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Zeitgemäßes Lohnschema

08.05.2013

Wiener Kaffeehäuser steigen ab 1. Mai 2013 auf das Festlohnsystem um: Durch den neuen Kollektivvertrag entsteht Rechtssicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Nach intensiven Gesprächen haben die Sozialpartner eine Einigung über die Einführung eines verpflichtenden Festlohnsystems erzielen können. Dies gilt für alle zur Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser gehörenden Betriebe, also für alle Betriebe mit der Betriebsart Kaffeehaus, Kaffeerestaurant, Espresso, Kaffeekonditorei, Stehkaffeeschenke oder Teehaus. Gründe für die Änderung gab es genügend: Nach dem alten System war die Berechnung der Garantielöhne fehleranfällig, die Lohnverrechnung kompliziert und somit mit hohen Kosten verbunden. Der neue Kollektivvertrag ist ein zeitgemäßes Lohnschema und vereinfacht die Lohnverrechnung. Dass das Festlohnsystem ein zeitgemäßes ist, zeigt sich auch darin, dass bereits sieben Bundesländer und im vergangenen Jahr auch die Wiener Hotellerie auf das Festlohnsystem umgestiegen sind.

Kaffeehäuser als attraktiven Arbeitsplatz positionieren
Ab 1. Mai 2013 gilt in den Wiener Kaffeehäusern das neue Festlohnsystem. „In der Praxis wurde das Garantielohnsystem von den Kollegen oftmals nicht mehr praktiziert. Diese Umstellung bringt Rechtssicherheit gegenüber der Sozialversicherung und dem Arbeitsgericht, ein zeitgemäßes Lohnschema und bessere Planbarkeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Somit stellt es eine wesentliche Erleichterung bei der Lohnverrechnung für die Betriebe dar. Wir wollen uns mit diesem System als attraktive Arbeitgeber positionieren. Dass es sich lohnt, Koch oder Restaurantfachmann zu lernen, soll sich auch in den Kollektivvertragslöhnen widerspiegeln. Gut ausgebildete Schüler aus Gastronomieschulen sollen in die Wiener Kaffeehäuser kommen und bei uns ein spannendes Arbeitsumfeld finden. Außerdem stehen wir natürlich in starker Konkurrenz mit den angrenzenden Bundesländern, und in Niederösterreich gilt bereits das Festlohnsystem“, so Berndt Querfeld, Obmann der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser.

Neues Lohnschema
Das neue Lohnschema ist der Lohnliste auf Seite 6 zu entnehmen. Die Löhne für ungelernte Kräfte werden auf € 1.350,– brutto angehoben. Die besonders wichtige Lohngruppe 3 für gelernte Kräfte liegt mit € 1.525,– etwas unter dem Lohnniveau Niederösterreichs und der Wiener Hotellerie. Bereits jetzt wurde vereinbart, dass mit 1. Mai 2014 die Löhne um jeweils € 50,– in jeder Lohngruppe angehoben werden. Die weitere Entwicklung der Lohnkosten für die Betriebe ist daher schon jetzt planbar. Für Mitarbeiter, die aufgrund ihrer bisherigen Garantielöhne höhere Löhne erhalten haben, wird von den Sozialpartnern empfohlen, als neuen Festlohn den Durchschnitt des letzten Jahres heranzuziehen.

Zu beachten ist dabei jedoch, dass die Sonderzahlungen nunmehr vom Ist-Lohn zu bezahlen sind. Für die Fälligkeit der Sonderzahlungen gilt neu der 30. Juni und der 30. November. Alle arbeitsvertraglichen Vereinbarungen, dass ein Mitarbeiter Garantielöhner ist, sowie alle Betriebsvereinbarungen und Betriebskollektivverträge, die in einzelnen Betrieben ein Festlohnsystem eingeführt haben, treten mit 30. April 2013 außer Kraft (Ausnahme: Kollektivvertrag McDonald’s Österreich). Es gilt für alle Betriebe nur mehr der neue Kollektivvertrag, der allen Kaffeesiedern auf dem Postweg übermittelt wird!

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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