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Die beiden ÖHV-Präsidenten Gregor Hoch und Michaela Reitterer orten bei den Investitionen in der Branche einen bemerkenswerten Rückgang

Zwangsarbeit schadet der Branche

18.02.2013

Wien. Die ÖHV-Präsidenten Gregor Hoch und Michaela Reitterer lehnen die von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner vorgeschlagene Zwangsrekrutierung von Asylwerbern für die Saisonarbeit grundsätzlich ab. Der Branche würde das mehr schaden als nützen

Keine Branche nimmt so viele neue Mitarbeiter auf wie der Tourismus: Die Zahl der Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie ist in den vergangenen zehn Jahren um 25,1 Prozent gestiegen, in der Gesamtwirtschaft um 9,5 Prozent, in der Industrie ist sie sogar gesunken. 2012 wurden für keine andere Position so viele Mitarbeiter gesucht wie als Kellner, Gaststättenköche und Reinigungskräfte. Alleine das AMS hat auf diesen Positionen mehr als 63.000 Stellen ausgeschrieben.

Flexiblere Arbeitszeiten wichtiger
"Die Branche wächst so stark, dass wir innovative Ideen sehr schätzen. Zwangsarbeit kann aber kein Konzept für eine mitteleuropäische Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts sein. Das ist eher ein Beitrag zum niederösterreichischen Wahlkampf als zur Wirtschafts- oder Arbeitsmarktpolitik", erklären Michaela Reitterer und Mag. Gregor Hoch, Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) zu Innenministerin Johanna Mikl-Leitners Vorschlag, Asylwerber zur Saisonarbeit zu verpflichten. Hilfreich wären die Anhebung der Zuverdienstgrenze für Asylwerber oder flexiblere Arbeitszeiten, was Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vorgeschlagen hat. "Alle, die gerne und freiwillig mitarbeiten - ganz egal, welcher Herkunft, ganz egal, warum sie hier sind - sind herzlich willkommen", hält Reitterer fest.

Sinnvolle Aktionen fördern
Die ÖHV hat arbeitslose Jugendliche aus Spanien und mitarbeitersuchende Hoteliers in Österreich zueinander gebracht. Via www.oportunidad-austria.es melden sich immer noch viele, die gerne hier arbeiten. "Das macht Sinn. Wenn die Innenministerin einen Beitrag zur Arbeitsmarktpolitik leisten will, soll sie diese Aktion unterstützen. Sie liegt ihrem Haus vor", so Reitterer. Freiwilligkeit sei Voraussetzung für Erfolg in Service-Betrieben, halten die beiden Präsidenten fest. Laut IHS finden in einem Jahr 425.000 Menschen in Österreichs Tourismusbetrieben Beschäftigung, im Jahresdurchschnitt sind es 230.000. "Wir haben viele Mitarbeiter und stellen gerne noch mehr ein - aber sicher nicht so", distanziert sich Hoch von dem Vorschlag. Der Erfolg des österreichischen Tourismus basiert auf internationalen Mitarbeitern, die engagiert und gerne für internationale Gäste arbeiten.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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