf dem Sterneaward der ÖGZ.

Wie geht’s der ÖHT mit ihrem neuen Eigentümer?
Wolfgang Kleemann: Wir haben mit der OeKB in erster Linie einen Eigentümer, der unser Geschäftsmodell versteht und der an der Weiterentwicklung unserer Geschäftsideen großes Interesse hat.

Und was ist in diesem Bereich geplant?
Wir versuchen Fördermodelle zu kombinieren. Wir glauben, dass es sinnvoll ist, den Mut zu haben, Förderungen mit einem gewissen tourismuspolitischen Lenkungseffekt auszustatten. Ich bin mir sicher, dass wir alle schon lange verstanden haben, dass man von einer Gießkannenförderung wegkommen muss. Wir müssen jetzt aber „Förderkarotten“ entwickeln! Wir haben ein Basisförderprogramm, und für jene Dinge, die wir und die Branche für wichtig erachten, bieten wir dem investierenden Unternehmer eine On-Top-Förderung.

Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Ein Brennpunkt sind sicher die Mitarbeiter, ihre Akquisition und Bindung. Da gibt es zum Beispiel das Pilotprojekt Steiermark. Dort haben wir eine Förderaktion ins Leben gerufen. Es geht nicht mehr nur um Mitarbeitermotivation oder die Bereitstellung eines meist winzigen Wohnraums. Es geht um die gesamte Lebenswelt des Mitarbeiters. Da werden Einzelbetriebe überfordert sein. Deshalb versuchen wir Betriebe zu einer Kooperation zusammenzubringen. Fünf Hotels haben das gleiche Problem: Sie finden keine Mitarbeiter für das Frühstücksservice. Das Frühstückservice ist aber eine entscheidende Dienstleistung eines Hotels. Dafür brauche ich besonders gute Mitarbeiter. Und die gibt es. Zum Beispiel topausgebildete, hochmotivierte junge Mütter. Aber die können aufgrund ihrer familiären Umstände nicht den ganzen Tag arbeiten gehen. Und der örtliche Kindergarten hat genau dann nicht offen, wenn sie Dienst haben: frühmorgens, am Wochenende, am Feiertag. Daher wollen wir überbetriebliche Kinderbetreuungsstätten anregen und finanzieren, die sich an den Betriebszeiten der Hotels orientieren.

Wie fördert man so etwas?
Indem man ganz bewusst die ganze Palette an Einrichtungen für Mitarbeiter fördert, ohne Einschränkung auf die Projektinhalte. Was immer der Verbindung von Tourismus, Arbeitswelt und Lebenswelt dient, wollen wir unterstützen. Und zwar so, dass wir die Gesamtinvestition finanzieren. Also unabhängig davon, ob irgendwelche Banken das mitfinanzieren können oder wollen. Zehn Prozent der Investition können wir aus Landesmitteln als Barzuschuss geben, als Anreiz, um solche Projekte zu starten. Den Rest finanzieren wir bis zu zehn Jahre zins- und spesenfrei und mit einer unentgeltlichen Haftung der Republik, egal wie sich die Zinsen entwickeln. Das gilt natürlich genauso für Mitarbeiterwohnungen, Ausbildungseinrichtungen oder neue Sanitärräume für Mitarbeiter. Wir wollen einfach die Lebensumstände in der touristischen Arbeitswelt attraktiver gestalten.

Damit kann man Mitarbeiter für den Tourismus begeistern?
Ja. Denn an der Bezahlung kann es nicht liegen. Es kann auch nicht allein an den Dienstzeiten liegen. Es liegt am fehlenden Umgang auf Augenhöhe. Schönstes Ergebnis wäre, wenn wir damit auch aus der Saisonalität ausbrechen könnten. Der Mitarbeiter kann also nicht nur dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Diese Region bietet auch Einrichtungen, damit sich der Mitarbeiter und seine Familie dort langfristig wohl fühlen. So können wir aus saisonalen Kräften einheimische machen.

Und wie kann man die Saison erweitern? Was kann die ÖHT da tun?
Da steckt noch viel Potenzial drin. Zum Beispiel ist der Oktober im Ausseerland eine hochspannende Zeit – mit überdurchschnittlich viel Schönwetter. Nur schließen dort leider im Oktober fast alle Betriebe, weil keine Gäste kommen. Die Gäste kommen nicht, weil die Betriebe zusperren. Diesen Hexenkreislauf müssen wir durchbrechen. Ich komme als Gast natürlich nur in eine Region, wenn ich mich dort willkommen fühle, wenn ich mich dort umtun kann.

Also fördert die ÖHT gerne alles, was zur Saisonverlängerung beiträgt?
Genau. Das wird einer unserer nächsten Förderschwerpunkte sein. Auch das ist eine extrem breite Palette: Da geht es um Indoor-Freizeiteinrichtungen im Winter oder um Outdoor-Freizeiteinrichtungen außerhalb der Sommermonate, zum Beispiel das Waldluftbaden in Oberösterreich oder Themen, die das Wandern oder Radfahren aktivieren. Deshalb habe ich auch eine Riesenfreude mit dem ÖW-Schwerpunkt Radfahren: Denn das kann ich genau im Frühjahr oder Herbst am besten ausüben.

Gibt es auch die Möglichkeit, einen Hüttenwirt zu fördern, damit der länger offen hält, bis sich herumgesprochen hat, dass man dort auch noch im November oder schon im April einkehren kann?
Das hat es mal gegeben, hat aber nicht funktioniert. Wir wollten am Wörthersee die Winteröffnung fördern. Das lief über eine Haftung des Bundes. Wir haben das durchschnittliche Betriebsergebnis ohne Winteröffnung über drei Jahre mit dem der Winteröffnung im ersten Jahr verglichen. Und wenn sich daraus eine Cashflowunterdeckung ergeben hätte, hätten wir die bezahlt. Wir haben also eine „Nullverlust-Garantie“ abgegeben.

Und woran ist es gescheitert?
Das ist zunächst in der Region sehr positiv aufgenommen worden, ist aber vielleicht auch an bürokratischen Hürden gescheitert. Letztendlich haben einfach zu wenige Betriebe mitgemacht. Wir haben sogar in zwei oder drei Betrieben bezahlt. Es ist aber nicht zu einem Öffnungsboom gekommen. Ich bin da aber ganz bei Ihnen: Eine Förderung, wegführend von einer rein investiven hin zu einer operativen, macht natürlich als Anschubfinanzierung Sinn. Das bilden wir sinngemäß in unseren Leuchtturmprojekten ab, die wir jährlich zu einem speziellen Thema ausloben. Dort versuchen wir innovative Projekte über die Ingangsetzungskosten zu fördern. Damit nehmen wir mutigen Unternehmern Entwicklungsrisiken ab. Das ist sicher noch ausbaufähig. Aber das setzt auch voraus, dass uns genügend Fördermittel zur Verfügung stehen.

Woher kommen die?
Da spielt die OeKB eine große Rolle. Die verfügt über wesentlich günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten als wir. Nur dann können wir Budgets, die wir sonst zur Zinsstützung verwenden müssten, in solche On-Top-Förderungen stecken. Nur dann bekommen wir die Kombination aus Basisförderung und On-Top-Förderung hin. Dann können wir einen mehr oder weniger zinsfreien Kredit und Risikoabfederung über unsere Bundeshaftungen anbieten. Und je nach Projekt haben wir zusätzlich eine On-Top-Förderung, die die sprichwörtliche Karotte darstellt.

Das steht so ja auch im Plan T drin.
Allerdings. Ich glaube ja, dass der Plan T eine Jahrhundertchance ist, wenn wir wirklich umsetzen, was da drinsteht. Wir haben in diversen Workshops einige Aktionsfelder herausgearbeitet: Mitarbeiter, Betriebsnachfolge oder nachhaltige Zusammenarbeit von Tourismus und Landwirtschaft. Denn viele Gäste kommen zu uns, weil wir so eine tolle, unverfälschte Gastronomie haben. Und die bringen wir nur zusammen, weil wir ebenso unverfälschte landwirtschaftliche Produkte haben. Der Stellenwert der Gastronomie und der landwirtschaftlichen Produktion ist in der Wahrnehmung unserer Gäste in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Auch das Verständnis der Hotellerie dafür.

Also fördert die ÖHT auch Maßnahmen, die der Zusammenarbeit zwischen Gastronomie, Hotellerie und Landwirtschaft dienen?
Nicht im Bereich Landwirtschaft, die wird aus anderen Töpfen ausreichend gefördert. Aber wir versuchen die Schnittstellen zu befüllen. Ich will nicht den Aperol Spritz schlechtmachen. Aber es wäre schon toll, wenn wir dieses international übliche Getränk zum Beispiel in der Wachau mit einem Winzersekt mit Marillenmark ablösen könnten.

Aber ist das nicht die Sache der Hoteliers oder der Gastronomen, so etwas anzubieten? Welche Rolle spielt hier die ÖHT?
Ohne falsche Bescheidenheit: Wir sind ganz sicher eine der Institutionen, auf die man im österreichischen Tourismus hört. Wir wollen immer mehr zu einer Beratungs- und Ideenplattform werden. Wir müssen den Tourismus als Gesamtkunstwerk verstehen. Es geht eben auch um die Qualität einer Destination, die sich in der Landwirtschaft oder dem Verkehrsangebot ausdrückt. Das wollen wir gerne ein bisserl in Gang setzen helfen.

Kann die ÖHT auch ein Verkehrsprojekt fördern? Oder muss das immer mit Gastronomie oder Hotellerie zu tun haben?
Wir arbeiten gerade an der nächsten Programmplanungsperiode. Die jetzige endet mit 31. 12. 2020. Bis dahin entwickeln wir neue Ideen, das heißt, wir ergänzen erfolgreiche bestehende Projekte mit neuen, die als Branchenlösungen dienen. Deshalb bin ich momentan viel auf eigentlich artfremden Veranstaltungen unterwegs. Eben um ein bisserl zu schauen, wo die Problemfelder liegen. Dazu gehört eben auch die letzte Meile. Das haben wir derzeit nicht in unseren Förderprogrammen verankert, nur in den Leuchtturm­aktionen. Da haben wir so etwas schon gefördert, wie zum Beispiel den App-gesteuerten Shuttleservice in Kärnten. So etwas müssen wir in der nächsten Förderperiode stärker verankern. Da hilft uns auch der hohe Digitalisierungsgrad, den wir mittlerweile erreicht haben. Damit sind solche Projekte leichter umzusetzen. Dazu zählen Projekte für Mitarbeiter, Übernahmeprojekte, zur Digitalisierung oder zur Mobilität. Dafür müssen wir über andere Wege, über eine günstige Refinanzierung neue Mittel bereitstellen, damit das nicht zulasten der Basisförderung geht.

Wie sieht es denn mit anderen Finanzierungsmodellen aus jenseits der Förderungen über die ÖHT? Wie läuft zum Beispiel Crowdfunding im Tourismus?
Wir sind zutiefst überzeugt, dass der Tourismus ideal für alternative Finanzierungsprojekte geeignet ist. Crowdfunding zum Beispiel könnte doch eigentlich für den Tourismus erfunden worden sein!

Aber?
Ich sag es jetzt ein bisschen überzeichnet: Wir bringen trotzdem nicht wirklich etwas zusammen.

Woran liegt das?
Vielleicht an der Angst des Touristikers, damit Mitspracherechte abzutreten. Auch an der Angst des Investors, in die falsche Branche zu investieren. Weil wir Touristiker immer nur jammern. Wir haben es geschafft, in einer unendlich schneereichen Saison einmal nicht darüber zu jammern, dass wir zu wenig Schnee haben, sondern wir sind eins zu eins dazu übergegangen, darüber zu jammern, dass wir zu viel Schnee haben.

Aber haben nicht eher die Medien das Thema hochgespielt?
Nein, das war schon die Branche selber. Nicht weil sie darunter so wahnsinnig gelitten hätten, sondern weil es fesch ist zu jammern. Ich weiß definitiv, dass alle Branchen dieser Welt Mitarbeiterprobleme im Bereich der Fachkräfte haben. Nur die Tourismusbranche geht damit regelmäßig an die Öffentlichkeit und jammert. 

Was raten Sie Betrieben, um sich auf Zeiten mit steigenden Zinsen vorzubereiten?
Man muss schon die Kirche im Dorf lassen. Der vielzitierte Zinsschock wird nicht eintreten. Dass eine Steigerung von 250 Basispunkten auf die österreichische Zinslandschaft einprasseln wird, sehe ich nicht. Was schon anzunehmen ist, dass wir über die nächsten Jahre einen geringfügigen Zinsanstieg haben werden. Daher bin ich überzeugt, dass man jetzt alle neuen Kredite zu Fixzinsen aufnehmen sollte. Und die bekommt man auch. Wir müssen in der Zinsstruktur einen Risikomix herstellen, was die Zinsentwicklung betrifft. Da wird es Altkredite geben, die man nicht mehr sanieren kann, die im variablen Bereich bleiben müssen und die dort auch für viele Jahre gut aufgehoben sind. Aber eine Neufinanzierung mit einer Laufzeit von zehn bis 15 Jahren funktioniert nicht mehr mit einer variablen Verzinsung, auch wenn wir uns jetzt noch in einer Niedrigzins­phase befinden. Die kann in zwei Jahren vorbei sein. Und dann laufen diese Kredite noch viele Jahre. Dann würde sich schon ein Problem ergeben. 

Deshalb jetzt lieber auf einen mäßigen Festzins setzen? Sind zwei Prozent realistisch?
Unsere Förderkredite beginnen mit 0,5 Prozent Fixzinsen.

Und bei der Hausbank?
Man hat in fast allen geförderten Projekten die Möglichkeit, zumindest 60 Prozent der Investition innerhalb eines geförderten Kredits abzuwickeln mit quasi Fixzinsen. Den Rest finanziert man mit variablen Zinsen über die Hausbank, das ist ein brauchbarer Mix. Wir entwickeln gerade ein Modell, bei dem wir so um 1,3 Prozent fix auf zehn Jahre liegen werden.

Aber könnten steigende Zinsen nicht auch die ÖHT in Schwierigkeiten bringen?
Als ÖHT haben wir keine Fristentransformationsrisken. Das heißt, wir refinanzieren uns immer in den gleichen Laufzeiten wie die Kredite, die wir vergeben. Anders könnten wir das gar nicht, weil wir anders als eine Kommerzbank Risken nicht mit einer hohen Eigenkapitalquote abfedern können. Wir wollen ja den Vorteil einer günstigen Refinanzierung an unsere Kunden weitergeben.

Und wie refinanziert sich die ÖHT?
Ein Viertel finanzieren wir bei allen möglichen österreichischen Banken, die über hohe Kundeneinlagen sehr liquid sind. Mit weiteren 25 Prozent ist die Europäische Investitionsbank (EIB) ein wichtiger Partner für uns. Die EIB wird wiederum von den Mitgliedsstaaten finanziert, denen die Bank gehört. Die Aufgabe der EIB ist es, über sogenannte Promotional Banks in Projekte zu investieren. Dazu gehören zum Beispiel wir oder große Kommerzbanken. Den Rest refinanzieren wir über unsere Alt- und Neueigentümer.

Um es zusammenzufassen: Betriebe sollten jetzt nicht für schlechte Zeiten sparen?
Ganz im Gegenteil: Jetzt kann man Investitionen für die Zukunft realisieren. Ich rate sogar dazu, Investitionen vorzuziehen. Weil wir jetzt eine völlig intakte Förder- und Bankenlandschaft haben, weil wir jetzt eine unfassbar günstige Finanzierungstruktur zusammenbringen und – ganz wichtig – weil der österreichische Tourismus jetzt an einem ungeheuren Chancenpunkt steht: Man soll es ja nicht laut sagen, aber geopolitische Krisenherde, Flugverspätungen, der Klimawandel, das arbeitet alles für uns. 

Außer im Winter.
Ich behaupte sogar: auch im Winter. Wenn wir es schaffen, den Wintertourismus weg von der Konzentration aufs Skifahren zu bringen. Das Win­ter­erlebnis kann vielseitiger sein, als sich um 9 Uhr auf die Bretter zu stellen und sie um 16.30 Uhr abzuschnallen. Das machen ohnehin immer weniger Gäste, die zu uns kommen. Wenn wir es unseren Gästen schmackhaft machen. Heute geht es ums Genussskifahren. Und das können wir europaweit sicher am besten anbieten.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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