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Vor Ort: Euer Ernst, Bros?

13.02.2018

Zu Gast im "Burger Bros" in der Wiener Seitenstettengasse.

Wenn die Wiener Szenegastronomen Markus Artner und Christoph Novak etwas angreifen, hat das im Normalfall Hand und Fuß. Folglich lässt man sich auch gerne auf einen Ausflug zu „lukullischen Köstlichkeiten nach amerikanischer Art“, wie es die Betreiber selbst nennen, ein. Das Konzept: Burger für den anspruchsvollen Gaumen, ins Brot kommt Simmentaler Rind oder Black Angus aus Uruguay, für Feinschmecker auch arrangiert mit Gänseleber oder Portobello-Pilz. Das „Burger Bros“ (auf Deutsch: „Burger Brüder“) in der Wiener Seitenstettengasse ist bereits die dritte Filiale in Wien: ein Zeichen, dass das Konzept – zumindest kaufmännisch – funktionieren dürfte. 

Diesen Eindruck erweckt auch ein Blick in die Karte. Die günstigste Kombi von Burger und Pommes ist ab 13,40 Euro zu haben. Das Bier kommt auf 4,60 Euro. Das sind gute Preise für die Ausgehmeile „Bermudadreieck“, wo nebenan ein Liter Sangria um 9,50 Euro aus Kübeln gesoffen wird.  

Als schnelle Snacks für zwischendurch sind die Burger nicht zu verstehen. Denn an den Rezepturen haben Haubenköche aus der Artner-Gourmetschmiede mitgewirkt. Das Problem des Ladens: Wenn man drinnen sitzt, fühlt man sich doch eher wie in einem Burger King oder McDonald’s als in einem gehobenen Restaurant. Dafür sorgt das System-Designkonzept, die Hitparadenmusik aus der Konserve und das Servieren der Speisen in Korb und Papiertüte. Kulinariker spricht das wohl ebenso wenig an wie klassische Fast-Food-Fans die höheren Preise.

Also isst man seinen Burger (bis auf das Patty alles frisch und selbstgemacht) und schaut, dass man schnell weiterkommt, zum Kübel Sangria oder sonst wohin! Auffallend freundlich war die Bedienung. Dass man einmal die falsche Beilage serviert bekommt (wurde professionell behoben) und zu Hause auf der Rechnung erkennt, dass ein Bier boniert wurde, das man nie serviert bekam, ärgert aber doch!

Autor/in:
Daniel Nutz
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