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Bis zu 100 Gäste werden in den Prunkräumen der Alten Post bewirtet.

Zurück zur Klassik

26.09.2017

Zum zweiten Mal lancieren Barbara Eselböck und Alain Weißgerber ein Pop-up ihres Taubenkobels in Wien – diesmal in sehr klassischem Ambiente

Alain Weißgerber und Barbara Eselböck zu Hause im Burgenland.

Immer mehr sprechen davon. Da scheint sich ein Trend abzuzeichnen. Nachdem jahrelang die Devise lautete „Fine Dining ist tot, weil zu steif“, scheint jetzt die Gegenbewegung zu betonter Lässigkeit und tätowierten Kellnern einzusetzen. Barbara Eselböck nennt Casual Dining die „Bistromanie“, die dazu führe, dass Lokale austauschbar werden, egal, ob sie sich am Land oder in der Stadt, in Österreich oder anderswo befinden. Sie freue sich schon darauf, mal wieder „ohne Jeans“ im Service zu arbeiten. 

Dazu wird sie zwischen 17. November und 22. Dezember in den Prunksälen der Alten Post in Wien Gelegenheit haben. Die Entwickler Soravia und Wertinvest suchten neben Playern aus der Kreativszene (Mode, Foodmarkt) noch einen prominenten letzten Zwischennutzer für ihre Luxusimmobilie „Post Palais“ mitten im 1. Bezirk. Ab Jänner 2018 wird hier umgebaut: 80 Luxuseigentumswohnungen zwischen 45 und 450 m2 mit begrünten Innenhöfen, Pool, Spa, Concierge und Reinigungsservice sollen hier entstehen, dazu ein Hotel und ein Restaurant. Betreiber dafür sind schon gefunden, sollen aber noch nicht kommuniziert werden. Der „BriefTaubenkobel“, wie das Wiener Pop-up des Taubenkobels in Schützen am Gebirge heißt, wird in jedem Fall Ende Dezember zurück ins Burgenland fliegen.

Belle Epoque

Aber im November/Dezember schließen Barbara Eselböck und Alain Weißgerber ihr Stammlokal und kochen und servieren in Wien im „BriefTaubenkobel“. Sie wollen in den gut erhaltenen Prunksälen der Alten Post die Wiener Klassik wiederbeleben – mit Anleihen aus der Pariser Tradition, die Alain Weißgerber gut kennt. Die Gäste werden ein wenig in die Vergangenheit versetzt: Sie können mit der Kutsche vorfahren, die Kellner tragen weiße Handschuhe und weiße Dinnerjackets, im Hintergrund spielt ein Pianist, die Speisen werden unter einer silbernen Glocke präsentiert, die Dessert kommen auf einem Wagen, Speisen werden vielfach am Tisch tranchiert und aufgelegt. Ein bisschen Belle Epoque und Escoffier mit klassischem Abendservice, ironisch verspielt à la Taubenkobel mitten in Wien.

Es wird keine Schnitzel geben, vielleicht Sacherwürstel an der Bar (wo es dann schon etwas lässiger zugehen darf …) und Austern, Gänseleber und Kaviar. Es werden zwei bis drei verschiedene Menüs serviert, stilistisch und preislich ähnlich wie im Taubenkobel, vielleicht mit ein paar mehr Wiener Klassikern. 

Auf alle Fälle wird es in diesem Pop-up weniger szenig zugehen als vor zwei Jahren im Supersense in der Praterstraße. Der BriefTaubenkobel richtet sich bewusst an ein anderes Zielpublikum, das sich nach Möglichkeit auch für eine Musterwohnung im Post Palais interessieren könnte, die steht ab November zur Besichtigung bereit. Alain Weißgerber sagt, er mache das nicht, um Geld zu verdienen, denn das werden sie aller Voraussicht nach nicht, dazu sei der Aufwand einfach zu groß. Sie haben einfach Lust dazu. Das Post Palais als Location habe sie schon länger interessiert, sie verkürzen hier die burgenländische Wintersaison, ihre internationalen Angestellten wollten gerne ein paar Wochen in Wien arbeiten. „Der Flow ist wichtig“, ergänzt seine Frau. „Man braucht öfter mal was Neues, um sich wieder zu motivieren, um an der Spitze zu bleiben.“ Das gelte für sie und ihren Mann sowie für das ganze Taubenkobel-Team. Man wird von Montag bis Samstag ab 18 Uhr öffnen, die Bar eine Stunde früher, und darüber hinaus für exklusive Veranstaltungen zur Verfügung stehen. 

www.briefTaubenkobel.com
www.postpalais.at

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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