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Online-Zahlungen "neu": ÖHV warnt vor Kollaps

18.07.2019

Am 14. September soll die zweite Zahlungsdiensterichtlinie in Kraft treten. Sind Karteninhaber und Unternehmen darauf ausreichend vorbereitet?

ÖHV-Mitgliederbefragung zur PSD2

18% der Zahlungen sind von der Umstellung betroffen.

12% der Top-Hotels fühlen sich in Sachen PSD2 gut informiert und betreut.

39% der Top-Hotels haben davon gehört, kennen die Inhalte aber nicht genau.

49% der Top-Hotels haben davon noch nicht gehört.

Wer elektronisch bezahlt, muss ab dem 14. September mittels zweier unterschiedlicher Kriterien aus den Gruppen Wissen (PIN oder Passwort), Besitz (Karte oder Smartphone) und biometrische Kennzeichen (Fingerabdruck, Gesichtserkennung, Iris, Stimme) nachweisen, dass er das mit seinem eigenen Geld tut. Grundlage dafür ist die von EU und Finanzmarktaufsicht ausgetüftelte zweite Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive, kurz PSD2).

Zwar ist der Termin bereits fixiert, am Zeitplan festzuhalten sei aber für Walter Veit, Vizepräsident der ÖHV, unverantwortlich. Karteninhaber und Unternehmen seien nicht ausreichend vorbereitet, wie auch eine österreichweite Umfrage in der Qualitätshotellerie bestätige. 

Abgebrochene Bezahlvorgänge

ÖHV-Mitglieder seien zwar "gut" informiert, so Veit. Aber: „Im Branchendurchschnitt sieht das anders aus.“ Neben Hotels hat die ÖHV auch Kreditkartenunternehmen und Zahlungsdienstleister befragt: Bezahlvorgänge würden vermehrt abgebrochen, so die Experten. „Mehraufwand und Ärger sind garantiert, werden von der Bankenaufsicht aber in Kauf genommen. Werden Zahlungen aber im großen Stil abgebrochen, können EU-Bürger nicht einkaufen oder Urlaube buchen und Betriebe ihre Mitarbeiter nicht bezahlen.“  

Veit appelliert an Politik und Behörden, Prioritäten und Zeitpläne zu überdenken: „Die Europäische Bankenaufsicht hat recht, 18 Monate hätten für die Umstellung reichen müssen. Sie haben aber nicht gereicht. Die Frist läuft ab und weder Karteninhaber noch Unternehmen sind soweit. Mit diesem Wissen auf dem Zeitplan zu beharren ist ein riskantes Spiel“, so Veit. Österreich solle hier die Initiative ergreifen und einen EU-weiten Umdenkprozess einleiten. Andere Staaten würden folgen, ist Veit überzeugt: „So oder so: Es wird eine Lösung geben. Kein Politiker kann sich leisten, Einkäufe und Urlaube, Gehälter und Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen.“

Autor/in:
Alexander Grübling
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