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Zeit ist Geld

21.02.2019

Als Restaurant-Gast kam mir schon einiges unter. Positives, Negatives, manchmal Skurriles. Aus einem New Yorker Jazzclub wurde ich einmal hinauskomplimentiert, obwohl noch ein halbes Steak vor mir auf dem Teller lag. Ich hatte mich einfach zu sehr auf die Band konzentriert als darauf, mein Essen möglichst schnell zu verzehren. Mein Pech, der Tisch war zum zweiten Konzert des Abends ein weiteres Mal gebucht. Man bot mir an, das Essen in Plastik zu packen. Ich verneinte, dankend. 

In einer Tapas-Bar in Malaga standen sich die wartenden Gäste die Füße wund, während große Reisegruppen durchgewinkt wurden. Die Gruppen bekamen allerdings nur 30 Minuten zum Verzehr, dann kamen die Nächsten – also Fast Food auf Spanisch. Und die Schlange vor dem Lokal wurde auch nicht kleiner. 

Was für manche Gäste ein Ärgernis ist, stellt für Gastronomen oft eine notwendige Kalkulation dar. Ein Tisch muss eben einen gewissen Umsatz einbringen, damit sich in manchen Restaurants der Betrieb lohnt. Viele Gäste fragen sich, ob ein Mindestumsatz pro Tisch überhaupt zulässig ist? Ist er es, muss der Gast klarerweise schon vorher (etwa bei der Tischreservierung) informiert werden.  

Eine andere Frage: Ist es sinnvoll,derart resolut vorzugehen? Das Münchner Restaurant Drunken Cow Bar & Grill erklärt, dass ein Mindestumsatz von 35 Euro bei großen Gruppen wegen weniger Plätze betriebswirtschaftlich notwendig sei. Die allermeisten Gäste, denen man dies faktisch erkläre, würden das verstehen. Zeit ist eben Geld.

Autor/in:
Daniel Nutz
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