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Was die anderen machen

11.09.2018

Gastronomische Konzepte, die anderswo funktionieren, müssen bei uns nicht unbedingt auch zum Erfolg führen. Wir wagen trotzdem einen Blick ins Ausland, vielleicht lässt sich ja die eine oder andere Idee in Ihrem Betrieb umsetzen?

Fette Sau (New York City)

Ob die „Fette Sau“ in Brooklyn bei Gästen deshalb so populär ist, weil der Name deutsch und das Setting so erdig ist, können wir nicht sagen. Das Restaurant sieht von außen jedenfalls aus wie eine Garage, davor und drinnen stehen Ausflugsbankerl. New Yorks angeblich bester BBQ funktioniert so: Man bestellt das gewünschte Fleisch direkt beim Fleischer (die Auswahl an der Theke ist riesig, das Fleisch bio). Während das Fleisch zubereitet wird, bestellt man (self service) Beilagen und Saucen dazu. Berechnet wird alles nach Gewicht, die Speisen werden auf Backblechen und Papier serviert. Zu trinken gibt es selbstverständlich Craft Beer. 
 www.fettesaubbq.com


Champagneria (Barcelona)

Dass sich ein Konzept wie jenes der Champagneria (La Xampanyeria) in Barcelona rechnet, ist erstaunlich. Zunächst ist anzumerken, dass es hier keinen Champagner gibt, sondern ausschließlich den katalonischen Schaumwein Cava. Die Karte wechselt oft, bei unserem letzten Besuch im Jahr 2017 kostete die teuerste Flasche 13 Euro, die günstigste gab es bereits um 4 (!) Euro. Glasweise gibt es Cava ab etwa 1,20 Euro. Den Schaumwein bekommt man allerdings nur, wenn man auch was zu essen bestellt (wenn man es schafft, sich bis zur Bar durchzukämpfen). Es gibt Tapas, Sandwiches und kalte Platten. Das Lokal ist täglich gesteckt voll, man kommt schnell ins Gespräch – allerdings für Gäste mit Platzangst ungeeignet. Website gibt es keine, die Adresse ist über Google auffindbar.


BYOC (London und Brighton)

BYOC steht für „Bring Your Own Cocktail“ und das Konzept funktioniert folgendermaßen: Man reserviert einen Tisch und bringt – in Anspielung an die Zeit der Prohibition – seine Spirituosen selbst mit. Im BYOC wird gar kein Alkohol verkauft, es gibt allerdings alle nur erdenklichen nicht-alkoholischen Zutaten für Cocktails und Longdrinks. Im Lokal selbst werden aus den mitgebrachten Spirituosen Cocktails gemixt. Unkostenbeitrag: 30 Pfund pro Person (ca. 33 Euro). Die Reservierung gilt für maximal zwei Stunden, dann muss man gehen. Das Konzept scheint aufzugehen: Mittlerweile gibt es drei BYOCs, zwei in London, eins in Brighton.
www.byoc.co.uk


Spyce (Boston, USA)

Ehemalige Maschinenbau-Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben in Boston ein vollautomatisches Wok-Restaurant eröffnet. Köche gibt es hier keine, die Zubereitung der Speisen erfolgt automatisch. Gäste bestellen ihr Essen mittels Tablet, ein Roboter holt die Zutaten aus der Kühlung, schneidet sie und transportiert sie in einen von sieben Woks, die permanent in Bewegung sind – es soll ja nichts anbrennen. Länger als drei Minuten muss man auf sein Essen angeblich nicht warten, die Maschine reinigt sich übrigens selbst und schafft pro Stunde 200 Gerichte. Sieben verschiedene Gerichte gibt es, Preis: 7,50 Dollar.
www.spyce.com

Bunga Bunga (London)

Kellner, verkleidet als Gondolieri, stehen auf den Tischen und tanzen, Gäste singen Karaoke, essen Pizza und trinken Peroni Bier und italienische Weine: Das Bunga Bunga in London ist laut. Konzipiert als Kombination aus Pizzeria, Karaoke Bar, Varietétheater und Eventlocation ist das Bunga Bunga – in Anspielung an die Partys eines italienischen Ministerpräsidenten – ein feiner Ort, um zu feiern. Gut essen kann man auch, die Pizza ist berühmt, aber wegen der Speisen besucht man das Bunga Bunga ohnehin nicht.  Die Cocktails werden übrigens im Fiat Cinquecento-Glas serviert oder in ­einem gläsernen Kolosseum. 
www.bungabunga-london.com

 

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