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Zu wenig überraschend: Tourismuspreis der WK Wien geht an die Staatsoper

16.11.2018

Einmal im Jahr vergibt die Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft der Wiener Wirtschaftskammer ihren Tourismuspreis. Das ist ein Ehrenpreis für besondere Verdienste um die Wiener Tourismuswirtschaft. Da fallen einem natürlich gerade in Wien eine Menge Platzhirschen ein - und auch viele Geheimtipps.

Für Letztere kommt dieser Ehremnpreis wohl eher nicht in Frage, waren doch die Preisträger der letzten Jahre die Original Sacher-Torte, die Wiener Sängerknaben, der Stephansdom, die Albertina, der Wiener Prater, das Jüdische Museum oder im vergangenen Jahr das Haus des Meeres. In diese Reihe passt natürlich die Staatsoper, eines der besten Opernhäuser der Welt, mit enormer Strahlkraft bis Asien. Unzählige Touristen kommen vermutlich anlässlich eines Opernbesuches nach Wien. Und die Idee "Oper live am Platz" mit Gratisübertragungen für alle, die keine Eintrittskarten bekommen konnten, ist auch touristisch gesehen eine Superidee. 

Wer wird als Nächstes ausgezeichnet? Wir sehen die Jury praktisch vor uns, wie sie mit den Kandidaten und sich selbst ringt. Wir hätten da noch ein paar Klassiker: Das Kunsthistorische Museum, das MuseumQuartier, Schloss Schönbrunn, die Mariahilfer Straße, die Votivkirche oder das Burgtheater. Man sieht: Es gibt noch für Jahre genug Kandidaten, um diesen Preis zu vergeben - ohne in der Jury viel Gehirnschmalz verschwenden zu müssen. Die Frage stellt sich allerdings: Wem nutzt dieser Preis? 

Warum nicht doch vielleicht ein wenig mehr Gehirnschmalz aufwenden? Oder sind für den Gehirnschmalz andere Preise vorgesehen - wie die Jetti? Doch wen kümmert außerhalb Wiens die Jetti? Kennen Sie überhaupt die Jetti? Ein Ehrenpreis zählt da schon mehr. Auch jenseits der Stadtgrenzen. Und wenn man was gegen "unbalanced tourism" tun möchte, könnte man das auch mit so einem Ehrenpreis versuchen. Und vielleicht mal auf ein Kleinod abseits der touristischen Trampelpfade hinweisen.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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