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Zufriedene Seilbahner

12.04.2017

Trotz Medienberichte über rückläufige Schneefälle und grüne Winterlandschaften in den Bergen gibt der Obmann der Österreichischen Seilbahnen Entwarnung: In den österreichischen Skigebieten laufe alles wie immer – teilweise sogar deutlich besser als im Vorjahr.

Ausreichend Schnee in Österreichs Skigebieten

„Auch wenn gerade gegen Ende der Saison die Hiobsbotschaften der Wetterpropheten und Endzeitverkünder wieder zunehmen: In Österreichs Skigebieten läuft alles wie immer", so Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Österreichischen Seilbahnen. Ein Rundruf unter heimischen Skigebietsbetreibern zeige ein „normales und gewohntes Bild“, so Hörl. In Ischgl rechnet man in dieser Saison mit einem neuen Besucher- und Umsatzrekord.

Alles wie immer – oder besser

„Die Saison ist gleich lang wie immer und dauert bis Anfang Mai. In dieser Saison konnten wir zu Beginn sogar einen Tag früher aufsperren. Die Temperaturen sind der Jahreszeit angemessen, zu Ostern soll es sogar nochmals kälter werden. Wir haben mit dem Schnee bis zum Saisonende keine Probleme“, so Silvrettaseilbahn-Chef Hannes Parth. Dies trifft auch für Jakob Falkner, Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden, zu. „Wir sind mit dem Verlauf der Saison sehr zufrieden, werden diese dann auch zum geplantem Zeitpunkt beenden. Es herrschen gute Bedingungen zum Skifahren“, so Falkner, der für das „tendenziöse Getöse“ der Kritiker keine sachliche Grundlage erkennen kann.

Vergleichbar zeigt sich die Situation bei den Arlberger Bergbahnen. In Tagen gemessen dauert auch hier die Saison gleich lang wie im vergangenen Jahr, das Saisonende erfolgt planmäßig am 23. April. „Der Skibetrieb konnte im Dezember nach Plan aufgenommen werden. Die Schneefälle zu Jahresbeginn haben dafür gesorgt, dass auch derzeit noch ausgezeichnete Pistenverhältnisse herrschen. Zudem sind sämtliche Talabfahrten weiterhin geöffnet“, so Geschäftsführer Mario Stedile-Foradori.

März wärmer, Jänner kälter

Auch bei den Seilbahnen Niederösterreich blickt man bereits auf eine erfolgreiche Saison zurück: Die Betriebstage befinden sich im Durchschnitt des mehrjährigen Vergleichs, das Geschäftsergebnis wird besser sein als in den drei vorangegangenen Saisonen. „Dazu haben auch die günstigen äußeren Bedingungen vor Weihnachten beigetragen, die für eine stabile Naturschneebedeckung gesorgt haben“, so Geschäftsführer Markus Redl. Spürbar sei, so wie auch bei den Alpbacher Bergbahnen und in Gerlos, der deutlich wärmere März. „Dennoch wird die Saison bei uns zwei Wochen länger dauern und die Liftanlagen erst am 23. April schließen. Die Pisten waren in diesem Winter außerordentlich gut, der kalte Jänner hat dies nochmals zusätzlich stabilisiert“, so Schilift-Zentrum Gerlos-Geschäftsführer Franz Hörl.

Plus 14 % in der Steiermark

Erfolgreich verlief die Saison auch bei den steirischen Seilbahnen. Inklusive Jänner verzeichneten die Unternehmen sowohl bei den gefahrenen Skitagen als auch beim Kassenumsatz ein Plus von rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Im Februar beträgt das Plus knapp zehn Prozent, unterm Strich sollten wir die Saison mit einem zweistelligen Zuwachs beenden“, so der steirische Seilbahnobmann Arthur Moser.

Klimatologisch entscheidend war 2016/17 die 16-tägige Kältewelle im Jänner, welche österreichweit reichlich Naturschnee, kompakte Pisten und optimale Einsatzzeiten für die Schneekanonen ermöglichte. Eine aktuelle Auswertung der Saisonlängen in sechs heimischen Skigebieten zeigt erfreuliche Entwicklungen. Auf der Schmittenhöhe ist die heurige Saison mit 147 Betriebstagen die viertlängste Skisaison der letzten 30 Jahre. Kitzbühel erlebt mit 192 Skitagen die längste Saison in 90 Jahren Bergbahngeschichte. Auch anhand der Schneedaten lassen sich keine stringenten Entwicklungen ablesen. So zeigt das Beispiel Kitzbühel, dass die Tage mit Schneebedeckung im 10-jährigen Mittel nahe dem Mittel der vergangenen 121 Jahre liegen. 

Unterduchschnittliche Schneehöhen

Insgesamt waren die Schneehöhen im Winter 2016/17 in weiten Teilen Österreichs unterdurchschnittlich. Grund dafür waren weniger die milden Temperaturen als eine generelle Niederschlagsarmut. Die langjährigen Messreihen zeigen jedoch keine dramatische Entwicklung, vielmehr eine hohe Variabilität bei den jährlichen Schneehöhen. Die Schneelage in den Skigebieten ist somit ein Spielball der dominierenden Großwetterlagen und wird auch weiterhin von Saison zu Saison von enormen Unterschieden geprägt sein. „Damit können Meldungen vom Ende des Skisports und des Wintertourismus getrost ins Reich der Falschmeldungen verbannt werden“, so Hörl.

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